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Kupferazid



Strukturformel
Allgemeines
Name Kupferazid
Andere Namen

Kupferazid

Summenformel Cu(N3)2
CAS-Nummer [14215-30-6]
Kurzbeschreibung Explosionsgefährlicher Feststoff
Eigenschaften
Molare Masse 147,59 g/mol[1]
Aggregatzustand fest
Dichte -
Schmelzpunkt Unbekannt (Verpuffung 202-205 °C)
Siedepunkt -
Dampfdruck

-

Löslichkeit

Wasserunlöslich, Löslich in Essigsäure und verdünnte Mineralsäuren

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung
R- und S-Sätze R: 1-3-25-61-3-20/22-50/53-62
S: 53-45-6-61
MAK

-

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Kupferazid ist das Kupfersalz der Stickstoffwasserstoffsäure. Es ist explosionsgefährlich und findet wegen der hohen Empfindlichkeit gegenüber Reibung und Druck keine Anwendung.

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Inhaltsverzeichnis

Verwendung

Kupferazid gehört zu den Initialsprengstoffen. Die grüne Modifikation ist die empfindlichste. Sie explodiert oft bereits bei Berührung. Unter dem 2 kg Fallhammer explodiert sie bei einer Fallhöhe von unter 1 cm. Die schwarze/braune Modifikation bei 1 cm und die gelbe mit einem 1 kg Fallhammer von 7 bis 8 cm. Bemerkenswert ist die hohe Initierfähigkeit von Nitropenta wobei nur 0,0004 g Kupferazid ausreichen, um das Nitropenta zur Detonation zu bringen. Kupferazid hat große Bedeutung für die Praxis, da es neben Kupfer(I)-azid bei längerer Einwirkung von Bleiazid auf Kupfer oder dessen Legierungen entstehen kann.

Modifikationen

Gemäß Urbanski sind vier verschiedene Modifikationen bekannt: Die wasserfreie Verbindung ist braun mit rötlichem Schein. Die grüne Modifikation entsteht bei Einwirkung von Stickstoffwasserstoffsäure auf Kupferhydroxid oder auf Kupferoxid. Manchmal hat es eine mehr graue Farbe. Erwärmung in Wasser führt zur Hydrolyse unter Entstehung basischen Kupferazids welches eine gelbe Farbe hat.

Stoffdaten

Herstellung

Braune/schwarze Modifikation

Diese Form entstand durch das Einwirken von Lithiumazid auf Kupfer(II)-nitrat in alkoholischer Lösung. Nach der Methode von Curtius entsteht diese Verbindung durch Einwirkung von Stickstoffwasserstoffsäure auf metallisches Kupfer in wässrigem Medium. Dies ist die wasserfreie Verbindung.


Grüne Modifikation

Es bildet sich durch Einwirkung von Stickstoffwasserstoffsäure auf Kupferhydroxid oder (Straumanis und Cirulis) auf Kupfer(II)-oxid. Manchmal hat es eine mehr graue Farbe.

Gelbe Modifikation

Erwärmung in Wasser (Wöhler und Krupko, 1913) führt zur Hydrolyse unter Entstehung basischen Kupferazids. Sehr lange Erwärmung verursacht nach Straumanis und Cirulis die vollkommene Hydrolyse, wobei Kupferoxid und freie Säuren frei werden.

Komplexsalze

Die Komplexsalze des Kupferazids sind ebenfalls explosiv. So ist das Salz Cu(NH3)4 (N3)2 bedeutend weniger schlagempfindlich (1 kg aus einer Höhe von 20 cm). Ausnahmsweise starke Initiiereigenschaften hat das komplexe Kupfer-Lithiumhexaazid Li4(Cu(N3)6).

Warnung

Kupferazid ist kaum zu handhaben. Von der Herstellung ist dringendst abzuraten, da es durch wesentlich sicherere Initialsprengstoffe ersetzbar ist. Es bietet keinerlei Vorzüge.


Quellen

Chemie und Technologie der Explosivstoffen Band 3 / T.Urbanski

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kupferazid aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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