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Pyrrol



Strukturformel
Allgemeines
Name Pyrrol
Andere Namen

Azol, Imidol

Summenformel C4H5N
CAS-Nummer 109-97-7
Kurzbeschreibung farblose Flüssigkeit
Eigenschaften
Molare Masse 67,09 g·mol−1
Aggregatzustand flüssig
Dichte 0,975 g·cm−3
Schmelzpunkt −23,4 °C
Siedepunkt 131 °C
Dampfdruck

9 hPa (20 °C)

Löslichkeit

gut löslich in Ethanol, 60 g/l (in Wasser)

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung
R- und S-Sätze R: 10-20-25-41
S: 26-37/39-45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Pyrrol (systematischer Name nach IUPAC: Azol) ist eine organisch-chemische Verbindung aus der Gruppe der Heteroaromaten. Aus Pyrrol-Ringen sind beispielsweise die Porphyrine, darunter Porphin, Häm und Chlorophyll, das Vitamin B12 und die Gallenfarbstoffe (Bilirubin, Urobilin) aufgebaut. Der Ursprung des Namens kommt aus dem Griechischen (pyrros = feuerrot).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Eigenschaften

Pyrrol wurde 1834 von F. F. Runge im Steinkohlenteer aufgefunden und isoliert. Später fand man es auch im Knochenteer und im Knochenöl.

In reinem Zustand ist Pyrrol eine farblose Flüssigkeit von chloroformähnlichem Geruch, die sich an der Luft mit der Zeit braun verfärbt und verharzt. Pyrroldämpfe färben einen mit Salzsäure befeuchteten Fichtenspan rot. Dies ist eine qualitative Nachweisreaktion für Pyrrol und war der historische Grund für die Benennung.


Pyrrol (genauer: 1H-Pyrrol) ist im Vergleich zu den übrigen Aminen nur sehr schwach basisch (pKb 13,6), weil das freie Elektronenpaar an der Ausbildung des aromatischen π-Elektronensextetts beteiligt ist und folglich bei Protonierung am Stickstoffatom die Aromatizität aufgehoben wird.
Dagegen kann die NH-Gruppe ohne Verlust der Aromatizität deprotoniert werden. Der pKs-Wert liegt bei etwa 25 und entspricht damit der Acidität von Acetylen. Beispielsweise reagiert Pyrrol mit metallischem Kalium unter Wasserstoffentwicklung zu Pyrrylkalium:


Herstellung

Industriell wird Pyrrol aus Furan und Ammoniak synthetisiert:


Weiterhin kann es aus Butin-1,4-diol durch Erhitzen mit Ammoniak unter Druck gewonnen werden:


Substituierte Pyrrole gewinnt man über die Knorrsche Pyrrolsynthese oder über die Paal-Knorr-Synthese aus substituierten 1,4-Diketon, die z. B. durch Oxidation von zwei Claisenester-Produkten mit Iod erzeugt werden.

Derivate

Literatur

  • V. v. Richter: Organische Chemie. Verlag Friedrich Cohen, Bonn 1913, Bd. II, S. 722 (Entdeckung)
  • Beyer/Walter: Lehrbuch der organischen Chemie. 19. Auflage. Hirzel Verlag, Stuttgart 1981, S. 668 ff. (Nachweisreaktion, Synthesen, Reaktionen)
  • Eicher/Hauptmann: Heterocyclic Chemistry. 2. Auflage. WILEY-VCH GmbH, Weinheim 2003, S. 86-98 (Struktur, physikalische Eigenschaften, spektroskopische Eigenschaften; chemische Eigenschaften, Synthesen; wichtige Derivate, Naturstoffe, Medikamente; Nutzen als Reagenz, Baustein, Auxiliar in der org. Synthese)

Sicherheitsdatenblätter

Sicherheitsdatenblätter für Pyrrole verschiedener Hersteller in alphabetischer Reihenfolge:

  • Acros
  • Alfa Aesar
  • Merck
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pyrrol aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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