Evonik ist optimistischer nach starkem drittem Quartal
Stärkster Umsatzanstieg seit 4 Jahren
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Evonik hat im dritten Quartal wieder ein starkes Ergebnis erzielt. Der erfolgreiche Geschäftsverlauf lässt für das Gesamtjahr einen operativen Gewinn in der oberen Hälfte der Prognosespanne erwarten.
Im Zeitraum von Juli bis September stieg das bereinigte EBITDA verglichen mit dem Vorjahresquartal um 40 Prozent auf 629 Millionen €, trotz anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums und geopolitischen Unsicherheiten. Evonik hatte im August einen Wert in etwa auf dem Niveau des zweiten Quartals (630 Millionen €) in Aussicht gestellt.
Evonik erwartet für das Gesamtjahr 2026 ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,0 und 2,2 Milliarden €. Nach aktuellem Stand ist ein Ergebnis in der oberen Hälfte dieser Spanne wahrscheinlich. Dabei rechnet das Unternehmen mit einem Gewinnanstieg im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
„Unsere strategische Aufstellung zahlt sich voll aus. Wir sind stark und robust“, sagt Claus Rettig, Vorstandschef ad interim. „Wir sind nochmals optimistischer beim Ausblick. Im Gegenwind fliegen Drachen am höchsten.“
Evonik hatte bereits im Juni die Jahresprognose angehoben. Das Spezialchemieunternehmen verfolgt konsequent das Ziel, durch bessere Kostenstrukturen, ein klar abgegrenztes Portfolio und fokussierte Investitionen seine ambitionierten Mittelfristziele zu erreichen. Dazu zählt insbesondere eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von etwa 11 Prozent bis 2029. Im laufenden Jahr dürfte der Wert bereits auf über 8 Prozent steigen (2025: 6,1 Prozent).
Wie bereits angekündigt wird das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ (ETM) bis 2029 verlängert, um die Kostenbasis deutlich abzusenken. Für einen Großteil der zusätzlichen Maßnahmen im Rahmen von ETM hat Evonik im dritten Quartal 313 Millionen € zurückgestellt, etwa für Abfindungen. Diese Rückstellungen gehen zulasten des Konzernergebnisses von -53 Millionen € (Q3 2025: -106 Millionen €).
Der Verkaufsprozess für Oxeno, die C 4 -Chemie von Evonik, schreitet planmäßig voran. Die Bekanntgabe eines Käufers wird in den kommenden Monaten erwartet. Für den Verkauf von Syneqt, der Betreiberin der Chemieparks in Marl und Wesseling, laufen die Vorbereitungen an.
Der Umsatz im dritten Quartal stieg gegenüber dem Wert des Vorjahresquartals um 13 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit dem 3. Quartal 2022. Die Verkaufsmengen lagen um 2 Prozent höher, die Preise um 10 Prozent. Der Free Cashflow fiel mit 369 Millionen € abermals sehr stark aus (Q3 2025: 300 Millionen €). In den ersten 9 Monaten des Jahres hat sich der Free Cashflow auf 601 Millionen € mehr als verdoppelt. Dies kommt dem Abbau der Verschuldung zugute. Im Jahr 2026 strebt Evonik unverändert eine Cash Conversion Rate von etwa 40 Prozent an (2025: 37 Prozent) und erwartet auf Jahressicht einen Free Cashflow von etwa 850 Millionen € (2025: 695 Millionen €).
„Höheres operatives Ergebnis, deutlich verbesserter Cashflow und niedrigere Verschuldung, so verbessern wir unser Finanzprofil stetig weiter, was zuletzt auch die Ratingagentur Moody’s durch eine Hochstufung bestätigt hat”, sagt Finanzvorstand Michael Rauch. Moody’s hatte das Kreditrating von Evonik am 27. August um eine Stufe auf Baa1 angehoben.
Insbesondere das Segment Advanced Technologies konnte im dritten Quartal gute Zahlen vorlegen, das bereinigte EBITDA stieg im Vorjahresvergleich um außerordentlich starke 87 Prozent an. Die resiliente, globale Aufstellung dieser Geschäfte sowie konsequente Effizienzverbesserungen in großen Bereichen wie Animal Nutrition und High Performance Polymers ermöglichte diesen Erfolg, trotz der Einschränkungen der globalen Lieferketten infolge des Krieges im Nahen Osten.
Entwicklung in den Chemie-Segmenten
Advanced Technologies: Das Segment Advanced Technologies profitiert weiterhin von seiner globalen Aufstellung insbesondere seit dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten. Der Umsatz stieg dank höherer Mengen und gestiegener Verkaufspreise im dritten Quartal 2026 um 19 Prozent auf 1.713 Millionen €. Der Bereich Animal Nutrition profitierte von gestiegenen Mengen und verbesserten Preisen für essenzielle Aminosäuren. Der Umsatz erhöhte sich deutlich. Im Bereich Organics setzten die Vernetzer die positive Geschäftsentwicklung fort. Die Kapazitätsauslastung von Hochleistungskunststoffen konnte aufgrund der verbesserten Nachfrage weiter hochgefahren werden. Insgesamt stieg der Umsatz des Bereichs Organics spürbar. Einen leicht höheren Umsatz steuerte der Bereich Inorganics bei, der von einer höheren Nachfrage nach gefällten Kieselsäuren profitierte.
Das bereinigte EBITDA verbesserte sich insbesondere dank der höheren Mengen und Verkaufspreise sowie der Optimierungsprogramme um 87 Prozent auf 377 Millionen €. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg von 14,0 Prozent im Vorjahresquartal auf 22,0 Prozent.
Custom Solutions: Im Segment Custom Solutions erhöhte sich der Umsatz im dritten Quartal um 4 Prozent auf 1.394 Millionen €. Ursächlich hierfür waren bei unveränderten Mengen höhere Verkaufspreise vor allem aus der Weitergabe gestiegener Rohstoffkosten. Der Umsatz-anstieg wurde durch negative sonstige Effekte begrenzt. Im Bereich Additives zeigten Produkte für die Farben- und Beschichtungsindustrie sowie die Öladditive eine positive Nachfrageentwicklung und erzielten höhere Verkaufspreise. Die Additive für Polyurethanschäume sowie langlebige Konsumgüter verzeichneten einen Umsatz auf Niveau des Vorjahres. Insgesamt stieg der Umsatz des Bereichs Additives spürbar. Der Bereich Care erzielte einen Umsatz auf Vorjahreshöhe.
Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 7 Prozent auf 231 Millionen €. Die bereinigte EBITDA-Marge erhöhte sich von 16,0 Prozent im Vorjahresquartal auf 16,6 Prozent.