Professor Dr. Matthias Driess erhält Wacker-Siliconpreis 2011

11.10.2011 - Deutschland

Der Münchner Chemiekonzern Wacker hat den mit 10.000 EUR dotierten Wacker Silicone Award 2011 an den Leiter des Lehrstuhls für Metallorganische und Anorganische Chemie an der TU Berlin, Prof. Dr. Matthias Drieß, verliehen. Dr. Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, begründete die Entscheidung mit den zukunftsweisenden Arbeiten des Preisträgers auf dem Gebiet niedervalenter Siliciumverbindungen, die aufgrund ihrer Isolierbarkeit und ihres Reaktivitätsverhaltens heute vielversprechende Bausteine der siliciumorganischen Chemie darstellen und beispielsweise die Herstellung edelmetallfreier Katalysatoren ermöglichen.

Wacker-Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Staudigl würdigte die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen des Preisträgers auf dem Gebiet der siliciumorganischen Chemie. „Mit seinen wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet von Silicium-Phosphor-Verbindungen und Silylenen, die vielversprechende Synthesebausteine der siliciumorganischen Chemie darstellen, hat Professor Drieß Pionierarbeit geleistet“, sagte Staudigl.

Das Forschungsfeld von Prof. Drieß umfasst ein breites Themenspektrum. Seine wissenschaftlichen Arbeiten reichen von der photokatalytischen Wasserspaltung bis hin zu neuartigen Siliciumverbindungen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören fundamentale Arbeiten zur Chemie niedervalenter Siliciumverbindungen wie etwa die Siliciumanaloga von stickstoff-heterocyclischen Carbenen. Durch geschickte Modifizierung des heterocyclischen Gerüstes gelang es Prof. Drieß, Silylenen einen zwitterionischen Charakter zu verleihen. Sie zeigen dadurch ein verändertes Reaktionsverhalten und erlauben eine breite Palette an Reaktionsmöglichkeiten sowohl mit elektrophilen als auch nukleophilen Reagenzien.

Als besonders interessant bezeichnete der Wacker-Vorstandsvorsitzende die Fähigkeit der so genannten „Drieß´schen Silylene“, reaktionsträge Bindungen kleiner Moleküle wie Sauerstoff, Distickstoffoxid oder Kohlendioxid zu aktivieren. Dr. Rudolf Staudigl: „Dies bietet die Möglichkeit, Siliciumverbindungen in Zukunft als edelmetallfreie Katalysatoren einzusetzen.“

Prof. Dr. Matthias Drieß, 1961 in Eisenach geboren, studierte in Heidelberg Chemie. 1988 promovierte er im Arbeitskreis von Prof. Dr. Walter Siebert. Nach einem einjährigen Aufenthalt als Post-Doc bei Prof. Robert West in Madison/Wisconsin (USA), der im gleichen Jahr den Wacker Siliconpreis erhielt, habilitierte er sich 1993 mit einer Arbeit zum Thema „Silicium und Phosphor in ungewöhnlicher Koordination“. Drei Jahre später wurde er auf den Lehrstuhl für Anorganische Chemie an der Ruhr-Universität Bochum berufen. Seit Juli 2004 hat Prof. Drieß den Lehrstuhl für Metallorganische und Anorganische Chemie an der TU Berlin inne.

Als Sprecher des Exzellenzclusters „Unifying Concepts in Catalysis” (UniCat) beschäftigt sich Prof. Drieß mit der Entwicklung effektiver Katalysatorsysteme und im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts „Light2Hydrogen“ insbesondere mit der photokatalytischen Wasserspaltung. Im Bereich der Nanotechnologie gilt sein Interesse metallorganischen Vorstufen zur Herstellung von nanoskaligen Materialien, die unter anderem in Zukunftstechnologien wie der Optoelektronik zum Einsatz gelangen sollen.

Weitere News aus dem Ressort Wissenschaft

Meistgelesene News

Weitere News von unseren anderen Portalen

Revolutioniert künstliche Intelligenz die Chemie?