Kühlen ohne Kompressor und Kältemittel – so leise, effizient und nachhaltig wie nie zuvor
Fraunhofer-Ausgründung sichert sich 2,2 Millionen Euro für die Kühl-Technologie der Zukunft
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Die Kühlindustrie steht vor grundlegenden Herausforderungen: regulatorisch, ökologisch und technologisch. Qurie liefert die Antwort darauf. Das Freiburger Start-up, 2026 gegründet als Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM, entwickelt elektrokalorische Kühlsysteme, die ohne Kompressor, ohne Kältemittel und ohne Druckaufbau auskommen: leiser, effizienter und nachhaltiger als alles, was bisher möglich war. Im April 2026 haben der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Technologie-Transfer-Fonds TT49 und die Aepikur GmbH gemeinsam 2,2 Millionen Euro in Qurie investiert.
Team von Qurie
Qurie GmbH
Kühlung durch Materialintelligenz
Herkömmliche Kühlsysteme basieren auf einem Prinzip aus dem 19. Jahrhundert: Kompression und Verdampfung von Kältemitteln. Die EU-F-Gase-Verordnung setzt dieser Ära ein regulatorisches Ablaufdatum und alternative Ansätze wie Magneto- oder Elastokalorik konnten bislang keine wettbewerbsfähigen Gesamtbetriebskosten erzielen. Qurie geht einen grundsätzlich anderen Weg: Elektrokalorische Materialien, bestimmte Keramiken und Polymere, verändern ihre Temperatur, wenn ein elektrisches Feld angelegt oder entfernt wird. Qurie nutzt diesen reversiblen physikalischen Effekt in präzise gestapelten Materialstrukturen, um vollständige Kühlsysteme zu bauen, ohne Kompressor, ohne Kältemittel, mit minimalen mechanischen Komponenten. Herzstück ist eine weltweit patentierte aktive elektrokalorische Heatpipe (AEH), über mehr als zehn Jahre am Fraunhofer IPM entwickelt und intensiv erprobt. Die theoretische Effizienz liegt bei über 80 Prozent. Klassische Kompressoren erreichen maximal 50 Prozent. Das entspricht einer potenziellen Energieeinsparung von rund 40 Prozent.
„Mit unserem Heatpipe-Ansatz führen wir Wärme im System sehr effizient ab und können deutlich höhere Pumpfrequenzen realisieren als bisher beim Wärmetransport über Flüssigkeiten. Das macht unsere Technologie erstmals wirklich wettbewerbsfähig.“ Dr. Kilian Bartholomé, CTO und Mitgründer, Qurie
Wissenschaft. Ingenieurkunst. Wirkung.
Hinter Qurie stehen Dr. Christian Vogel (CEO), langjähriger Experte für neuartige Kühlsysteme, und Dr. Kilian Bartholomé (CTO), langjähriger Forscher am Fraunhofer IPM. Ihr interdisziplinäres Team aus mehr als zehn Expertinnen und Experten in Materialwissenschaft, Thermodynamik und Ingenieurwesen arbeitet an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und industrieller Anwendung – mit dem Ziel, globale Kühlinfrastruktur zu transformieren. Die miniaturisierbare Festkörper-Architektur eröffnet dabei vollständig neue Formfaktoren: vom Chip-Cooling über mobile Medizingeräte bis zur Gebäudetechnik. Als ersten Zielmarkt adressiert Qurie die Schaltschrankklimatisierung – ein Segment mit hohem Präzisionsbedarf und bislang keiner vollständig zufriedenstellenden Lösung. Von dort aus plant das Unternehmen den Schritt in die gewerbliche Kühlung sowie in Medizin, Elektronik und Automobil. Bis Ende 2026 wird die Entwicklung durch ein BMWE-gefördertes Forschungsprogramm flankiert.
„Die Kühl-Industrie steht vor einer grundlegenden Transformation – regulatorisch, technologisch und wirtschaftlich. Wir sind an einem Punkt, an dem wir zeigen können, dass unsere Technologie nicht nur funktioniert, sondern sich auch rechnet. Das ist der Moment, auf den wir hingearbeitet haben.“ Dr. Christian Vogel, CEO und Mitgründer, Qurie
„Qurie löst ein Problem, das die Kühl-Industrie seit Jahrzehnten beschäftigt: weg von klimaschädlichen Kältemitteln und ineffizienten Kompressoren – ohne Abstriche bei den Kosten. Das Team hat eine technologisch überzeugende Antwort, abgesichert durch starke Patente und mehr als zehn Jahre Forschung am Fraunhofer IPM. Wir freuen uns sehr darauf, Qurie auf diesem Weg zu begleiten.“ Dr. Gernot Berger, Senior Investment Manager, HTGF
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