29.06.2017 - WITec Wissenschaftliche Instrumente und Technologie GmbH

WITec Paper Award 2017 für hervorragende wissenschaftliche Veröffentlichungen

Unter fast 60 Einsendungen für den WITec Paper Award 2017 ermittelte unsere Jury die drei besten Artikel. Sie waren von Wissenschaftlern aus Irland, Portugal sowie Deutschland eingereicht worden, die Übergangsmetall-Dichalcogenide (TMDC), Textilfasern und Zement mit konfokalen Raman-Mikroskopen von WITec untersuchten.

Die Artikel dokumentieren in eindrucksvoller Weise, wie sich mit dieser Technik aussagekräftige Informationen über Struktur und Zusammensetzung verschiedenster Materialien gewinnen lassen.




Paper Award GOLD

Maria O‘Brien vom Trinity College in Dublin (Irland)

  • Analyse der vier Übergangsmetall-Dichalcogenide (TMDs) MoS2, MoSe2, WS2 und WSe2. Mit ihren Kollegen Niall McEvoy, Damien Hanlon, Toby Hallam, Jonathan Coleman and Georg Duesberg untersuchte sie die Raman-Moden dieser Materialien, die von der Dicke der untersuchten Materialien und der Anordnung der einzelnen Moleküllagen abhängig sind. Im Rahmen dieser Studie zeigten die Autoren, dass die niederfrequenten Raman-Moden der TMDC weitere Informationen zu jenen liefern, die aus den üblicherweise verwendeten Raman-Moden höherer Frequenz gewonnen werden können. Daraus zogen sie den Schluss: „“This study presents a major stepping stone in fundamental understanding of layered materials as mapping the low-frequency modes allows the quality, symmetry, stacking configuration and layer number of 2D materials to be probed over large areas.” Die Autoren empfehlen, niederfrequente Raman-Moden für die Analyse solcher TMDs zu verwenden, die im hochfrequenten Raman-Spektrum keine deutlichen Änderungen in Abhängigkeit von Schichtdicke und –struktur zeigen.

Paper Award SILBER

Helena Nogueira von der Universität Aveiro (Portugal)

  • Die Wissenschaftlerin und ihre Co-Autoren Sara Fateixa, Manon Wilhelm und Tito Trindade hatten Leinenfasern auf verschiedene Weise mit Methylenblau gefärbt und den Färbeprozess mit Hilfe von dreidimensionaler Raman-Mikroskopie und SERS (surface enhanced Raman scattering) analysiert. Außerdem untersuchten sie, wie Nanopartikel aus Silber, die als antimikrobielle Substanzen auf Textilien aufgebracht werden, sich an die Fasern an- bzw. darin einlagern. Als Fazit schrieben die Forscher: “… Raman imaging and SERS are valuable assets that complement or eventually provide unique characterization data.”

Paper Award BRONZE

Jonas Higl von der Universität Ulm (Deutschland)

  • Analyse von Zement. Mit seinen Kollegen Marcus Köhler und Mika Lindén nutzte er die zerstörungsfreie Raman-Mikroskopie, um die verschiedenen Hydratphasen und –strukturen zu analysieren, die während der Reaktion zwischen Zement und dem Anmachwasser entstehen. Diese Hydratphasen lösen die Erstarrung des Zements aus und bestimmen die Festigkeit des Zementsteins. Die Studie ist nach Kenntnis der Autoren die erste, in der Raman-Mikroskopie zur Analyse von Zement verwendet wurde.

Der von der WITec GmbH alljährlich verliehene Preis zeichnet herausragende wissenschaftliche Veröffentlichungen aus, sofern im Rahmen der experimentellen Arbeiten ein WITec-Gerät verwendet wurde. Zu den Auswahlkriterien gehörten die Bedeutung der Arbeit für die Wissenschaft und die Originalität der verwendeten Techniken.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
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    Prof. Dr. Boris Mizaikoff

    Boris Mizaikoff, Jahrgang 1965, promovierte 1996 in Analytischer Chemie an der Technischen Universität Wien und hat sich im Jahr 2000 ebendort für das Fach Analytische Chemie habilitiert. Im Anschluss war er 2000–2007 am Georgia Institute of Technology (Atlanta, USA) an der School of Chemis ... mehr