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Grüne Chemie in der Membrantechnologie

Neuer Syntheseweg für Hochleistungskunststoffe entwickelt

21.10.2019

Hochleistungskunststoffe wie die verschiedenen Polysulfone oder auch das Polyvinylbenzol zeichnen sich vor allem durch Eigenschaften wie thermoplastische Stabilität, Resistenz gegen extreme pH-Werte oder ausgezeichnete optische Eigenschaften aus und finden breite Verwendung in der Medizin, aber auch der Industrie. Ein wesentliches Manko dieser Materialien: Für ihre Herstellung müssen oft toxische und umweltbelastende Reagenzien eingesetzt werden oder diese fallen als Abfallstoffe an. Viele dieser Verfahren erscheinen bisher alternativlos, um auch aufgrund des hohen Kostendrucks kompetitive Produkte auf dem Markt anbieten zu können. In dem jetzt abgeschlossenen Projekt "Funktionelle Membranen für biotechnologische Anwendungen - MembraTech" ist es den Wissenschaftlern aus dem Fachgebiet Biologische Chemie von Prof. Dr. Roderich Süssmuth gelungen, ein umweltschonendes Verfahren zu entwickeln, mit dem diese Kunststoffe nun schonend und umweltverträglicher modifiziert werden können.

Die Technologie wurde gemeinsam mit der Firma Pentracor GmbH (Hennigsdorf), im Rahmen einer Förderung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erarbeitet und soll nun patentiert werden.

Während ursprünglich nur Polyethersulfone (PES) und Polysulfone (PSF) als medizinisch-chemisch nutzbare Kunststoffe mit der Firma Pentracor avisiert waren, adressiert das maßgeblich von Dr. Victor Prisyazhnoy mitentwickelte Verfahren auch weitere Standardkunststoffe, wie zum Beispiel Polystyrole. Das neue Verfahren profitiert unter anderem von dem Einsatz eines neuen Katalysators. Nach den Prinzipien der Grünen Chemie arbeitet die Technologie bei Raumtemperatur und deshalb energieschonend, die anfallenden Abfallstoffe sind allesamt umweltverträglich und das Material kann recycelt werden.

Die so hergestellten Kunststoffe könnten breite Anwendung in der Chemie- oder auch Pharmaindustrie finden, zum Beispiel in der Dialyse, als Adsorber, in kunststoffbasierten Verfahren zur Wirkstoffproduktion oder auch in der Wasserreinigung.  Angedacht ist es auch, Membrane mit ganz neuen Eigenschaften zu entwickeln.

„Wir kooperieren in der Anwendung weiterhin mit dem Unternehmen Pentracor, suchen aber zusätzlich interessierte Firmen, die geeignete Testverfahren für diese innovativen Materialien zur Verfügung stellen“, so Roderich Süssmuth.

Die Ziele von EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) beinhalten die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie des Forschungs- und Entwicklungssektors durch die Förderung von innovativen Produkten, die aus der Zusammenarbeit von KMUs und universitärer Einrichtung in Berlin und Brandenburg entstehen.

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    Dr.-Ing. Henriette Nowothnick

    Jg. 1980, studierte Chemie an der Technischen Universität Berlin. Sie promovierte 2010 in der Arbeitsgruppe von Prof. R. Schomäcker über die Reaktionsführung der Suzuki-Kupplung in Mikro­emulsionen mit dem Ziel des Katalysator Re-using und der Produktisolierung. 2011 bis 2012 arbeitete sie ... mehr

    Dipl. Ing. Sonja Jost

    Jg. 1980, studierte Wirtschafts­ingenieurwesen / Technische Chemie an der Technischen Universität Berlin. Von 2006 bis 2011 erhielt sie verschiedene Forschungsstipendien im Bereich der homogenen chiralen Katalyse. 2011 bis 2012 war sie Projektleiterin eines Drittmittelprojekts zum Thema „Ka ... mehr

    Prof. Dr. Vera Meyer

    Vera Meyer, geb. 1970, studierte Biotechnologie an der Universität ­Sofia und der Technischen Universität Berlin, wo sie 2001 promovierte. Nach Forschungs- aufenthalten am Imperial College London und der Universität Leiden habilitierte sie 2008 an der Technischen Universität Berlin. Von 200 ... mehr

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