23.03.2016 - Ceresana Research

Profitables Ende der Sanktionen: Ceresana untersucht erstmals die Petrochemie-Branche des Iran

Im Januar 2016 haben die Vereinten Nationen und die Europäische Union zahlreiche Sanktionen gegen den Iran aufgehoben: Ein Land mit über 75 Millionen Konsumenten kehrt nun auf den Weltmarkt zurück; schrittweise normalisieren sich die Wirtschaftsbeziehungen. Davon können alle Branchen profitieren, besonders aber die petrochemische Industrie, denn der Iran hat große Öl- und Erdgas-Vorkommen. Das Marktforschungsinstitut Ceresana hat nun erstmals den Markt für petrochemische Produkte im Iran umfassend analysiert: von den Grundstoffen über Derivate und Zwischenprodukte bis hin zu Kunststoffen.

Massiver Kapazitätsausbau

Die petrochemische Industrie im Iran wurde in den vergangenen Jahren stark ausbaut. Die gesamten Produktionskapazitäten für Methanol, Ethylen, Propylen, Butadien/Butylen, Aromaten und den entsprechenden Derivaten erreichten im Jahr 2015 über 31 Millionen Tonnen. Die Anlagen zur Herstellung von Ethylen machten davon mehr als 23 Prozent aus. Fast 17 Prozent der Kapazitäten entfallen auf direkte Ethylen-Derivate, wie z.B. Ethylendichlorid (EDC) und Ethylenglykol. Iranische Fabriken können auch zum Beispiel pro Jahr 4,8 Millionen Tonnen der drei wichtigen Polyethylen-Kunststoffsorten LDPE, LLDPE und HDPE produzieren. Weitere petrochemische Anlagen sind bereits im Bau. Bis zum Jahr 2023 sollen noch mindestens 36 Millionen Tonnen an Kapazitäten hinzukommen.

Wachsender Export nach Europa

Obwohl der Iran einer der größten Binnenmärkte für petrochemische Produkte im Mittleren Osten ist, liegt der Fokus für viele iranische Unternehmen auf dem Export. Im Jahr 2015 haben sie rund 6,8 Millionen Tonnen petrochemische Produkte ausgeführt. Ceresana erwartet, dass sich dieses Volumen bis zum Jahr 2023 nahezu verdoppeln wird. Derzeit exportieren iranische Hersteller vor allem Methanol – im vergangenen Jahr waren es fast 3,4 Millionen Tonnen. Das zweitwichtigste Exportprodukt war Polyethylen-HDPE. Der Großteil davon geht bislang nach China. Die Analysten von Ceresana rechnen nicht damit, dass der aktuell hohe Importbedarf Chinas anhalten wird. Für den Iran ergeben sich jedoch neue Exportmöglichkeiten, vor allem nach Europa und in weitere asiatische Länder. Deshalb bemüht sich der Iran derzeit, zahlreiche angefangene Bauten petrochemischer Anlagen mit der Unterstützung von ausländischen Investoren fertig zu stellen.

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