Chemieverband fordert zukunftsfähige Industriepolitik

Erfolgsfaktoren für den Industriestandort Deutschland

17.12.2010 - Deutschland

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat auf seiner Jahrespresse­konferenz 2010 zentrale Erfolgsfaktoren für die Zukunft des Industriestandorts Deutschland benannt. „Mit einer industriepolitischen Gesamtstrategie der Bundesregierung, bezahlbarer und zuverlässiger Energieversorgung sowie durch mehr gesellschaftlichen Dialog für die Realisierung von Großprojekten kann Deutschland wettbewerbsfähig bleiben und dabei nachhaltiges Wachstum generieren“, sagte VCI-Präsident Klaus Engel in Frankfurt „Planungssicherheit ist eine unabdingbare Voraussetzung für Investitionen und somit für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland.“

Das Industrieland Deutschland brauche eine industriepolitische Gesamtstrategie, um den Standort fit für die Zukunft zu machen, erklärte Engel. „Es muss jetzt stärker als bisher darum gehen, eine Politik für die ganze Industrie zu machen.“ Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hatte vergangenen Monat ein Konzept vorgelegt, das nach Ansicht des VCI den richtigen Weg zeigt. In Deutschland müssen demnach vor allem die Forschung intensiviert, die Bildung verbessert und die Infrastruktur modernisiert werden. Mit Blick nach Berlin sagte Engel: „Jetzt wäre gut, wenn aus der Initiative des Wirtschaftsministers eine Gesamt­anstrengung der Bundesregierung würde.“

Der VCI-Präsident erinnerte außerdem daran, dass eine bezahlbare und sichere Energieversorgung für die chemische Industrie als energieintensive Branche unverzichtbar sei. Das Energiekonzept der Bundesregierung würdigte er als ersten Schritt für den Umbau des Systems hin zu erneuerbaren Energiequellen. „Es fehlt aber eine Roadmap, wie die Infrastruktur dafür aufgebaut werden soll. Ohne Speichertechnik und zusätzliche Leitungsnetze kann es keine stabile Energieversorgung mit Wind- und Solarstrom geben. Außerdem brauchen wir einen realistischen Finanzierungsplan“, mahnte Engel. Da es zusätzlich bislang keine grenzüberschreitende Energie-Infrastruktur gebe, begrüßte er die Pläne von EU-Kommissar Oettinger, mit denen Hindernisse und Engpässe im europäischen Energiebinnenmarkt beseitigt werden sollen.

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