154 Mio. EUR für Reverion: Series B soll Produktion der CO2-negativen Kraftwerke verzehnfachen

Kapital fließt vor allem in einen neuen Produktionsstandort in Deutschland

30.09.2026
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Symbolbild

Das bayerische Energy-Tech-Unternehmen Reverion aus Eresing hat eine Series B über 154 Mio. EUR abgeschlossen. Angeführt wird die Runde unter anderem von UVC Partners. Das Kapital fließt vor allem in einen neuen Produktionsstandort in Deutschland mit 250 Megawatt Fertigungskapazität pro Jahr und bis zu 800 Arbeitsplätzen.

Die Brennstoffzellentechnologie von Reverion wandelt Gas elektrochemisch ohne Verbrennung in Strom um. Mit 74,2 Prozent elektrischem Wirkungsgrad hält Reverion den Effizienz-Weltrekord für thermische Kraftwerke. Der Wert wurde im laufenden Kundenbetrieb mit den ersten Anlagen aus der Vorserienfertigung gemessen und ist nahezu doppelt so hoch wie bei konventionellen Generatoren. Die Anlagen scheiden das im Brennstoff enthaltene CO2 in reiner Form ab, sodass es wieder verwendet oder dauerhaft gespeichert werden kann. Im Biogas-Betrieb weist die Anlage eine negative CO2-Bilanz auf. Dieselbe Anlage läuft auch rückwärts: Im Elektrolysebetrieb wandelt sie überschüssigen Strom in speicherbare Gase um. Betreiber erhalten damit eine flexible Technologie, die auf Preissignale im Strom- und im Gasmarkt reagiert.

Stephan Herrmann, CEO und Mitgründer von Reverion, erklärt: „Sonne und Wind liefern uns saubere Energie, aber bisher nur, wenn das Wetter mitspielt. Was die Welt braucht, ist sauberer Strom auf Abruf. Mit dem Abschluss der Series B legen wir den Grundstein für die industrielle Großserienfertigung unserer Technologie. Wir bauen die steuerbare, CO2-negative Maschine, mit der Netze und Schwerindustrie rund um die Uhr und das ganze Jahr über zu 100 Prozent sauber laufen können. Die Finanzierung ermöglicht den Aufbau eines zusätzlichen Produktionsstandortes und damit die weitere Skalierung des Produktes hinein in die Megawatt-Klasse. Für Reverion eröffnen sich dadurch ganz neue Märkte.“

Die Nachfrage nach Reverions Anlagen kommt aus dem Biogassektor und der Technologiebranche. Energieintensive Rechenzentren stoßen an die Grenzen des öffentlichen Stromnetzes. Netzanschlüsse verzögern sich erheblich, gleichzeitig wächst der lokale Widerstand gegen neue Standorte. Die Anlagen von Reverion erzeugen den benötigten Strom direkt am Ort des Verbrauchs, über die örtliche Gasinfrastruktur. Betreiber sichern sich damit eine Stromversorgung rund um die Uhr, die unabhängig von Netzausbau und Preisschwankungen am Strommarkt ist.

Sieben Kraftwerke laufen bereits an Kundenstandorten im Regelbetrieb, die Leistung pro Einheit liegt inzwischen bei 500 kW. Die Projektpipeline hat ein Umsatzpotenzial von über zwei Milliarden Dollar. Der neue Produktionsstandort erhöht die Fertigungskapazität um den Faktor zehn auf 250 Megawatt pro Jahr. Am Stammsitz Eresing ist das Team zuletzt von 100 auf über 200 Mitarbeitende gewachsen, am neuen Standort sollen bis zu 800 Stellen hinzukommen. Die Nachfrage wächst über den Heimatmarkt in Deutschland hinaus, und die ersten internationalen Projekte befinden sich bereits in der Entwicklung.

UVC Partners ist seit 2023 an Reverion beteiligt. Im Rahmen der Runde stellt UVC Partners 24,5 Mio. EUR bereit, einschließlich eines eigens mit KfW Capital aufgesetzten SPV (im Rahmen des Deutschlandfonds).

Johannes von Borries, Managing Partner von UVC Partners, sagt: „Die meisten sahen in Reverion ein Biogas-Unternehmen. Wir sahen die effizienteste CO2-neutrale Stromerzeugung der Welt und den besten Ersatz für konventionelle Lösungen. Das System lässt sich für eine Vielzahl von Anwendungsfällen einsetzen, von Biogas über Gas-Kraftwerke bis hin zu Rechenzentren. Reverion übertrifft vergleichbare Marktteilnehmer, die bereits Bewertungen in Milliardenhöhe erreicht haben. Das zeigt uns deutlich: Europa kann im DeepTech-Bereich nicht nur mithalten, sondern tatsächlich die Führung übernehmen.“

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