Erneuerbare Energien und digitale Lösungen für eine widerstandsfähige Aquakultur

Die EU fördert das dreijährige Horizon-Europe-Projekt mit 4,9 Millionen Euro

23.10.2026
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Symbolbild

Das EU-Projekt DANUBEAQUA soll die Aquakultur in der Donau- und Schwarzmeerregion durch erneuerbare Energien und digitale Lösungen widerstandsfähiger, energieeffizienter und nachhaltiger machen. Das auf drei Jahre angelegte Horizon-Europe-Projekt verbindet technologische Entwicklung mit praktischen Demonstrationen und der aktiven Beteiligung von Aquakulturbetreibern. Die EU fördert es mit 4,9 Millionen Euro für drei Jahre.

Das Horizon-Europe-Projekt DANUBEAQUA wurde mit einem Kick-off-Meeting vom 22. bis 24. September 2026 in Budapest, Ungarn, offiziell gestartet. Das Projekt wird im Rahmen des Horizon-Europe-Calls „Supporting the implementation of the Restore our Ocean and Waters Mission (HORIZON-MISS-2025-03)” gefördert und vereint ein Konsortium aus 20 Partnern, darunter zwei assoziierte Partner, aus zehn europäischen Ländern. Koordiniert wird das Projekt von der Hungarian Aquaculture Technology and Innovation Platform (HUNATIP) in Ungarn. Für die Laufzeit von drei Jahren (2026-2029) stehen insgesamt 4,9 Millionen Euro an EU-Fördermitteln zur Verfügung.

Das Steinbeis Europa Zentrum unterstützte die Entwicklung des DANUBEAQUA- Antrags und begleitet die Projektpartner bei der Koordination. Es leitet die Aktivitäten in den Bereichen Kommunikation, Verbreitung und Verwertung der Projektergebnisse.

Nachhaltigen Wandel in der Aquakultur vorantreiben

Die Aquakultur spielt eine wichtige Rolle für die europäische Lebensmittelversorgung, steht jedoch vor wachsenden Herausforderungen. Fischfarmen in der Donau- und Schwarzmeerregion sind zunehmend von steigenden Energiekosten, der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, den Folgen des Klimawandels sowie dem Bedarf betroffen, Ressourcen effizienter zu nutzen und gleichzeitig Wasserqualität und Biodiversität zu schützen. Gleichzeitig fehlt vielen Betrieben der Zugang zu praxiserprobten Lösungen, die sie bei einer nachhaltigen Transformation unterstützen können.

Das Projekt DANUBEAQUA begegnet diesen Herausforderungen, indem es erneuerbare Energietechnologien und digitale Werkzeuge erfolgreich in Aquakulturbetriebe integriert. Das zentrale Ziel des Projekts besteht darin, auf Betriebsebene einen Netto-Null-Energieverbrauch zu erreichen. Dazu werden erneuerbare Energiequellen wie Solarenergie, Windenergie und Biogas mit modernen digitalen Technologien zur Energieüberwachung und -optimierung kombiniert. Neben der Verringerung von Umweltauswirkungen soll das Projekt die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Aquakulturbetrieben stärken und zugleich zu einer nachhaltigeren und klimaneutralen Blue Economy in der Donau- und Schwarzmeerregion beitragen.

Von der Innovation zur praktischen Anwendung

DANUBEAQUA verfolgt einen integrierten Multi-Akteurs-Ansatz, der technologische Innovation, Systemmodellierung, die Einbindung relevanter Interessengruppen sowie Demonstrationen unter realen Bedingungen miteinander verbindet. Im Projekt werden energieeffiziente Produktionsmethoden entwickelt und validiert, die erneuerbare Energiesysteme, Monitoring-Technologien und ein optimiertes Fütterungsmanagement in den Betriebsalltag integrieren.

Zu den zentralen Innovationen zählen aquakulturspezifische Energiemanagementsysteme, digitale Monitoring-Plattformen, KI-gestützte Entscheidungsunterstützungssysteme sowie Präzisionstechnologien zur Überwachung der Wasserqualität und Optimierung der Fütterung. Diese Lösungen sollen die Ressourceneffizienz erhöhen, den Energieverbrauch senken und eine transparentere sowie umweltverträglichere Produktion unterstützen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Erprobung. Erneuerbare Energien und digitale Technologien werden an sieben Demonstrationsstandorten in fünf Ländern (Tschechien, Österreich, Slowakei, Ungarn und Rumänien) getestet und demonstriert. Durch Betriebsbesichtigungen, Vorführungen sowie den direkten Austausch zwischen Aquakulturbetreibern soll die Übernahme von Lösungen gefördert werden, die sowohl technisch wirksam als auch praktisch umsetzbar sind.

Aquakulturbetreiber im Mittelpunkt

Ein Grundprinzip von DANUBEAQUA ist die aktive Einbindung von Aquakulturbetreibern während der gesamten Projektlaufzeit. Sie werden über Konsultationen, Umfragen und Workshops an der gemeinsamen Entwicklung und Validierung von Lösungen beteiligt. Parallel dazu unterstützen gezielte Schulungsmaßnahmen den Wissenstransfer in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und digitale Technologien.

Darüber hinaus bindet das Projekt junge Fachkräfte über die FEAP NextGen Academy ein und trägt damit zum Kompetenzaufbau in der Branche sowie zur Förderung der nächsten Generation von Fachkräften in der Aquakultur bei.

Konsortium und Kick-off-Meeting

Das DANUBEAQUA-Konsortium vereint Forschungseinrichtungen, Universitäten, kleine und mittlere Unternehmen, Erzeugerverbände, Genossenschaften, Technologieanbieter und politische Netzwerke. Diese breite Partnerschaft gewährleistet Fachwissen entlang der gesamten aquakulturellen Wertschöpfungskette – von der Technologieentwicklung und Demonstration bis hin zur Einbindung von Interessengruppen und der Erarbeitung politischer Empfehlungen.

Im Rahmen des Kick-off-Meetings in Budapest besuchten die Projektpartner außerdem einen der Demonstrationsstandorte, die Aranyponty Halászati Zrt. in Rétimajor, Ungarn. Der Besuch bot einen direkten Einblick in die Auswirkungen anhaltender Trockenperioden auf die Aquakulturproduktion der Region. Bei einer technischen Besichtigung des Betriebs konnten bestehende Anwendungen erneuerbarer Energien, darunter Photovoltaikanlagen, besichtigt werden. Gleichzeitig wurden die geplanten technologischen Entwicklungen vorgestellt, die im Verlauf des Projekts implementiert, getestet und demonstriert werden sollen. In den kommenden drei Jahren wird DANUBEAQUA eng mit Aquakulturbetreibern, Technologieanbietern, Forschenden und politischen Entscheidungsträgern zusammenarbeiten, um praxisnahe Wege für resilientere, energieeffizientere und nachhaltigere Aquakultursysteme in der Donau- und Schwarzmeerregion aufzuzeigen.

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