Bilfinger reagiert auf anhaltende geopolitische Unsicherheit

Geschäftsentwicklung unter Erwartungen – Prognose 2026 angepasst und Programm „Agile“ zur weiteren Steigerung der Flexibilität initiiert

18.09.2026
Bilfinger

Die Geschäftsentwicklung des Industriedienstleisters Bilfinger bleibt im zweiten Halbjahr aufgrund der zunehmenden Zurückhaltung und Verschiebung von Kundeninvestitionen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung gilt der länger als erwartet andauernde Krieg im Mittleren Osten. Entsprechend passt das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 an. Gleichzeitig initiiert Bilfinger das umfassende Programm „Agile“, um seine Flexibilität zu erhöhen und schneller auf veränderte Marktbedingungen reagieren zu können. 

Die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr ist normalerweise saisonal von einer starken Dynamik geprägt. Im laufenden dritten Quartal zeigt sich jedoch eine erheblich zunehmende Zurückhaltung der Kunden, die sich sowohl bei der Vergabe von Neuaufträgen als auch beim Abruf von Leistungen aus bestehenden Rahmenverträgen bemerkbar macht. 

Diese Zurückhaltung wirkt sich unmittelbar auf die Profitabilität des Unternehmens aus: Kunden verschieben Investitionen. Dies führt insbesondere in Hochlohnländern zu einer anhaltenden Unterauslastung. Zudem wird die Ertragslage durch einen ungünstigen Produktmix sowie durch die bislang ausbleibenden Abrufe komplexer und entsprechend höherpreisiger Arbeiten beeinträchtigt. 

Mit dem Programm „Agile“ begegnet Bilfinger diesen Entwicklungen gezielt. Im Zentrum der Maßnahmen stehen die weitere Bündelung von Ressourcen, die Anpassung von Kapazitäten an veränderte Marktbedingungen sowie der Aufbau einer globalen Shared Services Organisation. Diese Maßnahmen sind bereits Teil der Strategie von Bilfinger und werden nun vorgezogen. 

„Die erwartete signifikante Belebung des Geschäfts im zweiten Halbjahr bleibt deutlich hinter unseren Annahmen zurück. Daher ist eine Anpassung unserer Prognose 2026 erforderlich. Gleichzeitig handeln wir entschlossen: Mit dem Programm ‚Agile‘ erhöhen wir die Flexibilität unserer Organisation, um auf Marktveränderungen – wie den anhaltenden Konflikt im Mittleren Osten – künftig schneller und unabhängiger reagieren zu können. Wir sind überzeugt, dass wir Bilfinger damit langfristig noch stärker als verlässlichen Partner seiner Kunden bei der Steigerung von Effizienz und Nachhaltigkeit positionieren“, sagt Thomas Schulz, Vorstandsvorsitzender von Bilfinger. 

Das Programm wird sich bereits 2027 positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Ab 2028 wird es seine volle Wirkung entfalten und jährlich 75 Mio. € an Einsparungen erzielen. Weltweit könnten davon bis zu 1.500 Stellen betroffen sein. Alle Schritte werden eng mit den Sozialpartnern abgestimmt. Für die Umsetzung wird Bilfinger im vierten Quartal 2026 Rückstellungen in Höhe von rund 75 Mio. € bilden.

Prognose 2026

Bilfinger erwartet für das Geschäftsjahr 2026 nunmehr einen Umsatz von 5,3 bis 5,7 Mrd. € (bisher: 5,4 bis 5,9 Mrd. €) und eine EBITA-Marge von 3,2 bis 3,6 Prozent (bisher: 5,8 bis 6,2 Prozent). Unter Berücksichtigung der einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Programm „Agile“ entspricht dies einer bereinigten EBITA-Marge von 4,6 bis 5,0 Prozent. Für den Free Cashflow geht das Unternehmen von einer Bandbreite von 180 bis 220 Mio. € aus (bisher: 250 bis 300 Mio. €). Die Mittelfristziele werden bestätigt.

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