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L. B. Bohle vereint im Technology Center erstmals alle Teile der kontinuierlichen Produktion

15.04.2015

Kontinuierliche Prozesse in der pharmazeutischen Produktion beschäftigen die Spezialmaschinenbauer von L. B. Bohle Maschinen + Verfahren GmbH schon seit Jahren. Mit der feierlichen Eröffnung des Technology Centers haben Konstrukteure, Wissenschaftler, Pharmazeuten und IT-Entwickler jetzt erstmals in einer modularen Anlage den Regelkreis über den gesamten Prozess mit Produktion, Sensorik, Analytik und Steuerung geschlossen.

„Sobald die Freigabe der FDA vorliegt, kann auch die Großserie starten, ohne erst aufwendig eine neue Produktionslinie zu entwickeln, aufzubauen und zu validieren.“ erklärt Dr. Hubertus Rehbaum, wissenschaftlicher Leiter bei Bohle.

Zwei wesentliche Ideen bilden die Grundlage für das erfolgreiche Entwicklungsprojekt: Erstens müssen die besten Maschinen für die einzelnen Produktionsschritte physisch und datentechnisch optimal mit einander verknüpft werden. „Wir haben unsere anerkannte Premiumqualität in den Bereichen Granulation und Coating in die Waagschale gelegt und mit den Unternehmen Gericke und Korsch zwei weitere Technologieführer für das kontinuierliche Mischen/Dosieren beziehungsweise das Tablettenpressen beteiligt“, sagt Initiator Lorenz Bohle.

Als zweites galt es, die Maschinen mit modernster Sensorik und Messtechnik auszustatten und über standardisierte Schnittstellen sämtliche Daten auf einer gemeinsamen Plattform zu integrieren. Diese Software-Integration schafft wiederum die Basis, um den kontinuierlichen Produktionsprozess permanent zentral zu überwachen, zu steuern und zu dokumentieren. „Neuste Verfahren der Spektroskopie wie NIR und Raman lassen diese präzise Messung und Analyse im Rahmen der einzelnen Produktionsschritte zu“, erklärt der wissenschaftliche Leiter Dr. Rehbaum. Deshalb seien mit Kaiser Optical Systems, Sentronic und Kraemer Elektronik die führenden Unternehmen auf diesem Gebiet in das Projekt einbezogen worden. Dennoch besteht eine große Herausforderung darin, diese gewonnen Daten auch direkt verarbeiten und nutzen zu können. Gemeinsam mit den IT-Partnern und den Wissenschaftlern der Universitäten mussten Modelle entwickelt werden, die verschiedenste Abläufe simulieren und entsprechende Maßnahmen bzw. Eingriffe definieren und automatisch einleiten. „Wir haben gemeinsam quasi die Intelligenz der Anlage entwickelt“, so Dr. Rehbaum. Dieser „Evolutions-Prozess“ wird sich auch in Zukunft weiter fortsetzen.

Höchst flexible Anlage

Im Technology Center am Bohle-Stammsitz in Ennigerloh können Pharma-Kunden jetzt die Vorzüge der kontinuierlichen Produktion live erleben. „Einmalig ist, dass hier die Tabletten-Produktion sowohl ohne Granulation, mit Trocken- oder mit Feuchtgranulation auf einer Anlage realisiert werden kann“, erklärt Lorenz Bohle. Das modulare Konzept der kontinuierlichen Fertigung hat für Hersteller erhebliche Zeitvorteile, weil zwischen den Prozessschritten keine aufwendigen Analysen der Produktproben vorgenommen werden müssen. Außerdem gewinnen Produzenten an Flexibilität, weil die Anlage schnell auf unterschiedliche Produkte umgerüstet werden kann.

Mehr als zwei Mio. € investiert

Allein in das Gebäude mit prägnanter Glasfront wurden zwei Millionen € investiert. „In den nächsten Jahren stellen wir mehrere Mio. € für die Kooperation bereit, um das Thema der kontinuierliche Fertigung weiter voranzutreiben“, kündigt der Inhaber an. Entscheidend für die Kunden sind das permanente und prozessübergreifende Messen, Überwachen und Steuern der Produktion. Die L. B. Bohle Maschinen + Verfahren GmbH wird als Investor die Regie im Technology Center übernehmen. „Wir holen die Experten nach Ennigerloh“, setzt Lorenz Bohle auf den Durchbruch der kontinuierlichen Produktionsverfahren in der Pharma-Industrie.

„Ganzheitlicher Ansatz“ als Vorteil

Diese Chance dazu sieht auch Partner Prof. Peter Kleinebudde von der Universität Düsseldorf: „Durch unsere langjährige und vertrauensvolle Kooperation war eine wissenschaftliche Zusammenarbeit zur Entwicklung der kontinuierlichen Produktions-Linie naheliegend.“ Interessant sei vor allem der „ganzheitliche Ansatz“, diese neue Art der Produktion voranzutreiben. „Ziel ist es, die einzelnen Prozessschritte zu verketten und  unter gleichbleibenden Parametern zu gewährleisten. Diese Sicherstellung konnte die Wissenschaft bis heute noch nicht garantieren“, sagt Prof. Peter Kleinebudde.

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