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Chemie treibt die Energieforschung voran

Chemieorganisationen analysieren „Energieversorgung der Zukunft“

12.11.2009

Durch Fortschritte in der Chemie-Forschung kann in den nächsten 20 Jahren der Primär­energiebedarf in Deutschland zu einem Fünftel gedeckt werden. Dies kann durch Energieeinsparungen und durch das Erschließen von Ressourcen erreicht werden. Das ist das Fazit des Positi­onspapiers „Energieversorgung der Zukunft - der Beitrag der Chemie: Eine quantitative Po­tenzialanalyse“, das die deutschen Chemieorganisationen in Frankfurt vorgestellt ha­ben.

„Die Energieversorgung der Zukunft wird chemischer“, fasste Dr. Andreas Kreimeyer, Vorsit­zender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung im Verband der Chemischen Industrie (VCI), die Erkenntnisse zusammen. Das Einsparpotenzial ergibt sich laut Stu­die aus innovativen chemischen Verfahren, neuen Materialien und Hilfsstoffen. Mit diesen lassen sich die bisherigen fossilen Energieträger wie Erdöl oder Erdgas effizienter nutzen, und re­generative Technologien zur Energiegewinnung aus Wind-, Solar- oder Bio­energie weiter voranbringen.

Durch eine Vielzahl von Innovationsbeiträgen lässt sich einerseits Energie einsparen, andererseits können durch neue Technologien Ressourcen erschlossen werden, die bisher nicht zugänglich waren. Die einzelnen Maßnahmen können in etwa zwei bis drei Prozent des Energiebedarfs in Deutschland decken und erreichen in der Summe rund 20 Prozent. „Zusammen mit den For­schungserfolgen auf anderen Gebieten erscheint es daher mehr als nur möglich, auch künf­tig den Energiebedarf der Menschheit befriedigen zu können“, erklärte Prof. Dr. Ferdi Schüth, der den Koordinierungskreis Chemische Energieforschung der Chemieorganisationen leitet.

Der Fortschritt in der Chemie trägt auf verschiedenen Wegen dazu bei, die Energieversor­gung zu sichern: So ermöglichen moderne Verfahren die effiziente Nutzung von Energie­quellen, bei­spielsweise durch Solarzellen mit höherem Wirkungsgrad. Ein zweiter Aspekt ist das Einspa­ren von Energie etwa durch die Verwendung von Brennstoffzellen, effizienten Leuchtmitteln oder wirkungsvollen Wärmedämm-Materialien. Gleichzeitig können aber auch Rohstoffquellen erschlossen werden, die bisher noch nicht in vollem Umfang ge­nutzt werden konnten. Das betrifft beispielsweise die Ausbeutung von Öllagerstätten oder die Energiege­winnung aus holzartigen pflanzlichen Abfällen. Große Bedeutung messen die Experten au­ßerdem der Optimierung von Technologien zur Energiespeicherung bei - sowohl in Gebäu­den als auch bei Batterien für Fahrzeuge.

Kreimeyer forderte mit Blick auf die vielfältigen Initiativen von Bund und Ländern: „Die Bun­desregierung sollte ihre geplante nationale Energieforschungsinitiative dazu nutzen, eine Ener­gieforschungspolitik aus einem Guss zu gestalten, die die unterschiedlichen Programme der Ministerien bündelt und vor allem aufeinander abstimmt.“

Schüth hob bei der Vorstellung des Papiers den großen Kreis der beteiligten Experten her­vor: „Damit kann das Papier den Anspruch erheben, den derzeitigen Stand der Forschung aus Sicht der Chemie wiederzugeben.“ Das Positionspapier „Energieversorgung der Zu­kunft - der Beitrag der Chemie: Eine quantitative Potenzialabschätzung“ wurde vom Koordi­nierungskreis Chemische Energieforschung erstellt, dem folgende Chemieorganisationen angehören:

DBG - Deutsche Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie e.V.

DECHEMA - Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

DGMK - Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V.

GDCh - Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

VCI - Verband der Chemischen Industrie e.V.

VDI-GVC - Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen

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