KIT-Forscher Patrick Lott erhält DECHEMA-Preis 2026

Die 20.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt seine Forschung zum dynamischen Reaktorbetrieb

22.07.2026

Privatdozent Dr. Patrick Lott vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erhält den DECHEMA-Preis. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt seine innovativen und wegweisenden Arbeiten zum dynamischen Betrieb heterogen katalysierter Reaktionen – insbesondere unter extremen Bedingungen. Die Preisverleihung findet am 17. September 2026 beim DECHEMA FORUM in Frankfurt am Main statt.

P. Lott

Patrick Lott (KIT) erhält DECHEMA-Preis

Heterogen katalysierte Reaktionen sind Grundlage zahlreicher industrieller Prozesse – in der Praxis laufen sie jedoch häufig nicht unter idealen, konstanten Bedingungen ab. Wechselnde Lastzustände, schwankende Zusammensetzungen der Reaktionsgemische, Temperatur- und Druckänderungen stellen Katalysatoren und Reaktoren vor große Herausforderungen. Die Arbeiten von Patrick Lott leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, solche Prozesse gezielt dynamisch zu betreiben und Dynamik nicht als Störgröße, sondern als Werkzeug für bessere Performance, Stabilität und Regeneration zu nutzen.

Die Anwendungsnähe seiner Forschung zeigt sich besonders in der Umweltkatalyse und der Methan-Konversion. Patrick Lott untersuchte unter anderem Strategien, um Deaktivierungseffekte in der Methanoxidation zu adressieren und die Leistungsfähigkeit von Katalysatoren durch dynamische Regeneration zu verbessern. Darüber hinaus leistete er Beiträge zur Methan-Valorisierung, etwa durch Arbeiten zur oxidativen Methankopplung bei sehr kurzen Verweilzeiten sowie zur Methan- und Biogaspyrolyse zur Wasserstofferzeugung mit fester Kohlenstoffabscheidung. Seine Ergebnisse weisen dabei auch in Richtung Pilotanwendung.

Patrick Lott studierte Chemie am KIT und schloss dort Bachelor- und Masterstudium ab. Unterstützt durch ein Doktorandenstipendium des Fonds der Chemischen Industrie promovierte er 2019 am KIT (summa cum laude) in Chemischer Technologie mit Arbeiten zur Emissionskontrolle mager betriebener Erdgasmotoren mittels palladiumbasierter Methanoxidationskatalysatoren. Seit 2020 leitet er dort die Gruppe „Catalytic Reactors“ und ist zudem Chief Technology Officer am Center for Emission Control Karlsruhe sowie Geschäftsführer des KIT-Spin-offs chemogy GmbH. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde er unter anderem mit dem Exzellenzpreis der VAA Stiftung (2020) und dem FCTKA Preis der Freunde der Chemischen Technik Karlsruhe e.V. (2023) ausgezeichnet. Seine Habilitation im Fach Technische Chemie am KIT schloss er im April 2026 erfolgreich ab.

Der DECHEMA-Preis wird vergeben für herausragende Forschungsarbeiten, die die Technische Chemie, die Verfahrenstechnik, die Biotechnologie und das Chemische Apparatewesen betreffen. Dabei werden Arbeiten jüngerer Wissenschaftler, im frühen Stadium der Karriere, die zum Beispiel noch keine unbefristete Professorenstelle oder eine entsprechende Stelle in Industrie oder Forschungseinrichtungen innehaben, besonders berücksichtigt. Als wichtige Gesichtspunkte für die Beurteilung gelten Originalität sowie wissenschaftlicher und technischer Fortschritt. Die Arbeiten sollen vorzugsweise an europäischen Hochschul-Instituten, wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen oder in industrieller Tätigkeit ausgeführt worden sein. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

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