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Fehling-Probe



Die Fehling-Probe dient zum Nachweis einer Aldehydgruppe (-CHO) in Aldehyden und reduzierenden Zuckern.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

  Zur Durchführung der Fehling-Probe verwendet man zwei Lösungen als Nachweisreagenzien, die nach Hermann Fehling als "Fehling I" und "Fehling II" bezeichnet werden.

Die hellblaue Fehlingsche Lösung I ist eine verdünnte Kupfer(II)-sulfat-Lösung (70 g Kupfersulfat-pentahydrat (CuSO4 · 5 H2O) auf 1 L Wasser auffüllen). Die farblose Fehlingsche Lösung II ist eine alkalische Kaliumnatriumtartrat-Lösung (100 g Natriumhydroxid (NaOH) in ca. 500 mL Wasser (H2O) lösen und darin 340 g Kaliumnatriumtartrat-tetrahydrat (KNaC4H4O6 · 4 H2O) lösen und auf 1 L auffüllen). Der Zusatz von 150 ml reinstem Glycerin vor dem Auffüllen mit Wasser verlängert die Haltbarkeit einer selbst angesetzten Lösung. Nach Zusammenführen gleicher Volumina beider Fehling-Lösungen besitzt das Fehling-Reagenz aufgrund der Komplexbildung der Cu(II)-Ionen mit den Tartrat-Ionen eine charakteristische, dunkelblaue Farbe. Nach Zugabe der Testsubstanz erfolgt in der Wärme die Reduktion der Kupfer(II)-Ionen erst zu gelbem Kupfer(I)-hydroxid (CuOH) und dann eine Umlagerung zu Kupfer(I)-oxid (Cu2O).

Aldehyde werden nach Zugabe von Fehling-Reagenz zu Carbonsäuren oxidiert, während das Kupfersulfat (CuSO4) zu Kupfer(I)-oxid (Cu2O) reduziert wird und als rotbrauner Niederschlag ausfällt. Bei längerem Erhitzen oder bei einfacheren Aldehyden wie Formaldehyd oder Acetaldehyd kann auch elementares Kupfer entstehen.

Die Fehlingprobe - eine Redoxreaktion

Da die Oxidation der Probesubstanz durch Reduktion der Kupfer(II)-Ionen erfolgt, kann die Gesamtreaktion wie bei allen Redoxreaktionen in eine Oxidations- und Reduktionsreaktion zerlegt werden. Dabei wird im nachfolgenden Beispiel zur Vereinfachung nicht berücksichtigt, dass die Kupferionen eigentlich in einem Komplex mit Tartrat-Ionen (Kupfertartrat) vorliegen:


Oxidation:

\mathrm{R\!-\!CHO + 2\,OH^{\operatorname{-}} \longrightarrow R\!-\!COOH + H_2O + 2\,e^{\operatorname{-}}}

Reduktion:

\mathrm{2\,Cu^{2\operatorname{+}} + 2\,OH^{\operatorname{-}} + 2\,e^{\operatorname{-}}\longrightarrow Cu_2O + H_2O}

Redoxreaktion:

\mathrm{2\,Cu^{2\operatorname{+}} + R-CHO + 4\,OH^{\operatorname{-}} \longrightarrow Cu_2O + R\!-\!COOH + 2\,H_2O}


Da die Reaktion in alkalischer Umgebung stattfindet, wird die entstehende Carboxylgruppe durch Hydroxidionen zur Carboxylatgruppe im Sinne einer Säure-Base-Reaktion deprotoniert:

\mathrm{R\!-\!COOH + OH^{\operatorname{-}} \longrightarrow R\!-\!COO^{\operatorname{-}} + H_2O}


Zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass Ketone von der Fehlingschen Lösung nicht oxidiert werden. Der Nachweis erlaubt folglich eine Unterscheidung zwischen einem Keton und Aldehyd. Eine Ausnahme bilden Saccharide, z.B. Fructose (Keton), das aufgrund intramolekularer Protonenwanderung im alkalischen Medium auch in Aldehydform vorliegen kann (Tautomerie).


Weitere Nachweisreaktionen für Aldehyde:

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Fehling-Probe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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