Friedrich-Meuser-Forschungspreis 2026 geht an TU-Berlin-Forscherin Dr. Kerstin Risse

Ihre Dissertation zeigt, dass Tenside und Proteine an Öl-Wasser-Grenzflächen Emulsionen gemeinsam stabilisieren können

15.09.2026
Michaela Wohlleber, FEI

Ausgezeichnet für ihre Dissertation zum Grenzflächenverhalten von Tensiden und Proteinen: Dr. Kerstin Risse mit FEI-Vorsitzendem Dr. Götz Kröner (rechts) und dem Namensgeber des Forschungspreises, Prof. Dr. Dr. Friedrich Meuser (links).

Neue Erkenntnisse zum Zusammenspiel von Tensiden und Proteinen können helfen, Emulsionen in Lebensmitteln gezielter zu stabilisieren und Herstellungsprozesse zu optimieren. In ihrer Dissertation untersuchte Dr. Kerstin Risse die Vorgänge an Öl-Wasser-Grenzflächen und zeigte, dass Tenside und Proteine unter bestimmten Bedingungen nicht nur konkurrieren, sondern gemeinsam zur Stabilisierung von Emulsionen beitragen können. Für ihre wissenschaftlich herausragende und industriell relevante Arbeit wurde sie mit dem Friedrich-Meuser-Forschungspreis 2026 des FEI ausgezeichnet.

Neue Erkenntnisse zum Zusammenspiel von Tensiden und Proteinen eröffnen Möglichkeiten, Emulsionen in Lebensmitteln gezielter zu stabilisieren und Herstellungsprozesse zu optimieren. In ihrer Dissertation „Rethinking the interfacial behaviour of surfactants and their interactions with proteins. A structure, temperature and time-dependent approach“ untersuchte Dr. Kerstin Risse, wie die molekulare Struktur von Tensiden, die Zusammensetzung der Ölphase sowie Temperatur und Zeit die Vorgänge an Öl-Wasser-Grenzflächen beeinflussen. Dabei konnte sie systematisch zeigen, dass Tenside und Proteine unter bestimmten Bedingungen nicht nur miteinander konkurrieren, sondern sich auch gegenseitig bei der Stabilisierung von Emulsionen unterstützen können.

Für ihre herausragende Dissertation, die wissenschaftliche Originalität, grundlegenden Erkenntnisgewinn und hohe industrielle Relevanz verbindet, wurde die Lebensmitteltechnologin mit dem Friedrich-Meuser-Forschungspreis 2026 ausgezeichnet. Der Preis wurde ihr im Rahmen der FEI-Jahrestagung am 10. September 2026 in Stuttgart-Hohenheim durch den FEI-Vorsitzenden Dr. Götz Kröner überreicht.

Der 2019 gestiftete Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und nach dem langjährigen Leiter des Wissenschaftlichen Beirats des FEI, Prof. Dr. Dr. Friedrich Meuser, benannt.

Die Dissertation von Dr. Kerstin Risse wurde von Prof. Dr. Stephan Drusch betreut und entstand an der Technischen Universität Berlin (FG Lebensmitteltechnologie und -materialwissenschaften) im Rahmen des durch den FEI geförderten Projekts der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) „Einfluss des molekularen Aufbaus von Emulgatoren, Fettkugelgröße und Temperaturführung im Abkühlschritt auf die Fettkristallinität und Texturstabilität von Produkten aus emulgierten Triglyceriden“ (21099 N).

Der Friedrich-Meuser-Forschungspreis wird auch 2027 wieder ausgeschrieben. Bewerben können sich Promovierte, deren Dissertation im Rahmen eines abgeschlossenen Promotionsverfahrens entstanden ist und deren Veröffentlichung nicht länger als zwei Jahre zurückliegt. Voraussetzung ist, dass die Forschungsarbeiten zu wesentlichen Teilen im Rahmen eines vom FEI geförderten IGF-Projekts entstanden sind. Eine thematische Einschränkung besteht nicht.

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