04.03.2015 - Rubotherm GmbH

Innovationspreis für Entwicklung einer Nanoschwebewaage

Netzwerk ZENIT e.V. vergibt Innovationspreis

Exakt 66 Wettbewerbsbeiträge waren im Rahmen des bereits zum siebten Mal ausgeschriebenen Innovationspreises des Netzwerks Zenit e.V. Ende letzten Jahres eingegangen. Unter dem Motto „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ wurden NRW-weit innovative Produkte und Verfahren gesucht, die in Kooperation eines mittelständischen Unternehmens mit einer Hochschule oder Forschungseinrichtung entwickelt worden waren. Erste wirtschaftliche Erfolge sollten schon vorhanden bzw. zu erwarten sein. Weil die Qualität der eingereichten Beiträge außergewöhnlich hoch war, wurden in Mülheim an der Ruhr am 25. Februar gleich fünf Projekte ausgezeichnet.

Der Sieger des mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreises 2015 ist die Rubotherm GmbH aus Bochum. Der Spezialist für analytische Messgeräte und Laboranlagen erhielt den Preis für die Entwicklung einer Nanowaage gemeinsam mit der ETH Zürich. Beeindruckt zeigte sich die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Eberhard Menzel, Präsident der Hochschule Ruhr West, auch von den seit Gründung des Unternehmens bestehenden intensiven Kooperationen mit Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt. Viele der heute den Standard bestimmenden Rubotherm-Produkte wurden von Wissenschaftlern für ein neues Forschungsthema initiiert und als Ergebnis solcher Kooperationen entwickelt.

Auszeichnungen erhielten die Scheideler Verfahrenstechnik GmbH aus Haltern am See, die iExergy GmbH aus Münster, die VeroMetal GmbH aus Übach-Palenberg und das Institut für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen mit ihren jeweiligen Kooperationspartnern. Alle fünf Finalisten können sich über eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft im Netzwerk Zenit e.V. freuen.

Ausgezeichnet wurden die Kooperationsprojekte vor rund 100 Gästen durch den Vorsitzenden des Netzwerks, Dr. Otmar Schuster, die Laudatio hielt der Innovationspreisträger des Jahres 2012, Roland Damann von der Firma enviplan Ingenieurgesellschaft.

Rubotherm und ETH Zürich: Vom Wiegen des Nichts

Was heute noch zu den Top-Produkten im Bereich des Wiegens gehört, könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Der Rubotherm GmbH gelang in Zusammenarbeit mit Dr. Heinrich Baur vom Institut für Isotopengeologie und Mineralische Rohstoffen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, kurz ETH, die Entwicklung einer Nanowaage, der Experten die Revolutionierung der Wiegetechnik bescheinigen. Noch ist die knapp 40 Mitarbeiter zählende, 1990 aus der Ruhr Universität Bochum heraus gegründete Firma bei der Produktion ihrer Magnetschwebewaagen auf die Zulieferung konventioneller Waagen angewiesen. Die werden bei der neuen Nanowaage nicht mehr benötigt. Das Schwebesystem arbeitet berührungslos. Weil auf den Einbau konventioneller Waagen verzichtet werden kann, sollten sich, so Rubotherm-Geschäftsführer Dr. Hans Wilhelm Lösch die Preise zukünftig nach unten bewegen. Für das Unternehmen sei dies eine positive Entwicklung, da sich damit auch Abnehmer, denen die Systeme bislang zu teuer waren, das Messen von allerkleinsten Mengen leisten könnten. Drei der absoluten Hightech-Geräte gibt es bereits. Eingesetzt werden sie unter anderem im Forschungsbereich zur Bestimmung von Sternenstäuben, der Datierung von Gesteinsproben und überall dort, wo die Erfassung geringster Masseänderungen eine große Rolle spielt. Für solche Spezifizierungen arbeitete das Unternehmen unter anderem auch mit der Ruhr Universität Bochum zusammen. Je nach Maximallast kann mit einer Auflösung von bis zu 1 ng genau gewogen werden. Das entspricht dem 10.000stel des Gewichtes eines 2 mm langen Haares. Abhängig von der jeweiligen Anwendung beträgt die Druckeinsetzbarkeit bis 1000 bar, das Tausendfache unseres Atmosphärendrucks. Neben der unglaublichen Messgenauigkeit ist das System auch robuster als bisherige Modelle. Weil der filigrane keramische Schwebekörper magnetisch weich gelagert ist, können selbst äußere Erschütterungen keinen Schaden anrichten.

Das diesjährige Wettbewerbsthema „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ war gewählt worden, um den großen Beitrag aufzuzeigen, den nordrhein-westfälische Akteure für die Bereiche Innovation und Wachstum leisten. Das Thema, so Damann in seiner Laudatio, unterstreiche auch die Wichtigkeit, aus guten Ideen marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort NRW zu stärken und innovative Arbeitsplätze zu sichern. In diesem Zusammenhang sei es sehr zu begrüßen, dass das Land Anfang des Jahres für die kommenden fünf Jahre über die Initiative „HochschulStart-up.NRW“ rund 70 Millionen Euro zur Förderung des Austausches von Wissen und Technologien zwischen Hochschulen und Unternehmen bereit stelle. Positiv sei auch die wachsende Zahl strategischer Partnerschaften zwischen Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft. Dies fördere den Abbau von Sprachbarrieren zwischen Wissenschaftlern und Unternehmensvertretern und stärke das gegenseitige Vertrauen. Die Darstellung von Best-Practice-Beispielen und die Verleihung eines Preises für herausragende Kooperationen sei ein wichtiger Baustein in der Stärkung der Innovationskraft unseres Landes. Der Innovationspreis trage dazu bei, Innovationen anzuregen, Innovationen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, Innovationen und Innovatoren zu würdigen, innovative Firmen zu vernetzen und aus Innovationserfolgen zu lernen.

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