Kaschmir oder Schafswolle? Neues Testverfahren ermöglicht Qualitätskontrolle

29.04.2003

Mit einem neuen Testverfahren können Wissenschaftler jetzt Tierhaarprodukte, wie beispielsweise Pullover, auf ihre Zusammensetzung hin untersuchen. Das neue Verfahren findet Anwendung in der Qualitätskontrolle und im Artenschutz, wie NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in der aktuellen Mai-Ausgabe (EVT 28.04.2003) des Magazins berichtet.

Die neuartige Qualitätskontrolle wurde von Biochemikern der Universität des Saarlandes entwickelt. Bei ihrem Verfahren setzen sie auf so genannte Spaltpeptide. Diese unterschiedlich schweren Bruchstücke von Eiweißmolekülen entstehen, wenn Proteine von Wolle, Federn oder Tierhaaren biochemisch zerlegt werden. Das Verhältnis der Spaltpeptide ist für jede Tierart typisch. Alpakawolle unterscheidet sich von der eines Schafs, eine Entendaune zeigt ein anderes Spektrum als eine Hühnerfeder. Bisher prüften Fachkundige die Produkte mit dem bloßen Auge oder unter dem Mikroskop. Doch selbst erfahrenen Spezialisten unterliefen dabei Fehler.

Tierschützer und Behörden haben bereits Interesse an dem neuen Verfahren angemeldet. Sobald es eine mobile Testmöglichkeit gibt, könnten Schmuggler und Händler geschützter Tierprodukte an Ort und Stelle überführt werden.

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