06.07.2011 - Süd-Chemie AG

Weg für schnellere Marktdurchdringung für LFP geebnet

Hydro-Québec, Universität von Montréal, CNRS und Süd-Chemie vereinbaren Vergabe von Unterlizenzen für Batteriematerialien LMP und LFP

Die Eigentümer der Schlüsselpatente an Lithium Metall Phosphaten (LMP), unter anderem Lithiumeisenphosphat (LFP) und weiteren damit verbundenen Batteriematerialien, haben gemeinsam mit der Süd-Chemie AG, München, die Basis für eine breite und schnelle weltweite Vermarktung dieser Batteriematerialien gelegt. LMP/LFP ist ein innovatives, leistungsfähiges und sicheres Kathodenmaterial für wiederaufladbare Batterien. Wiederaufladbare Batterien haben enorme Bedeutung im Wirtschaftsleben der Menschen gewonnen. Mobiltelefone, Laptops und Hybrid- und Elektrofahrzeuge würden ohne diese Technologie nicht existieren. Die LMP/LFP-Technologie spielt eine wichtige Rolle in zahlreichen Anwendungen, unter anderem in Batterien für Elektro- und Hybridautos sowie in der stationären Energiespeicherung für moderne "Smart Grid"-Anwendungen.

In der Vergangenheit war die Süd-Chemie über ihre Tochtergesellschaft Phostech Lithium Inc. der alleinige lizenzierte Lieferant von LMP/LFP. Nun hat die Süd-Chemie mit den drei Patentinhabern, Hydro-Québec, der Universität von Montréal und dem CNRS, vereinbart, die Vermarktung dieser Technologie über die Gründung der LiFePO4+C Licensing AG, Muttenz/Schweiz, zu erleichtern, die Unterlizenzen an geeignete LMP/LFP-Hersteller vergeben wird, die in der Lage sind, die Nachfrage auf dem Markt mit hochwertigen Produkten zu bedienen.

Erste Unterlizenzvereinbarungen sind mit zwei japanischen Unternehmen, Sumitomo Osaka Cement Co. Ltd. und Mitsui Engineering & Shipbuilding Co. Ltd., sowie zwei taiwanesischen Unternehmen, Tatung Fine Chemicals Co. und Advanced Lithium Electrochemistry (Cayman) Co. Ltd (ALEEES), geschlossen worden. Letztere hat sich verpflichtet, eine industrielle Fertigungsanlage in der kanadischen Provinz Quebec zu errichten und zu betreiben. Die LiFePO4+C Licensing AG plant, weitere Unterlizenzen für die LMP/LFP-Technologie an eine begrenzte Anzahl von Unternehmen zu vergeben.

Die LMP/LFP-Patente umfassen drei separate Gruppen von Patentrechten, die einen umfassenden weltweiten Schutz der LMP/LFP-Technologie sicherstellen: die Goodenough-Patente für LMP/LFP-Material, die Patente für die zusammen mit LMP/LFP-Material und anderen Materialien verwendbare Carbonbeschichtung und die Patente für das Carbonbeschichtungsverfahren. Die grundlegende LMP/LFP-Material-Technologie wurde vom renommierten amerikanischen Wissenschaftler Dr. John Goodenough, der an der University of Texas in Austin forscht und lehrt, erfunden und ist auf seinen Namen patentiert. Das Potenzial der Erfindung von Dr. Goodenough wurde zuerst von Dr. Michel Armand vom Centre National de la Recherche Scientifique, Paris (CNRS) erkannt, der über seine Tätigkeit am CNRS hinaus zusammen mit Dr. Nathalie Ravet, Dr. Michel Gauthier und anderen Wissenschaftlern an der Universität von Montréal, Montreal/Canada, und dem Forschungsinstitut von Hydro-Québec (IREQ), Montreal/Canada, an Forschungsarbeiten mitgewirkt hat, die von Hydro-Québec, der Universität von Montréal und CNRS finanziell unterstützt wurden. Dr. Armand war maßgeblich am Zustandekommen einer frühzeitigen Zusammenarbeit zwischen Hydro-Québec und der University of Texas in Austin zur Erforschung und Entwicklung der LMP/LFP-Technologie beteiligt.

Die Entscheidung, Unterlizenzen für die Technologie zu vergeben, ist die Grundlage für eine schnelle und breite Marktdurchdringung mit hochwertigen LMP/LFP-Materialien und ist damit eine angemessene Antwort auf die rasch steigende Nachfrage der Batterie- und Automobilindustrie weltweit nach zuverlässigen Quellen für LMP/LFP.

Neben der Süd-Chemie und den neuen Unterlizenznehmern verfügt die japanische Sony Corporation über eine nicht-exklusive Lizenz für die Herstellung von LMP/LFP für den Einsatz in ihrer eigenen Batterieproduktion.

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