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Pervaporation



Die Pervaporation ist ein technisches Membranverfahren zur Reinigung von Flüssigkeitsgemischen. Für jede Anwendung muss eine Membran gewählt werden, in dem sich die verunreinigende Gemischkomponente sehr viel besser löst als der Wertstoff bzw. die im Überschuss vorliegende Komponente. Nach der Durchdringung der Membran verdampft die Verunreinigung auf deren Rückseite. Der Dampf (Permeat) wird anschließend abgezogen und an anderer Stelle kondensiert. Auf der Innenseite der Membran bleibt die aufkonzentrierte Lösung (Retentat) zurück. Da der Transportprozess durch die Membranschicht ein langsamer Vorgang ist, steigt der Bedarf an Membranfläche mit der Konzentration der Verunreinigung. Die Pervaporation stellt nur dann eine wirtschaftliche Alternative zu anderen Trennverfahren dar, wenn die Unterschiede in der Löslichkeit um Größenordnungen differieren und die Retentat-Komponente bezogen auf die Ausgangslösung im Überschuss vorliegt.

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Inhaltsverzeichnis

Funktionsprinzip der Pervaporation

Die im Membranmaterial ablaufenden physikalischen Vorgänge können mit dem Lösungs-Diffusions-Modell beschrieben werden. Nach der Modellvorstellung dringt eine Komponente des zu trennenden Gemischs bevorzugt in die Membran ein und wird an deren innerer Oberfläche adsorbiert bzw. im gesamten Membranmaterial gelöst. Zur Außenseite der Membran hin wird die Konzentration der gut löslichen Komponente geringer, da sie an der Membranoberfläche verdampft und somit kontinuierlich abgezogen wird. Über dem Membranquerschnitt stellt sich so ein Konzentrationsgefälle ein, welches als treibende Kraft für die Diffusion des Permeats durch die Membran gilt. Die unterschiedliche Löslichkeit beruht bei Kunststoffmembranen auf chemischer Wechselwirkung zwischen Membranmaterial und Flüssigkeitsmolekül. Bei keramischen Membranen auf Zeolithbasis kommt hinzu, dass nur die kleineren Flüssigkeitsmoleküle die schmalen Kanäle in der Membran passieren können (siehe auch Zeolithe und Molekularsieb).

Technische Varianten

Im Gegensatz zu den druckgetriebenen Membrantrennverfahren ist der Druckunterschied zwischen den beiden Seiten der Membran bei der Pervaporation relativ gering. Er liegt meist im Bereich von einem Bar, wobei auf der Seite des Retentats nahezu atmosphärischer Druck ansteht und der Raum des Permeats bei Unterdruck oder Vakuum betrieben wird. Durch den Unterdruck wird der Partialdruck des Permeats auf der Gasseite abgesenkt und die Rückdiffusion in die Membran minimiert. Alternativ kann der Permeatpartialdruck auch durch Spülen mit einem Inertgas (üblicherweise Stickstoff) abgesenkt werden.

Wegen der durch die Verdampfung hervorgerufenen Abkühlung (Verdunstungskälte) muss durch Zufuhr von Wärme ausgeglichen werden. Dies geschieht entweder durch Vorwärmung des Zulaufs oder Beheizung zwischen einzelnen Membranmodulen. Bei Einsatz eines Spülgases kann auch dieses zur Beheizung genutzt werden.

Membranwerkstoffe

Verglichen mit anderen Membranverfahren sind die für die Pervaporation verwendeten Membranen besonders dicht. Die Kunststoffmembranen bestehen aus einem schichtweise aufgebauten Verbundmaterial, in das ein Kunstfasergewebe für die erforderliche Stabilität eingebettet ist. Keramikmembranen haben einen keramischen Stützkörper, auf dem die Zeolithschicht aufgebracht ist.

Technisch ausgereift sind Membranmaterialien zur Trennung von Wasser und organischen Flüssigkeiten, z.B. zur:

  • Abtrennung von Wasser aus organischen Flüssigkeiten werden hydrophile Polymere wie Polyvinylalkohole, Polyimide und Zelluloseacetat oder Natrium-Zeolith A-Membranen verwendet.
  • Reinigung von mit organischen Flüssigkeiten verunreinigten Wassers mit Hilfe hydrophober bzw. organophiler Membranwerkstoffe, insbesondere Polydimethylsiloxan oder Polyoctylmethylsiloxan.

Die selektive Abtrennung einzelner organischer Verbindungen aus organischen Gemischen ist Gegenstand der Forschung und setzt die Entwicklung speziell auf das Trennproblem zugeschnittener Membranwerkstoffe voraus.

Technische Anwendungen

Technisch bedeutsame Trennaufgaben der Pervaporation sind:

Abgrenzung zu anderen Membrantrennverfahren

Die Pervaporation unterscheidet sich von der Umkehrosmose und der Vaporpermeation durch den Aggregatzustand auf den beiden Seiten der Membran:

Tabelle 1: Abgrenzung zu anderen Membrantrennverfahren
  Aggregatzustand
Membranverfahren Permeat Retentat
Pervaporation gasförmig flüssig
Umkehrosmose flüssig flüssig
Vaporpermeation gasförmig gasförmig

Weiterführende Literatur

  • www.membrane-guide.com - pervaporation membrane suppliers directory
  • http://www.inocermic.de/de/prod_zeolite_d.html
  • Kirk-Othmer: Encyclopedia of Chemical Technology, John Wiley & Sons, 2003
  • Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Onlineausgabe
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pervaporation aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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