01.09.2022 - Bundesverband Deutsche Startups e.V.

Sinkendes Geschäftsklima im Startup-Ökosystem – Krisen trüben Blick in die Zukunft

Größte Schwierigkeiten beim Zugang zu Kapital und Talenten

Das Geschäftsklima in der deutschen Startup-Szene, erhoben im Rahmen des Deutschen Startup Monitors im Mai und Juni 2022, ist im Vergleich zum Vorjahr um 10 Punkte von 52,2 auf 42,2 gesunken. Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sind also im Startup-Ökosystem angekommen. Gleichzeitig liegt der Indikator damit noch über dem Wert zu Beginn der Corona-Pandemie (31,8 im Mai/Juni 2020). Die Stimmung in der etablierten Wirtschaft trübt sich zwischen Juni 2021 und 2022 noch deutlicher ein: von 22,5 auf 1,8.

Große Unsicherheiten beim Blick in die Zukunft

Während sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage sogar leicht positiv entwickelt, hat sich die Zukunftserwartung massiv eingetrübt: 2021 gingen noch 72,1% von einer positiven Entwicklung der Geschäftslage aus, 2022 nur noch 54,2% - damit liegt dieser Wert sogar unter dem des Corona-Krisenjahres 2020. „Wir stehen vor großen Unsicherheiten und die Gründer*innen gehen davon aus, dass das wirtschaftliche Umfeld auch im Startup-Bereich zunehmend schwieriger wird“, so Dr. Gesa Miczaika, stellvertretende Vorsitzende beim Startup-Verband.

Kapital und Köpfe als zentrale Hemmnisse

Als zentrale Hemmnisse ihrer Geschäftstätigkeit identifizieren Startups aktuell Finanzierungsengpässe (43,8%) und den Fachkräftemangel (35,3%). Gestörte Lieferketten und die Inflation werden dagegen mit je 28% seltener als Probleme benannt, was den Unterschied zur etablierten Wirtschaft verdeutlicht: Startups sind hier mit ihren oftmals digitalen Geschäftsmodellen weniger anfällig. Dass die aktuellen Krisen das Startup-Ökosystem dennoch hart treffen, zeigt der Blick auf ausgewählte Branchen. Im FinTech-Sektor, der stark von der generellen Wirtschafts- und Finanzierungslage abhängig ist und im Kontext der Pandemie profitierte, sind sowohl die positive Einschätzung der aktuellen Situation (2021: 67,2%, 2022: 50,0%) als auch die optimistischen Zukunftserwartungen (2021: 73,4%, 2022: 42,9%) besonders deutlich eingebrochen.

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