28.07.2006 - Universität Ulm

Entwicklung eines abbaubaren Bio-Kunststoffes ausgezeichnet

Preisverleihung des Forschungspreises der Philip Morris Stiftung

Zum 24. Mal wurde der Forschungspreis der Philip Morris Stiftung verliehen. In der Münchner Wappenhalle stellte Dr. Norbert Lossau (Die Welt) die ausgezeichneten Wissenschaftler und ihre Arbeiten den über 350 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft vor. Prof. Theodor W. Hänsch würdigte in seiner Festrede die Bedeutung der Kommunikation in der Wissenschaft. Der mit dem Nobelpreis für Physik 2005 ausgezeichnete "Pionier der Laserspektroskopie" ist auch zweimaliger Forschungspreisträger der Philip Morris Stiftung. Die mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Auszeichnung der Philip Morris Stiftung ging in diesem Jahr unter anderem an das Forscherteam Prof. Bernhard Rieger und Dr. Gerrit Luinstra. Die Chemiker von der Universität Ulm und der BASF AG entwickelten einen Kunststoff, der komplett biologisch abbaubar ist. Das Material ist nach dem Vorbild der Natur gebaut, entsteht jedoch mithilfe von neuartigen Katalysatoren auf rein synthetischem Weg. Der Bio-Kunststoff zersetzt sich, wenn er einem Klima zugeführt wird, das man im reifen Kompost vorfindet. Je nach Bedarf lassen sich harte oder weiche Varianten dieses Kunststoffes herstellen, die beispielsweise zu Tüten, Bechern, Autoteilen oder Windeln verarbeitet werden können. Dank dieser vielseitigen Eigenschaften könnten sie einen der derzeit meistverwendeten Industriekunststoffe, das Polypropylen, in vielen Anwendungen ergänzen. "Die in der Herstellung der Bio-Materialien benötige Menge an Erdöl kann im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoffen um rund 50 Prozent reduziert werden. In Zeiten des stetig steigenden Erdölpreises ist dies eine nicht unerhebliche Komponente bei der Produktion von Konsumgütern.", erklärt Rieger einen weiteren Vorteil des neuen Verfahrens.

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