23.08.2021 - Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Beschichtung für Kunststoffe gegen Bakterien

Startup Flux Polymers erhält Finanzierung

Das Startup Flux Polymers mit Wurzeln an der Uni Würzburg hat einen Investor gefunden und kann nun das operative Geschäft aufnehmen. Es bietet eine Lösung, um Kunststoffoberflächen von Bakterien frei zu halten.

In Kliniken und Arztpraxen ist es enorm wichtig, mit sterilen Geräten zu arbeiten und generell einen hohen Hygienestandard zu gewährleisten. Für diesen medizinischen, aber auch für andere Bereiche bietet das Unternehmen Flux Polymers GmbH eine innovative und simple Lösung für bessere Hygiene an.

„Unser einfaches Verfahren macht Kunststoffoberflächen in wenigen Minuten antibakteriell“, sagt Geschäftsführerin Dr. Anita Luxenhofer. „Wir produzieren dazu ein Polymer, das durch Sprühen oder Eintauchen auf die Oberflächen aufgebracht und anschließend durch eine kurze UV-Beleuchtung dauerhaft fixiert wird.“

Wirkung durch rein physikalischen Effekt

Die patentierte Beschichtung verhindere, dass sich Bakterien an den Kunststoffoberflächen anheften können. Die antibakterielle Wirkung basiere auf einem rein physikalischen Effekt. Toxische Substanzen, die Bakterien womöglich resistent machen, könnten aus der Beschichtung nicht freigesetzt werden.

„Das Verfahren ist schnell, kosteneffizient und verändert weder Optik noch Haptik des beschichteten Materials“, versichert die Geschäftsführerin. Sie und ihr Team freuen sich sehr darüber, eine Finanzierung von Investoren erhalten zu haben, die vom Family Office Förster & Franke GmbH & Co. KG beraten werden. „Diese Investition wird unsere Go-to-Market-Strategie beschleunigen und uns helfen, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen“, erklärt der kaufmännische Geschäftsführer des Teams, Joachim Schramm.

Wurzeln im historischen Standort der Fakultät für Chemie am Röntgenring

Ins Leben gerufen wurde Flux Polymers im Jahr 2014 von Professor Robert Luxenhofer am Lehrstuhl für Chemische Technologie der Materialsynthese der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). In seinen ersten Jahren wurde das Projekt durch Gründungsstipendien aus den Programmen EXIST (Bundeswirtschaftsministerium) und Flügge (Bayerisches Wirtschaftsministerium) gefördert.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Uni Würzburg
  • News

    Dreieckige Honigwaben: Neues Zukunftsmaterial designed

    Physiker des Würzburg-Dresdner Exzellenzclusters ct.qmat – Complexity and Topology in Quantum Matter haben ein neues Quantenmaterial erfunden und hergestellt. „Indenen“ besteht aus einer einzelnen Atomlage des chemischen Elements Indium und gehört zur Materialklasse der sogenannten topologi ... mehr

    Molekülbewegungen in Echtzeit

    Die Effizienz von Solarzellen lässt sich mit einem bestimmten physikalischen Effekt deutlich steigern. Ein Forschungsteam hat jetzt erstmals detailliert beobachtet, wie Molekülbewegungen diesen Effekt beeinflussen. Forscher des Fritz-Haber-Instituts in Berlin (FHI), des Max-Planck-Instituts ... mehr

    Schwingende 2D-Materialien

    Aktuelle elektronische Bauteile in Computern, Handys und vielen weiteren Geräten beruhen auf mikrostrukturierten Siliziumträgern. Bei dieser Technologie sind jedoch die physikalischen Grenzen des Machbaren und die kleinstmöglichen Strukturgrößen fast erreicht. Als neue Hoffnungsträger werde ... mehr

  • q&more Artikel

    Multinationale Medikamente

    Während in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts 80 % aller Wirkstoffe und Hilfsstoffe in Europa bzw. in den USA produziert wurden, werden heute nahezu alle Ausgangsstoffe zur Herstellung von Arzneimittel in China und Indien hergestellt. Dies gilt nicht nur für die einzelnen Stoffe, sond ... mehr

    Hightech im Bienenvolk

    Vitale Bienenvölker sind von höchster Relevanz für die Aufrechterhaltung der natürlichen Diversität von Blütenpflanzen und die globale pflanzliche Nahrungsmittelproduktion, die zu 35 % von Insektenbestäubern abhängt, unter denen die Honigbiene (Apis mellifera) die überragende Rolle spielt. ... mehr

  • Autoren

    Prof. Dr. Jürgen Tautz

    Jg. 1949, studierte Biologie, Geographie und Physik an der Universität Konstanz und promovierte dort über ein sinnesökologisches Thema. Nach Arbeiten zur Bioakustik von Insekten, Fischen und Fröschen gründete er 1994 die BEEgroup an der Universität Würzburg, die sich mit Grundlagenforschung ... mehr

    Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe

    Ulrike Holzgrabe (Jg. 1956) studierte Chemie und Pharmazie in Marburg und Kiel. Nach Approbation und Promotion folgte die Habilitation für Pharmazeutische Chemie 1989 ­in Kiel. Sie hatte eine Professur in Bonn (1990-1999), lehnte C4-Rufe nach Tübingen und Münster ab und folgte dem Ruf nach ... mehr