Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Unternehmer sehen durch Wiedervereinigung erstarkten Wirtschaftsstandort Deutschland

22.09.2004

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der deutschen Wiedervereinigung auf den Standort Deutschland werden von der Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branche im Vergleich überdurchschnittlich optimistisch beurteilt. Bei mehreren Fragen zu diesem Thema belegt die Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branche jeweils einen der oberen Plätze auf der Branchenskala. Aber in der Tendenz sehen auch alle anderen Branchen die wirtschaftlichen Folgen der Wiedervereinigung positiv.

Dies sind Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Wirtschaftsstimmungsumfrage der Management- und IT-Beratung Capgemini bei 1527 Unternehmern, Vorständen und Geschäftsführern, - darunter 8 Prozent aus der Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branche.

Wiedervereinigung als Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland gewertet

So glauben weit mehr als die Hälfte, nämlich 60 (Durchschnitt über alle Branchen / Alle: 55) Prozent der Manager der Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branche, dass sich die deutsche Wiedervereinigung langfristig positiv auf den Wirtschaftsstandort Deutschland auswirkt. Langfristig negativ für den Wirtschaftsstandort Deutschland sehen die Wiedervereinigung dagegen nur 25 (Alle: 29) Prozent der Unternehmenslenker.

Auch das Fazit über den Zusammenschluss von Ost- und Westdeutschland heute, 15 Jahre nach dem Fall der Mauer, ist mehrheitlich im Plus, denn 56 (57) Prozent der Unternehmer der Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branche ziehen darüber positiv Bilanz, nur 26 (29) Prozent negativ.

"Die Mauern in den Köpfen zwischen Ost und West fallen - zumindest in der langfristigen Sichtweise", betonte Antonio Schnieder, CEO Central & Eastern Europe von Capgemini bei der Präsentation der Studie in Berlin. "Endlich werden nicht nur die Schattenseiten, sondern auch die wirtschaftlichen Vorteile der Wiedervereinigung wahrgenommen", ergänzt Dr. Helmut Haussmann, Senior Vice President bei Capgemini und Bundeswirtschaftsminister zur Zeit der Wende.

Auftragslage der Unternehmen wird wiederholt im deutlichen Aufwind gesehen

Positiv entwickelte sich die Auftragslage bei der Chemie-, Pharma- und Life Sciences-(ChPhLS) Branche in den vergangenen sechs Monaten, so dass sich deren Unternehmer in dieser Frage in der Optimismus-Skala im oberen Viertel wiederfinden können: Die Auftragslage hat sich verbessert, sagen 56 (Alle Branchen: 43, Frühjahr 2004 ChPhLS: 40) Prozent, verschlechtert hat sie sich für nur 23 (Alle: 25, Frühjahr 2004 ChPhLS: 24) Prozent. Gut sieht es auch in der Zukunft aus, dies sagt jedenfalls der Blick auf die Auftragslage der künftigen sechs Monate. 51 (Alle: 45, Frühjahr 2004 ChPhLS: 36) Prozent der Manager sehen steigende Auftragszahlen für ihr Unternehmen im nächsten halben Jahr voraus, nur 15 (Alle: 18, Frühjahr 2004 ChPhLS: 19) Prozent sehen das Auftragsvolumen sinken. Dennoch ist die Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branche unterdurchschnittlich bei den Investitionen aufgestellt: 23 (Alle: 29, Frühjahr 2004 ChPhLS: 26) Prozent gaben an, dass diese steigen werden, 31 (Alle: 32, Frühjahr 2004 ChPhLS: 40) Prozent wollen sie dagegen zurückfahren.

Wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands der nächsten sechs Monate positiv

Bei der Frage nach der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands in den nächsten sechs Monaten ist erneut ein Aufwind zu verzeichnen und die Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branche steht hier im Branchenvergleich knapp über dem Durchschnitt. 36 (Alle: 28) Prozent sehen hier eine Besserung im nächsten halben Jahr. In der Frühjahrsumfrage waren dies 17 Prozent. Nur noch 27 (Alle: 32, Frühjahr 2004 ChPhLS: 36) Prozent sehen Deutschland im nächsten halben Jahr ins Minus rutschen.

Die Bereitschaft neues Personal einzustellen ist insgesamt über alle Branchen gesehen gleichbleibend in Relation zur Frühjahrsumfrage sehr gering geblieben, hier ist die Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branche im Vergleich unterdurchschnittlich platziert. 36 (Alle: 38, Frühjahr 2004 ChPhLS: 41) Prozent sehen Personalabbau in ihrem Unternehmen voraus, und immerhin 9 (Alle: 16, Frühjahr 2004 ChPhLS: 13) Prozent Neueinstellungen. Dazu passt, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Durchschnitt über alle Branchen jetzt noch wesentlich schlechter beurteilt wird als noch vor einem halben Jahr. Die Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branche nimmt sich hier noch relativ positiv aus. 49 (Alle: 64, Frühjahr 2004 ChPhLS: 60) Prozent meinen, dass die Arbeitslosenzahl steigen wird, 9 (Alle: 7, Frühjahr 2004 ChPhLS: 11) Prozent glauben, dass sie bald sinkt.

Als Wirtschaftsmotor wird der Export gesehen. Besonders bei der Chemie-, Pharma- und Life Sciences-Branche, wo das Volumen besonders hoch eingeschätzt wird, ist mit dieser Einschätzung der Rang zwei unter den Branchen fällig. 68 (Alle: 58, Frühjahr 2004 ChPhLS: 30) Prozent prognostizieren mehr Ausfuhren im kommenden halben Jahr, nur noch 8 (Alle: 8, Frühjahr 2004 ChPhLS: 27) Prozent sehen hier einen Rückgang.

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