Allianz stellt Haftpflichtgeschäft für Pharma- und Chemiebranche um

11.11.2002

BERLIN (dpa-AFX) - Der weltgrößte Versicherer Allianz will einem Bericht zufolge die Haftpflichtversicherung von Pharma- und Chemiekonzernen mit Beratungs- und Finanzierungsprodukten kombinieren. Das neue Geschäftsmodell der Allianz Global Risks (AGR) solle dem Versicherer einen besseren Einblick in die Risiken der Produkte und Produktionsprozesse gewähren, schreibt die Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Ein ähnliches Geschäftsmodell betreibe bisher nur der Schweizer Rückversicherer Swiss Re.

Gerade für die deutschen Unternehmen dürften sich die Versicherungen dadurch zunächst deutlich verteuern. Wegen der hohen Haftpflichtleistungen in den vergangenen Jahren will die Allianz die Prämien kräftig erhöhen. Zugleich soll der Versicherungsschutz nicht mehr wie bisher durch das Schadensereignis ausgelöst werden, sondern durch das Erheben des Schadensersatzspruchs.

PROFITABLE INDUSTRIEVERSICHERUNGEN

In der deutschen Pharma- und Chemiebranche könnten die Pläne der Allianz die Pläne einer eigenen Industrie wieder aufleben lassen, schreibt die Zeitung. Bereits am Anfang des Jahres hatte BASF laut über die Gründung einer eigenen Industrieversicherung nachgedacht, um sich gegen Preiserhöhungen zu wehren.

Bei der Allianz hieß es der Zeitung zufolge dazu: "Nach den Verlusten der Vergangenheit gibt es für uns nur zwei Alternativen: Entweder wir betreiben das Haftpflichtgeschäft mit der Industrie gar nicht mehr, oder wir betreiben es auf einer neuen Basis."

Zu Einzelheiten über mögliche Preiserhöhungen wollte sich das Unternehmen auf Anfrage von dpa-AFX nicht äußern. In den vergangenen Wochen hatte es zahlreiche Berichte über mögliche Preissteigerungen bei Industrie -Haftpflichtversicherungen gegeben.

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