DegussaHeadwaters baut Demonstrationsanlage zur Direktsynthese von Wasserstoffperoxid

12.10.2005

DegussaHeadwaters wird in Hanau-Wolfgang eine Demonstrationsanlage zur Direktsynthese von Wasserstoffperoxid (DSHP) bauen. Das Joint Venture zwischen der Degussa AG, Düsseldorf, und der amerikanischen Headwaters, Inc., South Jordan, Utah, entwickelt mit dem DSHP-Verfahren einen völlig neuen Weg zu einer Wasserstoffperoxid-Qualität, die direkt als Oxidationsmittel in chemischen Prozessen eingesetzt werden kann. DegussaHeadwaters plant, DSHP-Anlagen zu bauen und zu betreiben und die chemische Industrie weltweit direkt über den Zaun mit Wasserstoffperoxid zu versorgen.

Der Bau der Demonstrationsanlage ist der konsequente nächste Schritt auf dem Weg zu einer großen DSHP-Anlage. Bereits seit Anfang des Jahres betreibt DegussaHeadwaters erfolgreich eine Pilotanlage.

Die DSHP-Demonstrationsanlage soll im 2. Quartal 2006 in Betrieb gehen und wird mehrere tausend Tonnen Wasserstoffperoxid (H2O2) in Methanol pro Jahr erzeugen können. Dr. Thomas Haas, General Manager DegussaHeadwaters, sagt: "Die Entwicklung des DSHP-Prozesses läuft planmäßig, so dass die Technologie ab 2007 kommerziell für jede denkbare Kapazität verfügbar sein sollte." Mit H2O2 aus dem DSHP-Verfahren könnte dann die Produktion von Großchemikalien, beispielsweise von Propylenoxid (PO), einem Rohstoff für Polyurethane, kostengünstig versorgt werden.

Beim DSHP-Verfahren reagieren Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) mit Hilfe eines von Headwaters entwickelten Nanokatalysators direkt zu Wasserstoffperoxid. Headwaters mit seinem Katalyse-Know-how und Degussa als einer der weltweit größten Wasserstoffperoxid-Produzentinnen haben die besten Voraussetzungen, DSHP gemeinsam zu entwickeln. DegussaHeadwaters nutzt außerdem die Erfahrungen aus den Entwicklungsarbeiten zum Degussa/Uhde-Verfahren zur Herstellung von Propylenoxid aus Propylen und H2O2 (HPPO).

Bau und Inbetriebnahme der DSHP-Demonstrationsanlage sind nach der Pilotanlage die nächsten wichtigen Meilensteine in der Entwicklung der Technologie. Nachdem die grundsätzlichen Fragen bezüglich der Chemie des Verfahrens beantwortet sind, werden mit Hilfe der Demonstrationsanlage nun die für den Bau von Groß-Anlagen notwendigen Parameter geprüft und optimiert. DSHP-Anlagen für die Herstellung von Propylenoxid müssen auf Kapazitäten von mehr als 150.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt werden. Ray Balée, Vice President and General Manager Headwaters NanoKinetix, ist sich sicher: "Unser NxCatTM-Nanokatalysator ist ein wesentlicher Schlüssel für die Leistungsfähigkeit des DSHP-Verfahrens. In der Demonstrationsanlage wird sich das Potenzial dieser Technologie bestätigen." Headwaters erweitert derzeit die Katalysatorproduktion, um den Nanokatalysator für die Großproduktion bereitstellen zu können.

José Berges, Vice President and General Manager New Technologies im Degussa Geschäftsgebiet Active Oxygens, sagt: "Degussa sieht sehr gute Marktchancen für das neue H2O2 aus der Direktsynthese des Joint Venture DegussaHeadwaters." Und er ergänzt: "Es wird das Oxidationsmittel der Wahl für chemische Synthesen sein." Vorrangig Hersteller von Propylenoxid haben bereits großes Interesse gezeigt, das neue Wasserstoffperoxid in ihren Verfahren für PO aus Propylen und Wasserstoffperoxid nach dem so genannten HPPO-Verfahren einzusetzen. Denkbar sind weitere Anwendungen für chemische Synthesen etwa zu Caprolactam, Phenol oder Epichlorhydrin.

"Mit der Direktsynthese soll künftig ein sehr kostengünstiger Prozess für die Herstellung von H2O2 als Zwischenprodukt für chemische Synthese zur Verfügung stehen", erklärt Berges, und Haas ergänzt: "Das DSHP-Verfahren kann direkt in die Produktion von Propylenoxid nach dem HPPO-Verfahren eingespeist werden. Dies haben wir mit unseren Pilotanlagen in Hanau-Wolfgang bereits für beide Verfahren gezeigt." Berges geht davon aus, dass für die H2O2-Anlagen nach der Direktsynthese die Investitionskosten im Vergleich zur konventionellen Technologie um ein Drittel bis um die Hälfte gesenkt werden können. Für die Herstellung von Propylenoxid, das Degussa selbst nicht großtechnisch erzeugen wird, bedeutet dies nach seiner Einschätzung, dass mit dem DSHP-Prozess von DegussaHeadwaters kombiniert dem Degussa/Uhde-PO-Verfahren den Propylenoxid-Herstellern der deutlich kostengünstigste Weg zum Produkt zur Verfügung stehen kann.

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