Forscher: Extra-Dosis GABA bewahrt die geistige Frische
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Washington (dpa) - Dem Geheimnis ewiger Jugend sind Wissenschaftler aus den USA und China auf der Spur. In Tierversuchen fanden die Forscher heraus, dass Informationen im Gehirn langsamer verarbeitet werden, wenn die Produktion des chemischen Botenstoffs GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) in hohem Alter nachlässt. Wie dieser Prozess eventuell umgekehrt werden könnte, beschreibt das Team um Audie Leventhal von der Medizinischen Universität Salt Lake City (US-Bundesstaat Utah) im Wissenschaftsjournal «Science» (Bd. 300, S. 812-815) vom Freitag.
Gehirnzellen seien wählerisch, erläutern die Forscher. Die GABA-Transmitter helfen ihn zu sortieren, auf welche bestimmten Reize sie reagieren. Nur so könne das Gehirn optimal funktionieren, heißt es in «Science». Wenn Nervenzellen aber altern, werden sie offenbar mit weniger GABA versorgt und leiten Signale ungefiltert weiter. Leventhal vergleicht dieses Reizfeuerwerk mit einem Stromausfall in New York.
«Wenn alle Pförtnermechanismen wie Ampeln ausgeschaltet sind, würde man annehmen, dass der Verkehr schneller fließt. Tut er aber nicht.» Auf ähnliche Weise würden auch kognitive Abläufe gebremst, wenn nicht mehr ausreichend GABA zur Verfügung stehe. Dies wirke sich nachteilig auf Sprache, Motorik und zum Beispiel die Sehkraft aus.
Seine Erkenntnis leitet das Team aus einer Studie über die visuellen Fähigkeiten der «ältesten Affen der Welt» ab. Die Tiere leben in einer Forschungskolonie in Kunming (China) und sind mehr als 30 Jahre alt - doppelt so alt wie ihre Artgenossen in freier Wildbahn. In Menschenjahren gerechnet wären sie weit über 90.
Affen und Menschen büßen mit zunehmendem Alter ihre Sehkraft ein. Das Auge selbst wird mit der Zeit schwächer. Doch der für den Sehsinn zuständige Teil des Gehirns ist scheinbar mit verantwortlich, sagen die Forscher. Denn als den greisen Tieren GABA oder GABA verstärkende Substanzen verabreicht wurden, erhöhte sich der Prozentsatz ihrer hoch selektiven Nervenzellen deutlich.
Auf die geistigen Kräfte der jüngeren Tiere hatte die Extra-Dosis allerdings keinen nennenswerten Effekt. Die Wissenschaftler hoffen, dass sich ihr Ergebnis auch auf andere Teile des Gehirns übertragen lässt. Sollte der GABA-Mangel tatsächlich die Ursache für nachlassende geistige Frische sein, wäre das Problem relativ einfach zu beheben, sagt Leventhal. Es gebe bereits Medikamente, die die Produktion des Botenstoffs anregen.
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