Jülicher Chemiker erhält „ERC Starting Grant“ über 1,5 Millionen Euro

19.06.2012 - Deutschland

Der Chemiker Paul Kögerler erhält einen „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrates (ERC). In einem zweistufigen Verfahren hat sich der Jülicher Wissenschaftler im Wettbewerb der europäischen Nachwuchselite erfolgreich behauptet. Für seine Forschung an Materialien für die Computer von morgen erhält er rund 1,5 Millionen Euro Fördergeld, verteilt auf fünf Jahre.

Quelle: Forschungszentrum Jülich

Prof. Paul Kögerler

Die „Starting Grants“ des Europäischen Forschungsrats ermöglichen exzellenten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in Europa, Grundlagenforschung zu betreiben und ein eigenes Forschungsteam auszubauen. Der ERC fördert bahnbrechende und visionäre Forschung, bei der die Grenzen zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung, zwischen klassischen Disziplinen und zwischen Forschung und Technologie aufgehoben werden. Mit einer Mischung aus Grundlagen- und angewandter Forschung soll die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des europäischen Forschungsraums gesteigert werden.

Prof. Paul Kögerler, Jahrgang 1971, ist seit 2006 Gruppenleiter für molekularen Magnetismus am Jülicher Peter Grünberg Institut – Elektronische Eigenschaften und Universitätsprofessor für das Fach Anorganische Chemie an der RWTH Aachen. Die molekularen Magnete, die er erforscht, sollen eines Tages für eine Revolutionen in der Mikroelektronik sorgen: Als zentrale Bestandteile von Bauteilen wie Transistoren versprechen sie eine Reihe entscheidender Vorteile. Diese reichen von einem extrem niedrigen Energieverbrauch bis zu hochkomplexen Schaltfunktionen, die sich mit konventioneller Halbleiter-Logik nur wesentlich aufwändiger realisieren lassen. Grundlage dieser Eigenschaften ist die gemeinsame Nutzung der magnetischen und elektronischen Quantenzustände eines einzelnen magnetischen Moleküls.

„Mit dem Projekt „Synthetic Expansion of Magnetic Molecules Into Spintronic Devices“ (MOLSPINTRON) setzen wir am technischen Knackpunkt dieser molekularen Spinelektronik an – der exakten Kontaktierung des Moleküls“, erläutert Kögerler. „Wir nutzen hierzu besonders stabile magnetische Metalloxid-Nanomoleküle, an deren Oberfläche die Kontakte mit sowohl leitenden wie nichtleitenden Grenzflächen mit atomarer Präzision aufgebaut werden können.“

Dieses Ziel verfolgt Kögerler in enger Kooperation mit mehreren Gruppen am Peter Grünberg-Institut und an der RWTH Aachen, im Rahmen der Jülich Aachen Research Alliance, Sektion JARA-FIT.

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