Brüssel prüft Abspracheverdacht bei Bayer und ExxonMobil
Anzeigen
Brüssel/Leverkusen (dpa) - Die EU-Kommission prüft mögliche Preisabsprachen bei Gummi-Chemikalien und dem Asphaltbestandteil Bitumen. In zwei getrennten Verfahren habe es bereits Durchsuchungen gegeben, verlautete am Donnerstag in Brüssel. Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer sowie der US-Ölkonzern ExxonMobil sind von Ermittlungen betroffen. Sprecher der Unternehmen bestätigten am Donnerstag, dass die Wettbewerbshüter vorstellig geworden seien. Angeblich soll auch das US-Unternehmen Crompton betroffen sein.
In der Asphaltbranche habe es zu Monatsbeginn unangemeldete Besuche bei Unternehmen in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Portugal und Spanien gegeben, hieß es in Brüssel. Dem Vernehmen nach bezieht sich die Untersuchung bei ExxonMobil auf diesen Bereich, während es bei Bayer und Crompton um mögliche Absprachen bei Chemikalien gehe, die für die Reifenherstellung verwendet würden.
Die Bayer AG will mit der EU-Kommission wegen des Verdachts auf wettbewerbswidrige Absprachen zusammenarbeiten. «Bayer kooperiert mit den Behörden», sagte ein Sprecher in Leverkusen der dpa. Von den Behörden seien Geschäftsunterlagen sowohl in Leverkusen als auch in den USA durchgesehen worden. Betroffen von den Ermittlungen sei das Geschäftsfeld Kautschuk-Chemikalien, in dem 2001 rund 290 Millionen Euro Umsatz erzielt wurde. Dazu gehören Gummi-Alterungsschutzmittel.
ExxonMobil bestätigte, dass die EU-Kommission bei dem Unternehmen gewesen sei. «Es war aber keine Durchsuchung und es wurde nichts beschlagnahmt», sagte eine Unternehmenssprecherin in Hamburg. ExxonMobil habe mit der EU-Kommission kooperiert und einige Fotokopien ausgehändigt. Nähere Einzelheiten wollte das Unternehmen nicht nennen, da es sich um ein laufendes Verfahren handele.
Preisabsprachen zum Schaden von Kunden und Verbrauchern sind in der EU verboten. Falls die Kommission Kartellverfahren eröffnet und die Vorwürfe beweisen kann, drohen hohe Geldstrafen von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes.
Meistgelesene News
Weitere News aus dem Ressort Wirtschaft & Finanzen
Holen Sie sich die Chemie-Branche in Ihren Posteingang
Mit dem Absenden des Formulars willigen Sie ein, dass Ihnen die LUMITOS AG den oder die oben ausgewählten Newsletter per E-Mail zusendet. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch die LUMITOS AG erfolgt auf Basis unserer Datenschutzerklärung. LUMITOS darf Sie zum Zwecke der Werbung oder der Markt- und Meinungsforschung per E-Mail kontaktieren. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen gegenüber der LUMITOS AG, Ernst-Augustin-Str. 2, 12489 Berlin oder per E-Mail unter widerruf@lumitos.com mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Zudem ist in jeder E-Mail ein Link zur Abbestellung des entsprechenden Newsletters enthalten.