CALCITECH präsentiert einzigartiges und umweltfreundliches Herstellungsverfahren für PCC

13.09.2002

Leuna (ots) - Die CalciTech Ltd. präsentiert heute erstmals öffentlich ihre in diesem Sommer erfolgreich in Leuna, Sachsen-Anhalt, in Betrieb genommene kommerzielle Testanlage für die Produktion von PCC. In der Versuchsanlage wird der von CalciTech entwickelte einzigartige Prozess zur Herstellung von weißpigmentiertem gefälltem Calciumcarbonat (PCC) getestet. Mit einer Jahresproduktionskapazität von 800 Tonnen kann die Anlage potenzielle Abnehmer mit umfangreichen Materialproben des von CalciTech entwickelten PCC beliefern. Für CalciTech ist das der Startschuss in Richtung der vollen Vermarktung der Technologie.

In der zweiten Stufe wird Ende 2002 in Leuna mit dem Bau einer Anlage mit einem jährlichem Produktionsvolumen von 40.000 Tonnen begonnen. Hierbei handelt es sich um eine Investition im Umfang von rund 12 Millionen Euro. CalciTechs einzigartige Abfallumwandlungs-Technologie erlaubt die Inanspruchnahme von Fördergelder und vergünstigter Kredite in Höhe von bis zu 50 Prozent der Investitionssumme. Die weitere Finanzierung wird durch Projektmittel und Eigenkapital getragen. Der Produktionsstart ist für das Frühjahr 2004 vorgesehen. PCC findet als Weißpigment und Füllstoff in der Produktion von Papier, Gummi und Plastik, Dichtungsmitteln und Klebstoffen, Anstrich- und Druckfarben, Kosmetika, Nahrungsmitteln und Pharmazeutika Verwendung. Da PCC heute insbesondere als Füllmaterial in der Papierherstellung gebraucht wird, wird CalciTech sich zunächst auf den größeren Bereich der Papierbeschichtung fokussieren, einem Markt der allein in etwa einem Volumen von 3 Mrd. US-Dollar entspricht und entsprechende Chancen eröffnet.

Die Inbetriebnahme der kommerziellen Testanlage stellt für CalciTech einen bedeutenden Meilenstein in der Unternehmensgeschichte dar. Für die Region Leuna ist der Technologietransfer gleichzeitig ein positiver Schritt zur Verbesserung der Umweltqualität. CalciTechs einzigartiger Prozess bereitet lokal anfallenden Abfall und CO2 in werthaltiges PCC auf. Roger A. Leopard, President von CalciTech, erläuterte: "Ich bin stolz darauf, nach über fünf Jahren und zehn Millionen US-Dollar Entwicklungsaufwand, Ihnen hier in Leuna die Früchte unserer Arbeit präsentieren zu dürfen. Die Testanlage stellt eine Vergrößerung der Labor Pilotanlage um das 60-fache dar. Der nächste Schritt, der Bau der Großanlage, stellt nur eine Vergrößerung um den Faktor 15 dar und ist dadurch eher eine Herausforderung bezüglich der Finanzierung. Der erfolgreiche Anlauf der Testanlage hat die technische Machbarkeit unter Beweis gestellt. Wir haben daher die angesehene Ingenieurfirma W S Atkins beauftragt, das erste kommerzielle Projekt in Leuna umzusetzen."

Dass die Standortwahl für die erste kommerzielle Produktionsstätte auf Leuna fiel, dafür waren unter anderem die umfangreichen Vorkommen an Carbidkalk auf der nahegelegenen Abfallhalde verantwortlich. Diese befindet sich im Besitz der MDSE Mitteldeutschen Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH. Das für den Produktionsprozess benötigte Roh-CO2 wird von der Linde AG bezogen, die am gleichen Standort eine Gas Produktion unterhält.

Dr. Harald Rötschke, Geschäftsführer der MDSE, kommentierte: "Das Verfahren der CalciTech ist in unseren Augen ein wirklich gelungener Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Es verwendet vorhandene Abfälle (Ressourcenschonung) und wandelt sie unter Nutzung des Treibhausgases CO2 (Umweltschutz) zu einem wirtschaftlich nutzbaren Produkt hoher Qualität um. Der Rückbau der Deponie verbessert dabei gleichzeitig das Landschaftsbild und somit die Lebensqualität der Menschen."

Hermann Wunram, Leiter On-Site-Management der Linde AG, Geschäftsbereich Linde Gas, die als kompetenter und zuverlässiger Partner für die Gaseversorgung am Standort das Roh-CO2 zur Verfügung stellt, sieht nach der erfolgreichen Zusammenarbeit bei der Pilotanlage ebenfalls positive Aspekte im Umweltschutz, aber auch in der weiteren Entwicklung des Standortes und der Region Mitteldeutschland.

Andreas Hiltermann, Geschäftsführer der InfraLeuna Infrastruktur und Service GmbH, begrüßt die Investition von Calcitech als "weiteren Baustein am Standort, der einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung innovativer Technologien und zum Umweltschutz darstellt".

Neben den klaren ökologischen Vorteilen der Technologie, besitzt das CalciTech PCC verschiedene Eigenschaften, die es vom konventionellen PCC stark unterscheidet. Zunächst ermöglicht die Aufbereitung von Abfällen eine sehr kostengünstige Herstellung. Darüber hinaus gibt der einzigartige patentierte Prozess dem Produkt eine besonders hochwertige Beschaffenheit in Bezug auf eine höhere Reinheit, einen kristallenen Charakter, eine kleinere Partikelgröße (im Nano-Bereich) und eine genauere Größenverteilung. Diese qualitativen Merkmale öffnen die Tür für ganz neue Anwendungsgebiete wie etwa den Ersatz von Kaolin und GCC in der Papierbeschichtung.

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