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Der Druck auf die Chemie-Industrie wächst

10.09.2019

In die anstehenden Tarifverhandlungen der chemisch-pharmazeutischen Industrie gehen die Arbeitgeber mit schwerem Gepäck. Den Forderungen der Gewerkschaft nach mehr Lohn und mehr Freizeit für die Beschäftigten stehen rote Zahlen und Fachkräftemangel gegenüber.

„Die Chemie-Branche schreibt rote Zahlen bei Umsätzen, Produktion und Aufträgen. Wir sind bereits im ersten Halbjahr weit unter dem Niveau des Vorjahres. Das holen wir nicht mehr ein“, betont Bernd Vogler.

Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Chemie Rheinland-Pfalz geht nicht von einer Belebung aus: „Das Chemie-Geschäft ist global eingebrochen. Die Unternehmen der Branche melden massive Gewinnrückgänge. Die Stimmung in den Unternehmen ist schlecht - Stagnation und Rückgänge erwarten die Unternehmer auch in den kommenden Monaten.“

Gleichzeitig müssen die Betriebe viel investieren, um Herausforderungen wie die Digitalisierung und auch den Strukturwandel in der Automobilindustrie zu stemmen. „Als Automobilzulieferer spürt die Chemiebranche den Wandel deutlich“, verweist Vogler auf die schwierige Lage.

Damit reagierten die Chemie-Arbeitgeber auf die heutige Forderung der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE) für Rheinland-Pfalz und das Saarland. Neben spürbaren Lohnsteigerungen fordert die Gewerkschaft eine tarifliche Pflegezusatzversicherung sowie mehr Zeitsouveränität für die Beschäftigten.

Die Arbeitgeber halten dagegen, dass die Forderung der IG BCE zu einem schlechten Zeitpunkt kommt. „Wenn zu den wirtschaftlichen Herausforderungen noch zusätzliche Belastungen kommen, wird dies zu einem größeren Problem für die Betriebe“, so Vogler.

In den kommenden Tarifverhandlungen wollen die Arbeitgeber den Fokus auf den Erhalt der Standorte in Rheinland-Pfalz lenken: „Kostendisziplin und mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten sind Schlüssel zum Erfolg eines Zukunftspaktes“, unterstreicht Vogler. Beginnen will er damit in der Wirtschaftsdebatte für Rheinland-Pfalz am 02. Oktober 2019 in Mainz. Dort wird für die rund 70.000 Beschäftigten in den Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes verhandelt.

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