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Thorianit



Thorianit
 
Chemische Formel ThO2
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse ___
Farbe schwarz, grünliche bis bräunliche Innenreflexe
Strichfarbe grau, graugrün bis schwarz
Härte 6,5 bis 7
Dichte 8,5 bis 9,87
Glanz Fettglanz bis starker Diamantglanz, seltener Halbmetallisch, abgerolltte Stücke glänzen wachsig
Opazität undurchsichtig, Splitter und dünnste Schichten u.U. durchscheinend
Bruch muschelig bis uneben, spröd
Spaltbarkeit sehr undeutlich nach 001 (selten)
Kristallhabitus Würfel, selten mit Oktaederflächen an den Ecken
Kristallflächen ___
Zwillingsbildung Durchdringungszwillinge häufig
Kristalloptik
Brechzahl ___
Doppelbrechung keine
Pleochroismus keiner ___
optische Orientierung ___
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ ___
weitere Eigenschaften
chemisches Verhalten ___
ähnliche Minerale Uraninit, Cerit (nicht radioaktiv)
Radioaktivität stark radioaktiv
Magnetismus ___
besondere Kennzeichen hohe Dichte

Thorianit ist mit der chemischen Zusammensetzung ThO2 ein Oxid-Mineral. Es hat eine Härte von 6,5 bis 7, ist schwarz und kristallisiert im kubischen System. Durch seinen Thoriumgehalt ist es radioaktiv. Thorianit bildet eine vollkommene Mischungsreihe (siehe Mischkristall) mit Uraninit. Aufgrund der guten Mischbarkeit beider Minerale kann das Thorium in jedem Verhältnis durch Uran ersetzt sein. Thorianite aus Flussablagerungen können ein äußerst unauffälliges Aussehen haben. Ihr matter ausgewaschener Glanz ähnelt dann eher den von schwarzen polierten Steinchen. Einzig die Dichte und Radioaktivität zeigt in solchen Fällen, dass es kein gewöhnlicher Stein ist.

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Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

Thorianit bildet nur selten größere Lagerstätten. In der Regel bildet er vereinzelte Kristalle und seltener auch kleine Kristallgruppen in Pegmatiten und einigen metamorphen Lagerstätten. Bei Verwitterung und natürlicher Abtragung des Muttergesteins werden die relativ resistenten Kristalle wegtransportiert, und können sich in alluvialen Lagerstätten (unter Anderem sog. Seifen) anreichern. Am berühmtesten sind die Vorkommen von Uran haltigen Thorianit (sog. Uranothorianit) aus Madagaskar, wo er in Kristallen bis zu 2,5 cm Größe vorkam. Der größte Kristall von Thorianit ist wahrscheinlich ein 2,2 Kilogramm schweres 6 cm großes Exemplar von Esiva in Madagaskar.

Bedeutung als Rohstoff

Thorianit wird aufgrund seiner selten hohen Anreicherung nur selten allein zur Gewinnung von Thorium genutzt. Dies liegt auch an der momentan geringen Nachfrage an Thorium. von daher wird nur noch selten Thorianit zur Thoriumgewinnung gefördert. Uranothorianite werden noch vereinzelt hauptsächlich zur Urangewinnung gefördert. Zusammen mit anderen Mineralien (Monazit u.a.) lohnt sich die Förderung schon eher. Der Uranothorianit aus Madagaskar wurde Ende der 50er bis Anfang der 70er hauptsächlich zur Urangewinnung abgebaut. Momentan laufende Erkundungsarbeiten(Tiefbohrungen) haben nachgewiesen, dass sich eine Uranothorianit-Vererzung auch noch in die Tiefe weiter verfolgen lässt(aktuell 2007 bis ca. 90m mit Kernbohrungen nachgewiesen). Quelle: www.panafrican.com

Geschichte

Thorianit wurde in Sri Lanka anfang dieses Jahrhunderts zum ersten mal nachgewiesen und chemisch untersucht.

Varietäten

Uranothorianit ist die Uranhaltige Variante des Thorianites.

Bemerkenswerte Eigenschaften

Thorianit (Thoriumdioxid) hat einen bemerkenswert hohen Schmelzpunkt von über 3220°C (Verunreinigte Stücke haben teilweise starke abweichende Schmelzpunkte). Thorianite widerstehen der Isotropierung (d.h. die Kristalle werden metamikt)durch die eigene Strahlung besser als die meisten anderen Uran und Thorium enthaltenden Mineralien.

Struktur

Thorianit hat eine Kristallstruktur , die der von Fluorit ähnelt.

Vorsichtsmaßnahmen

Man sollte das Mineral, wie alle radioaktiven Mineralien, mit größten Respekt behandeln. Nach jeder Berührung ist es ratsam, sich die Hände zu waschen. Sinnvoll ist insbesondere bei kleinen Stücken eine Lagerung in für Sammlerzwecke vorgesehene durchsichtige Plastikdosen. Vom Kauf größerer Mengen an kleinen losen Stücken, wie sie teilweise angeboten werden, ist wegen der Staubbildung und großen Reichweite der Strahlung abzuraten. Kleinere einzelne Stücke in normalen Mengen sind hingegen weniger bedenklich.


Siehe auch: Liste von Mineralen

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Thorianit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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