28.10.2020 - Brenntag AG

Brenntag startet globales Transformationsprogramm

Abbau von rund 1.300 Stellen weltweit über die nächsten zwei Jahre geplant

Vorstand und Aufsichtsrat der Brenntag AG haben den Rahmen von „Project Brenntag“ beschlossen. Das weitreichende Transformationsprogramm soll einen nachhaltigen zusätzlichen Beitrag zum operativen EBITDA von insgesamt 220 Millionen EUR pro Jahr leisten. Dieser Beitrag wird sich von Jahr zu Jahr erhöhen und das volle jährliche Potenzial soll bereits zu Beginn des Jahres 2023 erreicht werden. Ziel des Programms ist es, die führende Rolle von Brenntag auf dem Weltmarkt der Chemiedistribution auszubauen, indem das Unternehmen sich stärker fokussiert, Komplexität reduziert und Partnerschaften mit Kunden und Lieferanten intensiviert. Ab Januar 2021 wird das Unternehmen in zwei globalen Geschäftsbereichen geführt, Brenntag Essentials und Brenntag Specialties, die stark auf die veränderten Anforderungen von Kunden und Lieferanten ausgerichtet sind. Im Zuge der Transformation wird Brenntag auch in die Optimierung seines globalen Standortnetzwerkes investieren und dessen Auslastung verbessern.

Christian Kohlpaintner, Vorstandsvorsitzender der Brenntag AG, erklärt dazu: „Mit unserem Transformationsprogramm Project Brenntag ergreifen wir entschiedene Maßnahmen, um eine starke Basis für nachhaltiges, organisches Ergebniswachstum in den kommenden Jahren zu schaffen. Die Einführung unserer neuen operativen Geschäftsstruktur war ein erster wichtiger Meilenstein, um zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden und an der Spitze unserer Branche zu bleiben. Um unser Potenzial voll auszuschöpfen, müssen wir schlanker und effizienter werden. Bei der Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen von Project Brenntag planen wir auch, unsere weltweite Belegschaft anzupassen. Dieser Schritt wird uns sicherlich nicht leichtfallen, doch er ist notwendig, um den Erfolg von Brenntag langfristig zu sichern. Wir wollen jeglichen geplanten Stellenabbau in sozialverträglicher, verantwortungsvoller Weise vollziehen und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden.“ 

Erheblicher Anstieg des operativen EBITDA 

Der Konzern rechnet damit, dass Project Brenntag einen nachhaltigen zusätzlichen Beitrag zum operativen EBITDA von insgesamt 220 Millionen EUR pro Jahr liefert. Dieser Beitrag wird sich von Jahr zu Jahr erhöhen und das volle jährliche Potenzial soll bereits zu Beginn des Jahres 2023 erreicht werden. Die gesamten Netto-Zahlungsmittelabflüsse für die Umsetzung von Project Brenntag werden sich voraussichtlich auf rund 370 Millionen EUR belaufen. Project Brenntag wird zu erheblichen Effizienzsteigerungen führen und darüber hinaus zum Umsatzwachstum beitragen. 

Brenntag erwartet, dass die Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen über die kommenden zwei Jahre zu einem Abbau von insgesamt etwa 1.300 Stellen führen wird, davon werden weniger als 200 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sein. Weltweit hat das Unternehmen derzeit rund 17.500 Beschäftigte. Brenntag plant natürliche Fluktuation, einvernehmliche Aufhebungsvereinbarungen und Vorruhestandsregelungen zu nutzen, um den Stellenabbau auf sozialverträgliche, verantwortungsvolle Weise umzusetzen und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Die Maßnahmen werden im Laufe der kommenden Monate unter Berücksichtigung lokaler Regelungen und arbeitsrechtlicher Bestimmungen weiter ausgearbeitet. Brenntag wird dabei in einem engen und vertrauensvollen Dialog mit den Arbeitnehmervertretern stehen und die in den betreffenden Ländern vorgesehenen Informations- und Konsultationsabläufe berücksichtigen.

Konsolidiertes globales Standortnetzwerk mit größerer Kundennähe

Brenntag wird erheblich in sein Standortnetz investieren, um schlanker und effizienter zu werden und Kunden schneller, umfassender und besser zu bedienen. Mit seinem optimierten Netzwerk ist Brenntag weiterhin weltweit präsent, wird aber die Effizienz steigern, Größenvorteile über Geschäftsbereiche und Produkte hinweg nutzen sowie die Nähe zu den Geschäftspartnern vor Ort erhöhen. Die Optimierung sieht auch eine Schließung von Standorten vor, um das regionale Netzwerk zu konsolidieren und die Auslastung bestehender Standorte zu verbessern. Brenntag plant die Schließung von weltweit insgesamt etwa 100 Standorten, von denen es sich bei der Hälfte um Logistikstandorte Dritter handelt. Gleichzeitig investiert der Konzern in bestehende und neue Standorte, um regionale Zentren aufzubauen und Lücken im Netzwerk zu schließen. 

Neue Führungskultur mit klar definierten Zuständigkeiten

In Einklang mit dem Geschäftsmodell sieht Project Brenntag auch neue Rollen sowie klar definierte Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten vor. Dazu gehört eine neue Führungsstruktur, beginnend mit der Zusammensetzung des Vorstands und des Teams der obersten Führungsebene. Die für die Transformation erforderlichen Kompetenzen und Fähigkeiten wurden definiert und Brenntag wird erheblich in entsprechende Schulungsmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren, damit diese ihre Stärken und ihre Expertise bestmöglich einbringen können.

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