29.10.2020 - Bayer AG

Grünes Licht für Bayer und BASF: USA lassen umstrittenen Unkrautvernichter zu

Im Sommer hatte ein US-Gericht Dicamba die Zulassung entzogen - Jetzt kommt das Mittel doch auf den Markt

(dpa) Die US-Umweltbehörde EPA hat den Unkrautvernichter Dicamba trotz starker Kritik für fünf Jahre genehmigt. «Mit der Entscheidung haben Landwirte die nötige Planungssicherheit für ihre Anbausaison 2021», sagte EPA-Leiter Andrew Wheeler am Dienstag (Ortszeit). Die Zulassungen betreffen die Produkte XtendiMax von Bayer und Engenia von BASF sowie Tavium Plus der Schweizer Syngenta. Die Entscheidung der EPA ist allerdings umstritten.

Im Juni erst war der Verkauf von Dicamba in den USA nach Klagen juristisch untersagt worden. Ein Gericht in San Francisco hatte dem Umweltamt Fehler bei der ursprünglich 2018 erteilten Zulassung attestiert und dem Mittel die Registrierung entzogen.

EPA-Chef Wheeler betonte, die nun erteilte Genehmigung gehe mit neuen Kontrollmaßnahmen einher, die eine sichere und umweltschonende Anwendung der Produkte gewährleisten solle. So soll es einen Stichtag geben, bis zu dem Soja- und Baumwollfarmer das Mittel anwenden dürfen, und die Pufferzone zu anderen Feldern muss vergrößert werden. Hinzu kommt die Beimischung eines Wirkstoffs, der die Drift auf Nachbarfelder verringern soll.

Der Hintergrund: Dicamba sorgt schon lange für Aufregung und Zwist in der Landwirtschaft, denn das Herbizid vernichtet nicht nur Unkraut, sondern auch Nutzpflanzen - sofern diese nicht aus genetisch modifizierter Saat stammen und damit resistent sind. Dass Dicamba auf benachbarte Felder weht und die Ernte dort beschädigt, führt seit Jahren zu erbitterten Fehden zwischen US-Farmern. Bekannt machte das Mittel vor allem der 2018 von Bayer übernommene US-Saatgutriese Monsanto, der auch hinter dem nicht weniger umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat steht.

Ein Händler erklärte, Bayer könne nun XtendFlex-Sojabohnen für den Anbau in den USA auf den Markt bringen in Kombination mit dem XtendiMax-Unkrautvernichter. Wie stark der Umsatz in der neuen Saatsaison damit ausfalle, bleibe zunächst aber schwer abzuschätzen. So hatte Bayer die Anleger Ende September auf ein schwieriges Agrargeschäft 2021 eingestellt und dabei auch auf niedrige Preisen für wichtige Nutzpflanzen, intensiven Wettbewerb bei Soja und einen geringeren Biokraftstoffverbrauch verwiesen.

Den Bayer-Aktien halfen die Neuigkeiten aus den USA am Mittwoch nicht. Sie fielen in einem sehr schwachen Gesamtmarkt zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent. Die Bayer-Papiere kosteten zuletzt gut 40 Euro. Zum Vergleich: Im Frühjahr 2015 lag der Kurs noch bei 146 Euro. In vergangenen beiden Jahren litten sie vor allem unter den US-Rechtsstreitigkeiten rund um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Bayer
  • News

    Bayer: Weiterhin starke Geschäftsentwicklung

    Die Geschäfte des Bayer-Konzerns haben sich im 3. Quartal weiterhin stark entwickelt – und zwar in allen drei Divisionen. „Trotz der steigenden Inflation und der globalen Lieferkettenprobleme konnten wir Umsatz und Ergebnis erneut steigern“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am ... mehr

    Bayer: Sehr guter Jahresauftakt mit starkem Umsatz- und Ergebnisplus

    Der Bayer-Konzern ist sehr erfolgreich ins Jahr 2022 gestartet. „Wir haben ein sehr gutes Umsatz- und Ergebniswachstum erzielt. Vor allem unser Agrargeschäft hat erheblich zugelegt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am Dienstag bei der Vorlage der Mitteilung zum 1. Quartal. „Fü ... mehr

    Bayer veräußert Geschäftsbereich Environmental Science für professionelle Kunden für 2,6 Milliarden US-Dollar an Cinven

    Die Beteiligungsgesellschaft Cinven erwirbt den Geschäftsbereich Environmental Science für professionelle Kunden von Bayer. Der Kaufpreis beträgt 2,6 Milliarden US-Dollar (2,4 Milliarden Euro). „Durch diese Veräußerung können wir uns auf unser landwirtschaftliches Kerngeschäft und die erfol ... mehr

  • Firmen

    Bayer AG

    Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen wollen wir den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig wollen wir Werte schaf ... mehr

    Bayer Bitterfeld GmbH

    Die Bayer Bitterfeld GmbH wurde am 25. Oktober 1991 in das Handelsregister eingetragen. Ein Jahr später erfolgte die Grundsteinlegung für den ersten Betrieb, die Methylcellulose-Herstellung. Am 25.Mai 1994 wurde mit der Inbetriebnahme dieser Produktionsanlage Werkseröffnung gefeiert. Seit d ... mehr

    Bayer Industriepark Brunsbüttel

    Der Bayer Industriepark Brunsbüttel ist einer von fünf großen Standorten der Bayer AG in Deutschland. Die Bayer MaterialScience AG beschäftigt hier rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber in der Region. In fünf verschiedenen Berufen erlernen ru ... mehr

Mehr über BASF
Mehr über Environmental Protection Agency
  • News

    US-Umweltbehörde stuft Glyphosat weiter als nicht krebserregend ein

    (dpa) Die US-Umweltbehörde EPA hält das Pflanzengift Glyphosat im Gegensatz zu den jüngsten Gerichtsurteilen weiterhin nicht für krebserregend. «Die EPA geht weiter davon aus, dass keine Risiken für die öffentliche Gesundheit bestehen, wenn Glyphosat entsprechend der derzeit geltenden Anwei ... mehr

    Bayer gerät in Konflikt mit US-Umweltbehörde

    (dpa) Der Chemiekonzern Bayer stemmt sich gegen eine Aufforderung der US-Umweltbehörde EPA, den Einsatz des Schädlingsbekämpfers Flubendiamid in den USA zu stoppen. Der Wirkstoff kommt im Bayer-Insektizid Belt zum Einsatz und ist seit 2014 auch in der Europäischen Union zugelassen. Die US-U ... mehr

    DuPont zahlt Milliarden wegen Umweltverschmutzung

    (dpa-AFX) Den US-Chemieriesen Dupont kommen Verstöße gegen amerikanische Umweltgesetze teuer zu stehen. Der Konzern zahlt 1,85 Milliarden Dollar (1,42 Mrd Euro) im Rahmen eines Vergleichs mit der US-Umweltschutzbehörde EPA, da er nicht ordnungsgemäß über die Risiken eines Unkrautvernichters ... mehr