20.08.2010 - Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg e.V.

Chemiekonjunktur Baden-Württemberg: Aufschwung ist spürbar

Spürbare Umsatzzuwächse im Inland

Die chemische Industrie in Baden-Württemberg hat die Talsohle der Krise durchschritten: Im ersten Halbjahr 2010 wuchs der Umsatz der Branche um 5,6 Prozent auf insgesamt 6,8 Milliarden Euro. Die schwere Krise mit Umsatzeinbußen von fast zehn Prozent gehört damit erst einmal der Vergangenheit an, teilten die Chemie-Verbände Baden-Württemberg mit.

Gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres wuchsen die Inlandsumsätze um 8,7 Prozent, die Auslandsumsätze um 3,5 Prozent. Baden-Württembergs Chemie wächst damit deutlich langsamer als die Chemie im Bund (Zuwachs 16 Prozent, davon Ausland plus 18 Prozent, Inlandsumsätze plus 13 Prozent), was insbesondere an der Entwicklung im Bereich Pharma liegt. Auch das verarbeitende Gewerbe im Land wuchs mit 15,4 Prozent deutlich stärker.

Die Pharmaindustrie (Anteil 37 Prozent an der Gesamtbranche) musste in Baden-Württemberg ein Umsatzminus von 3,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro verbuchen. Dies ist vor allem auf deutlich sinkende Auslandsumsätze (- 4,5 Prozent) zurückzuführen. Die Beschäftigung bei den Arzneimittelherstellern ist mit einem Zuwachs von 0.1 Prozent leicht positiv.

Bei den Farben- und Lackherstellern (Branchenanteil 11 Prozent) macht sich das Anziehen der Konjunktur auf dem Bau und bei den Fahrzeugherstellern bemerkbar mit einem Umsatzplus von 11,1 Prozent, davon 14,2 Prozent im Ausland und 9,7 Prozent im Inland.

Insgesamt beschäftigten die baden-württembergischen Chemie-Unternehmen im ersten Halbjahr 2,7 Prozent weniger Mitarbeiter als noch ein Jahr zuvor. Der Beschäftigungsabbau hält an. Er ist allerdings deutlich geringer als im gesamten Verarbeitenden Gewerbe im Land (- 4,6 Prozent).

Prognose 2. Halbjahr

Das Wachstum im zweiten Halbjahr wird sich voraussichtlich deutlich abschwächen. Insgesamt wird ein Umsatzplus von unter fünf Prozent erwartet. Dies hängt einerseits mit dem Auslaufen von Konjunkturprogrammen im In- und Ausland zusammen, andererseits auch mit der Konsolidierung der Staatsfinanzen in der Europäischen Union.

Gesetzesvorhaben wie das geplante Sparpaket der Bundesregierung mit der Erhöhung der Energiesteuer und die Gesundheitsreform können zu einer weiteren Verlangsamung der Konjunkturerholung führen. Ein Vorkrisen-Niveau beim Chemie-Umsatz ist daher nicht vor Ende kommenden Jahres zu erwarten.

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