Waste-to-Energy KI: Jaipur Robotics schließt Seed-Runde über 4,3 Mio. Euro ab

Computer Vision erkennt gefährliche Materialien mit 99 % Genauigkeit

09.09.2026

Das Schweizer Start-up rollt sein KI-Betriebssystem derzeit auf weitere Müllverbrennungs- und andere Industrieanlagen auf mehreren Kontinenten aus.

Jaipur Robotics

Die Gründer von Jaipur Robotics: Ermes Zamboni (CEO) und Nikhil Prakash (CTO)

Jaipur Robotics, das Schweizer KI-Unternehmen, das den Betrieb thermischer Abfallbehandlungsanlagen mit Computer Vision und Automatisierung transformiert, hat heute eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 4,3 Millionen Euro bekannt gegeben. Angeführt wird die Runde von EquityPitcher Ventures und dem High-Tech Gründerfonds (HTGF). Mit einem wachsenden Kundennetzwerk in ganz Europa wird Jaipur die Mittel nutzen, um die Marktführerschaft anzustreben, in neue Regionen zu expandieren und das Produkt stärker branchenspezifisch sowie in der Tiefe auszubauen.

„Wir sehen eine Zukunft, in der Abfalldaten die Sicherheit und Automatisierung vollständig steuern“, sagt Ermes Zamboni, Co-Founder und CEO von Jaipur Robotics. „Diese Runde ermöglicht es uns, den gesamten Anlagenbetrieb zu revolutionieren.“

Weltweit gibt es über 3.100 Waste-to-Energy-Anlagen in einem Markt mit einem Volumen von rund 40 Milliarden Euro. Die Mehrheit der Anlagen verlassen sich noch auf manuelle Überwachung und analoge Prozesse. Indem Jaipur Robotics Abfalldaten in konkret nutzbare Erkenntnisse übersetzt, hat das Unternehmen seine Wirkung mit messbaren Ergebnissen belegt:

  • > 80 % weniger ungeplante Anlagenstillstände: Gefahrenerkennung in Echtzeit erhöht die Sicherheit und reduziert die Ausfallzeiten
  • > 1 Mio. € Mehrumsatz durch verbesserte Abfallmischung: Die Kartierung des Heizwerts optimiert Verbrennung und Konformität
  • Intelligenterer Kranbetrieb: Vorausschauende Assistenz automatisiert die Kranführung und maximiert die Produktivität

*Alle Angaben pro Anlage und Jahr.

Mit dem größten europäischen Waste-to-Energy-Datensatz von über 50 Millionen annotierten Bildern analysiert das System von Jaipur Robotics jährlich mehr als 5 Millionen Tonnen Müll und erkennt gefährliche Materialien mit einer Genauigkeit von 99 %.

Anna Stetter, Investment Managerin beim HTGF: „Überzeugt hat uns die Kombination aus dem riesigen Datensatz, einem Gründerteam mit einer seltenen Kombination aus Kenntnissen in Maschinenbau und Deep Learning sowie Erfahrung in der industriellen Umsetzung und herausragenden, messbaren Ergebnissen bei Kunden vor Ort.“

Silvan Gehmann, Investment Manager bei EquityPitcher, ergänzt: „Ermes, Nikhil und das Team haben das richtige Fundament gelegt, um diese Kategorie global zu definieren. Die außergewöhnliche Kundennähe wird die große Produktvision von immer autonomeren Anlagen weiter prägen.“

Stefano Rizzi, Direktor der Abteilung für Wirtschaft des Kantons Tessin, gratulierte Jaipur Robotics zu diesem wichtigen Erfolg, „der die Qualität des Projekts und die Arbeit des Teams belohnt. In nur wenigen Jahren hat Jaipur Robotics eine innovative KI-basierte Lösung entwickelt und sie auch auf internationale Märkte gebracht. Der Weg bis zur heutigen Wachstumsphase bestätigt das Potenzial unseres Innovationsökosystems – auch dank Akteuren wie der Fondazione Agire und TiVentures – und dessen Fähigkeit, junge Unternehmen in allen Entwicklungsphasen zu begleiten.“

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