31.05.2021 - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

KI-gestützter Roboter hilft beim Pipettieren

Freiburger Forschende erhalten EXIST-Stipendium für ihr Gründungsvorhaben „goodBot“

Ob in der Medizin, Pharmazie, Biologie oder Chemie: Pipetten sind für Mitarbeitende in Laboren wichtige Instrumente, um Flüssigkeiten zu übertragen. Die genaue Ausführung des Pipettierens ist insbesondere dann von großer Bedeutung, sobald Wissenschaftler Experimente reproduzieren. Die Freiburger Julius Wiener, Tobias Zundel und Oliver Brunner möchten mit der Gründung von „goodBot“ die Arbeit für Labormitarbeitende erleichtern. Zusammen entwickeln sie einen Roboter, der direkt am Arbeitsplatz automatisiert pipettiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Team mit ihrem Mentor Prof. Dr. Wilfried Weber vom Institut für Biologie II der Universität Freiburg seit Mai 2021 mit einer Fördersumme von 141.000 Euro.

Bislang ist es in Forschungslaboren eine Herausforderung, Experimente exakt zu wiederholen. „Einer der dabei wichtigsten Faktoren ist das Pipettieren, was aber zugleich die größte Fehlerquelle darstellt. Die Automatisierung des Pipettierens kann solche Fehler vermeiden“, erklärt Wiener. Der Roboter „goodBot“ soll Laboranten demnach als dritter Arm dienen und so das Pipettieren erleichtern und präzisieren.

Bisher werden Pipettier-Roboter vorrangig in Diagnostiklaboren und industriellen Laboren eingesetzt. Das Freiburger Gründungsteam möchte Automatisierung nun für alle Labore zugänglich machen. „Der Roboter lässt sich direkt am Arbeitsplatz des Laboranten aufstellen, wodurch die Arbeit mit dem Roboter intuitiv und der wertvolle Laborplatz bewahrt wird“, sagt Wiener. Tägliche Aufgaben wie beispielsweise die DNA-Extraktion würden sich von den Mitarbeitenden leicht programmieren lassen können, da eine Künstliche Intelligenz die Laborgegenstände erkennt.

Darüber hinaus stellt das Gründungsteam eine Onlineplattform bereit, die es Forschenden ermöglicht, ihre Arbeitsprotokolle zu teilen. So lassen sich neue Techniken implementieren, die andere Wissenschaftler bereits entwickelt haben. Momentan sind die Gründer mit ihrem Roboter in der Testphase und auf der Suche nach Partnerlaboren, um Pilotprojekte durchzuführen.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Uni Freiburg
  • News

    Entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Biomasse in Methan identifiziert

    Die mikrobielle Produktion von Methan aus organischem Material ist ein wesentlicher Prozess im globalen Kohlenstoffkreislauf und eine wichtige Quelle für erneuerbare Energie. Dieser natürliche Vorgang beruht auf einer kooperativen Interaktion zwischen unterschiedlichen Mikroorganismen-Typen ... mehr

    „Regenbogen-Grafiken sind schön, aber für die Wissenschaft nicht geeignet“

    Bunte Karten und Abbildungen mit regenbogenfarbigen Verläufen aus wissenschaftlichen Arbeiten dienen oft als Hingucker in Zeitschriften und werden in den sozialen Medien gerne geteilt. Hydrologe Dr. Michael Stölzle vom Institut für Geo- und Umweltnaturwissenschaften der Universität Freiburg ... mehr

    Belastungen in Kunststoffen und Bauteilen sichtbar machen

    Einem Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Michael Sommer, Inhaber der Professur Polymerchemie der Technischen Universität Chemnitz und  PD Dr. Michael Walter, Projektleiter am Exzellenzcluster Living, Adaptive and Energy-autonomous Materials Systems (livMatS) der Albert-Ludwigs-Unive ... mehr

  • q&more Artikel

    Modulare Biofabriken auf Zellebene

    Der „gebürtige Bioorganiker“ hatte sich bei seiner Vorliebe für komplexe Molekülarchitekturen nie die klassische Einteilung von synthetischen Polymeren und biologischen Makromolekülen zu eigen gemacht. Moleküle sind nun mal aus Atomen zusammengesetzt, die einen wie die anderen, warum da ein ... mehr

    Lesezeichen

    Aus einer pluripotenten Stammzelle kann sowohl eine Muskel- als auch eine Leberzelle entstehen, die trotz ihres unterschiedlichen Erscheinungsbildes genetisch identisch sind. Aus ein und demselben ­Genotyp können also verschiedene Phänotypen entstehen – die Epigenetik macht es möglich! Sie ... mehr

  • Autoren

    Dr. Stefan Schiller

    Stefan M. Schiller, Jg. 1971, studierte Chemie mit Schwerpunkt Makromolekulare und Biochemie in Gießen, Mainz und an der University of Massachusetts. Er promovierte bis 2003 am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz über biomimetische Membransysteme, es folgten Forschungsaufentha ... mehr

    Julia M. Wagner

    Julia M. Wagner studierte Pharmazie in Freiburg (Approbation 2008). Seit 2008 ist sie Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitskreis von Professor Dr. M. Jung. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der zellulären Wirkung von Histon-Desacetylase-Inhibitoren. mehr

    Prof. Dr. Manfred Jung

    Manfred Jung hat an der Universität Marburg Pharmazie studiert (Approbation 1990) und wurde dort in pharmazeutischer Chemie bei W. Hanefeld promoviert. Nach einem Postdoktorat an der Universität Ottawa, Kanada begann er 1994 am Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Münster mit ... mehr