Chemiearbeitgeber fordern tarifpolitische Atempause
Derzeit werden in der deutschen Chemieindustrie Tausende Arbeitsplätze abgebaut oder stehen zur Disposition
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Am 14. Januar 2026 trafen die Chemiearbeitgeber und die Gewerkschaft IGBCE für den Bezirk Nordrhein zum Auftakt der diesjährigen bundesweiten Chemie-Tarifrunde in Köln aufeinander. Die Verhandlungen blieben ohne Ergebnis und sollen am 3. Februar auf der Bundesebene fortgesetzt werden.
Randolf Bursian, Verhandlungsführer der Chemiearbeitgeber Nordrhein und Thomas Meiers, Verhandlungsführer IGBCE Nordrhein
Landesausschuss der Arbeitgeberverbände der chemischen Industrie von NRW e.V.
Die IGBCE fordert eine Erhöhung der Einkommen für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden, die die Kaufkraft weiter stärkt, sowie tarifliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung.
In einer intensiven und kontroversen Debatte erklärte der Verhandlungsführer der Chemiearbeitgeber Nordrhein, Randolf Bursian, dass historisch schlechte Umstände die deutsche Chemieindustrie belasten: „Hohe Energie- und Arbeitskosten, steigender Importdruck und neue Zölle, überbordende Bürokratie und schwache Nachfrage, geopolitische Verschiebungen und tiefgreifende strukturelle Veränderungen setzen die Unternehmen massiv unter Druck. Die Auslastung liegt auf einem historisch niedrigen Niveau. Tarifliche Regelungen müssen den Unternehmen Luft zum Atmen lassen, um Innovationen, Transformation und den Erhalt industrieller Wertschöpfung in Deutschland und in unserer Region zu ermöglichen. Eine tarifpolitische Atempause ist unverzichtbar“, unterstreicht Bursian.
Derzeit werden in der deutschen Chemieindustrie Tausende Arbeitsplätze abgebaut oder stehen zur Disposition. „Wir erleben auch hier in Nordrhein Anlagenschließungen und damit einhergehende Arbeitsplatzverluste infolge fehlender Wettbewerbsfähigkeit. Wenn einzelne Bausteine aus dem Verbundsystem wegbrechen, ist das ganze Produktionsnetzwerk der Region gefährdet“, verdeutlicht Friedrich Überacker, Geschäftsführer der Chemiearbeitgeber Nordrhein. „Sichere Arbeitsplätze lassen sich nicht verordnen, weder durch die Politik noch durch die Sozialpartner auf Branchenebene. Je schneller wir wieder wettbewerbsfähig werden, desto besser sind die Perspektiven für eine sichere Beschäftigung“, so Überacker.