12.11.2015 - Chemieverbände Rheinland-Pfalz

Chemie mit Umsatzminus

Schulfach Wirtschaft gefordert

In den ersten acht Monaten waren Umsatz, Produktion und Aufträge in der rheinland-pfälzischen Chemie-Industrie deutlich rückläufig. Die Pharma-Branche entwickelt sich nach zwei Minusjahren wieder positiv. Vorsitzender Dr. Harald Schaub fordert bessere Rahmenbedingungen für wettbewerbsfähigere Produktion.

Die chemische Industrie in Rheinland-Pfalz entwickelte sich seit Jahresbeginn deutlich unter dem Vorjahr. Das gaben die Chemieverbände Rheinland-Pfalz in der Jahrespressekonferenz bekannt. In den ersten acht Monaten des Jahres 2015 erwirtschaftete die Chemie einen Umsatz von 18,8 Milliarden Euro. Das sind 4,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Chemie-Export ging um 7 Prozent zurück. "Das schwierige globale Umfeld sowie das Überangebot an Rohöl haben Auswirkungen auf Absatz und Chemikalienpreise", erläuterte Dr. Bernd Vogler. Der Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände betonte auch, dass die Erwartungen an das Geschäftsjahr nicht erfüllt wurden. Der Abwärtstrend aus 2014 setze sich fort.

Chemieverbände wünschen sich wirtschaftsfreundlichere Politik

Auch vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung forderten die Chemieverbände bessere Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähigere Produktion. "Die Politik hat Stück für Stück den Blick dafür verloren", so Dr. Harald Schaub. Der Vorsitzende der Chemieverbände betonte, dass die "Unternehmen mit zunehmenden Regulierungen oder der Verschärfung von Gesetzen kämpfen". Im Wettbewerb seien dies wichtige Einflussfaktoren für die Standortwahl.

Gleichzeitig betonte Schaub die Stärken der Industrie, wie die hohe Qualität der Produkte, effiziente Prozesse und das große Know-how. "Dies alles zu den Bedingungen der Sozialen Marktwirtschaft. Um diese Stärken auch zukünftig für uns nutzen zu können, müssen wir an verschiedenen Schrauben drehen", so Dr. Schaub. Eine wichtige Schraube ist aus Sicht der Chemieverbände die Einführung des Schulfachs Wirtschaft. Rheinland-Pfalz sei das einzige Bundesland, das dieses Fach im Gymnasium nicht habe. "Wir brauchen das Schulfach Wirtschaft. Denn Deutschland steht als Wirtschaftsstandort und damit eng verbunden als Bildungsstandort im globalen Wettbewerb" betont Dr. Schaub.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Chemieverbände Rheinland-Pfalz
  • News

    Enttäuschte Erwartungen in der Chemie

    "Die Geschäftslage trübt sich ein. Die Chemie-Erträge gehen zurück und die Verunsicherungen wachsen, zum Beispiel aufgrund der Eskalation des Handelsstreits zwischen China und den USA sowie dem unklaren Ausgang des Brexit", so Bernd Vogler auf der Pressekonferenz der Chemieverbände Rheinlan ... mehr

    Ausbildung in der Chemie: Zahl der unbesetzten Stellen steigt

    1.463 Ausbildungsplätze haben die Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes Chemie Rheinland-Pfalz in diesem Jahr angeboten. Die Unternehmen haben zunehmend Probleme, geeigneten Nachwuchs in bestimmten Berufen zu finden. Die chemische Industrie zahlt überdurchschnittlich und bietet eine ... mehr

    Produktionsminus in der rheinland-pfälzischen Chemie

    2014 hat die chemische Industrie in Rheinland-Pfalz 3,2 Prozent weniger produziert als im Jahr davor. Auch die Auftragseingänge gingen zurück. Damit ist die wirtschaftliche Entwicklung der chemischen Industrie im Vergleich zur gesamten rheinland-pfälzischen Industrie schwach. Die aktuellen ... mehr

  • Verbände

    Chemieverbände Rheinland-Pfalz

    Die chemische Industrie ist der bedeutendste Wirtschaftszweig in Rheinland-Pfalz. Die Chemieverbände tragen zum Erhalt und Ausbau des Chemiestandortes bei. Wir sind eine Gemeinschaft des Arbeitgeberverbandes Chemie Rheinland-Pfalz und dem Verband der Chemischen Industrie Rheinland-Pfalz - e ... mehr