8 Millionen Euro für die Materialien von morgen
DeepTech-Startup alqem skaliert seine KI-Plattform zur Materialforschung
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alqem, ein DeepTech-Startup, das eine KI-Plattform zur Entdeckung und Kommerzialisierung neuartiger Materialien entwickelt, hat eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 8 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wurde gemeinsam von UVC Partners und Union Square Ventures geführt. Gegründet wurde das Unternehmen von dem Team hinter Alexandria – der weltweit führenden offenen Materialdatenbank, die zahlreiche Universitäten und Unternehmen in der KI-gestützten Materialforschung nutzen.
Den Kern der KI-Plattform bilden zwei eigene Datenfundamente: eine Datenbank vorhergesagter Materialien in einem bisher unerreichten Umfang sowie hochwertige Trainingsdaten für Materialeigenschaften, die es in dieser Form zuvor nicht gab. Eigene Laborkapazitäten zur Synthese stellen sicher, dass aus digitalen Vorhersagen reale Materialien werden.
Unentdeckte Materialien für die nächste technologische Ära
Bronze, Eisen, Stahl, Silizium: Jede bedeutende technologische Ära wurde durch neue Materialien geprägt. Von den theoretisch möglichen kristallinen Verbindungen ist jedoch nur ein Bruchteil jemals synthetisiert worden. Hunderte Millionen Möglichkeiten bleiben unentdeckt. Gleichzeitig gerät die Versorgung mit kritischen Rohstoffen zunehmend in die Hände weniger Länder.
Hochleistungspermanentmagnete – unverzichtbar für Elektrofahrzeuge, Windkraftanlagen, Robotik und Verteidigungssysteme – werden zu rund 90 Prozent in China produziert. Jüngste Exportbeschränkungen haben die Materialversorgung zu einer geopolitischen Schlüsselfrage gemacht.
„Wir haben erstmals eine Karte des Materialuniversums. Hunderte Millionen Möglichkeiten – weit mehr als die wenigen bisher bekannten Verbindungen, die wir jetzt systematisch erschließen können. Materialien, die Elektrofahrzeuge effizienter, Windturbinen leistungsstärker und kritische Lieferketten unabhängig von der Produktion in einem einzigen Land machen könnten", sagt Dr. Hanh Nguyen, CEO, alqem.
Der letzte Durchbruch bei Permanentmagneten liegt mehr als 40 Jahre zurück
Die Suche nach neuen Materialien ist keine Odyssee mehr. Sie ist eine gezielte Reise. alqems Mission ist es, den Weg von der wissenschaftlichen Vorhersage zur industriellen Anwendung von Jahrzehnten auf Jahre – oder sogar Monate – zu verkürzen. Die KI-Plattform hat bereits eine Pipeline vielversprechender Kandidaten
für Magnete ohne seltene Erden entwickelt, deren vorhergesagte Leistungsfähigkeit anhand experimenteller Daten validiert wurde. Indem die KI-Plattform Hunderte von Millionen an Möglichkeiten auf eine handhabbare Auswahl eingrenzt und experimentelle Analyse, die typischerweise Stunden dauert, automatisiert, wird sie
mit jeder Iteration präziser.
„Wir beginnen dort, wo der Bedarf am größten ist: bei Magneten ohne seltene Erden – ein Produkt, das die Welt dringend braucht, denn seltene Erden können seit Jahrzehnten nicht ersetzt werden. Aber die KI-Plattform, die wir aufbauen, ist nicht auf eine Materialklasse beschränkt", sagt Dr. Nguyen.
Neben der KI-Plattform arbeitet alqem am Aufbau einer europäischen Lieferkette für kritische Materialien. Diese Arbeit unterstützt den Aufbau von DeepTech-, Forschungs-, Ingenieur- und Fertigungsarbeitsplätzen an den Standorten München und Coimbra.
Von Alexandria zu alqem: Wissenschaftliche Exzellenz und Technologie
Drei technische Grundlagen tragen die KI-Plattform. Die erste ist al-mine: eine proprietäre Datenbank vorhergesagter stabiler kristalliner Verbindungen, die gezielt auf ungiftige, kosteneffiziente Elemente ohne ausgerichtet ist. Die zweite ist al-oracle: ein Set hochwertiger, domänenspezifischer Trainingsdaten für Materialeigenschaften, das das Team über Jahre aufgebaut hat. Beide bauen auf Alexandria auf, der offenen Materialdatenbank, die von alqem-Mitgründer Dr. Tiago Cerqueira (CTO) und wissenschaftlichem Berater Prof. Miguel Marques gemeinsam entwickelt wurde – ein Beleg dafür, dass dieses Team den wissenschaftlichen
Standard in diesem Feld gesetzt hat, lange bevor alqem existierte. Die dritte Grundlage ist eine eigene Synthese- und Charakterisierungskapazität, verankert durch Mitgründer Prof. Milan Allan, Lehrstuhlinhaber für Experimentalphysik an der LMU München.
Kooperationen und Unterstützer
Die Arbeit von alqem wird durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden im Bereich magnetischer Materialien der nächsten Generation unterstützt. Die Zusammenarbeit wird von Prof. Claudia Felser geleitet, Direktorin des Instituts und Vizepräsidentin der Max-Planck-Gesellschaft. Sie ist wissenschaftliche Beraterin von alqem, ebenso wie Prof. Miguel Marques (Ruhr-Universität Bochum) und Michael Viertler, ehemaliger Senior Partner und Managing Partner München bei
McKinsey. Zu den Forschungspartnern zählen die LMU München, die TU München, Técnico Lissabon, die Universität Porto und die Universität Coimbra.
„alqem ist ein Startup, das Weltklasse-Wissenschaft in ein Unternehmen übersetzt, das eine der strategisch wichtigsten industriellen Herausforderungen Europas angeht. Fortschrittliche Materialien stehen im Mittelpunkt der Technologien, die die nächsten Jahrzehnte prägen werden – von sauberer Energie über Mobilität bis hin zur Verteidigung. alqem hat die einzigartige wissenschaftliche Grundlage und den unternehmerischen Antrieb, um in diesem Bereich zum prägenden Akteur zu werden", sagt Amanda Birkenholz, Principal, UVC Partners.
„Einen wirklich neuen Permanentmagneten zu entdecken, gehört zu den schwierigsten Problemen der Materialwissenschaft. Der letzte echte Durchbruch liegt über vierzig Jahre zurück. Das Besondere am Ansatz von alqem ist, dass er nicht bei der Vorhersage stehen bleibt. In unserer Zusammenarbeit bringen wir genau die seltenerdfreien Kandidaten auf den experimentellen Prüfstand, auf die die Forschung seit Langem wartet. Und es ist die Verbindung aus großangelegtem computergestütztem Screening und konsequenter Synthese, die mich überzeugt, dass das funktionieren kann”, sagt Prof. Claudia Felser, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Chemische Physik Fester Stoffe und Vizepräsidentin der Max-Planck-Gesellschaft.
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