Wer macht am häufigsten einen Doktortitel: Chemiker, Mediziner oder BWLer?

Eine Fachrichtung nimmt mit 80 Prozent Promotionsquote eine Ausnahmestellung ein

26.01.2026
AI-generated image

Symbolbild

Im Fach Chemie führen rechnerisch vier von fünf Masterabschlüsse später zu Promotionen. Die meisten Doktorarbeiten werden im Fach Medizin verfasst. Dies zeigt ein aktueller DatenCHECK des CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Medizin Spitzenreiter bei Promotionszahlen mit steigenden Zahlen

Promotionen stellen den höchsten zu erlangenden Studienabschluss an deutschen Hochschulen dar. Laut Statistischem Bundesamt erhielten 2024 rund 28.000 Menschen ihren Doktortitel. Mit einer Anzahl von 7.400 wurde dabei jede vierte Promotion im Fach Medizin abgeschlossen. Ebenfalls beliebte Disziplinen sind Biologie oder Chemie mit rund 2.000 Promotionen im Jahr 2024.

Während die Zahl der Studienanfänger*innen in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen hat, ist die Zahl der Promotionen vergleichsweise konstant. „Dass sich die Entwicklung der Studierendenzahlen nicht in mehr Doktorarbeiten niederschlägt, könnte an einem ‚Deckeneffekt‘ liegen“, so Cort-Denis Hachmeister. „Dies bedeutet, dass die Anzahl der Promotionsmöglichkeiten, insbesondere deren Finanzierung durch Stipendien oder Projektstellen, nicht im gleichen Umfang mitgewachsen ist, wie die Zahl der Studierenden“, erklärt der CHE Datenexperte.

Überwiegender Teil der Chemiestudierenden promoviert später

Im 12-Jahres-Vergleich des DatenCHECKs vom CHE ist die Zahl der Promotionen in der Medizin von 2012 bis 2024 von rund 6.400 auf 7.400 gestiegen. Rückläufige Tendenzen gibt es dagegen in Fächern wie Biologie, Rechtswissenschaften, Betriebswirtschaftslehre oder Germanistik.

Des Weiteren wurde für den DatenCHECK das Verhältnis zwischen der Zahl der abgeschlossenen Promotionen und der Anzahl zur Promotion qualifizierender Studienabschlüsse auf Masterniveau an Universitäten untersucht. Hier nimmt die Chemie mit einer rechnerischen Promotionsquote von 80 Prozent eine Ausnahmestellung ein.

BWL – beliebtes Studienfach, geringe Promotionsquote

In der Biologie und der Medizin entscheiden sich jeweils 71 Prozent der Absolvent*innen für eine anschließende Promotion. In ingenieurwissenschaftlichen Fächern wie Maschinenbau/-wesen (24 %) oder Elektrotechnik (21 %) oder in den Sprach- und Kulturwissenschaften wie Geschichte (25 %) und Germanistik (19  %), jeweils ohne Lehramt-Studierende, wird dagegen deutlich seltener promoviert. In der Betriebswirtschaftslehre, dem beliebtesten Fach bei Studienanfänger*innen, promoviert nur rund jede*r zwanzigste Masterabsolvent*in.

Bei den berechneten Promotionsquoten gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass auch Promotionen von Personen mit einfließen, die zuvor im Ausland oder in anderen Fächern als dem späteren Promotionsfach studiert haben.

Weitere News aus dem Ressort Karriere

Meistgelesene News

Weitere News von unseren anderen Portalen

So nah, da werden
selbst Moleküle rot...