Insolvenz überwunden: DOMO-Standort Premnitz findet Investor

Lone Star Funds sichert 50 Chemie-Jobs

13.05.2026
AI-generated image

Symbolbild

Der Standort der DOMO Engineering Plastics GmbH mit Sitz in Premnitz hat wieder eine Zukunft: Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing hat sich mit einem Investor auf eine Übernahme des Geschäftsbetriebs geeinigt. Der Standort sowie 50 Arbeitsplätze bleiben damit erhalten. Der Geschäftsbetrieb wurde bereits übergeben.

„Mit der Übernahme hat nun auch der Standort Premnitz wieder eine Perspektive außerhalb der Insolvenz“, betonte Flöther. „Besonders freut mich, dass trotz der angespannten Lage in der Chemieindustrie der Großteil der Arbeitsplätze gerettet werden konnte.“ Die Gläubiger sowie die zuständigen Kartellbehörden haben bereits zugestimmt. Nachdem inzwischen auch die Zustimmung des französischen Insolvenzgerichts vorliegt, bei dem das Insolvenzverfahren der DOMO Schwestergesellschaft Polytechnyl anhängig ist, konnte die Übertragung auf eine neue, insolvenzfreie Gesellschaft vollzogen werden.

Hinter der Erwerbergesellschaft steht der branchenerfahrene und international ausgerichtete Investor Lone Star Funds. Die Übernahme des Standorts Premnitz ist Teil einer Gesamtübernahme, mit dem der Erwerber weitere Teile der weltweit tätigen DOMO-Gruppe übernimmt. Bezüglich der 20 Beschäftigen, die nicht Teil der Investorenlösung sind, wurde mit dem Betriebsrat ein Interessenausgleich mit Sozialplan abgeschlossen.

Die DOMO Engineering Plastics GmbH in Premnitz ist die noch verbliebene operative Gesellschaft von DOMO Chemicals in Deutschland. Die deutschen Tochterunternehmen der Gruppe hatten am zweiten Weihnachtsfeiertag 2025 Insolvenz angemeldet und wurden vom Insolvenzverwalter fortgeführt. Ende März hatte Flöther den Geschäftsbetrieb des Schwesterunternehmens DOMO Carproleuna an einen Investor verkauft. Dabei konnten 436 Arbeitsplätze erhalten werden.

Am DOMO-Standort Premnitz werden Polyamid 6-Kunststoffe veredelt. Das Unternehmen fertigt sog. Compounds, d.h. technische Kunststoffe, bei denen Polyamid 6 gezielt mit Zusatzstoffen oder Additiven kombiniert wird. Dadurch lassen sich Eigenschaften wie Festigkeit, Hitzebeständigkeit, Steifigkeit oder Schlagzähigkeit präzise einstellen. Solche Compounds werden vor allem in der Automobil-, Elektro- und Konsumgüterindustrie eingesetzt.

Weitere News aus dem Ressort Wirtschaft & Finanzen

Meistgelesene News

Weitere News von unseren anderen Portalen

Revolutioniert künstliche Intelligenz die Chemie?