20.09.2004 - Arbeitgeberverband Chemie und verwandte Industrien für das Land Hessen e.V.

Mehr Ausbildungsplätze in der hessischen Chemie

Die Unternehmen der hessischen Chemie haben zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres 1.350 Ausbildungsanfänger eingestellt. "Das entspricht einem Zuwachs von fast fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr", erklärte Dr. Jan Sombroek anlässlich der Herbstpressekonferenz der Chemieverbände Hessen. Hinzu kommen 116 Auszubildende in der kunststoffverarbeitenden Industrie. Hier wurde das Angebot sogar um 10 Prozent gesteigert und damit in den vergangenen sechs Jahren kontinuierlich um mehr als ein Viertel erhöht.

"Dies ist das Ergebnis der konstruktiven Tarifpolitik der Chemie-Sozialpartner", erläutert Sombroek in seiner Bilanz. In der Absicht gemeinsam einen Beitrag zur Lösung der Ausbildungsplatzproblematik zu leisten, habe man lange vor der Diskussion um eine staatlich verordnete Ausbildungsplatzabgabe auf eine Vertragslösung gesetzt und so im Ergebnis "eine deutliche, echte Erhöhung des Ausbildungsplatzangebots 2004 bewirkt". Dabei sei die Steigerungsrate von 1,7 Prozent, die im "Tarifvertrag Zukunft durch Ausbildung" für 2004 vereinbart wurde, noch bei weitem übertroffen worden. Dies konnte zum einen dadurch erreicht werden, dass große Ausbildungsunternehmen ihr Angebot noch einmal - oft über den Bedarf hinaus - aufgestockt haben. Zum anderen sei es aber auch erneut gelungen, Betriebe für die Ausbildung zu gewinnen, die bislang gar nicht oder für längere Zeit nicht ausgebildet haben.

Übernahmequote 86 Prozent

Nach der Statistik des Arbeitgeberverbandes Chemie haben in den ausbildenden Mitgliedsunternehmen seit Jahresbeginn insgesamt 926 junge Leute ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Davon sind 714 in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen worden. Von den übrigen haben 56 ihr Ausbildungsunternehmen verlassen, um ein Studium aufzunehmen, weitere 36, um Wehrdienst abzuleisten oder eine Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber aufzunehmen. Damit erreichte die Übernahmequote - bezogen auf alle für eine Weiterbeschäftigung zur Verfügung stehenden Absolventen - knapp 86 Prozent. Nach Einschätzung von Dr. Sombroek sei eine Übernahmequote in dieser Höhe jedoch nicht garantierbar. Nach dem Grundsatz "Ausbildung geht vor Übernahme" käme es vorrangig darauf an, jungen Menschen nach der Schulausbildung einen Einstieg in das Berufsleben zu ermögliche. Darin sei man sich mit dem Sozialpartner einig.

Bewerbungsrunde 2005 angelaufen

In der hessischen Chemie und Kunststoffverarbeitung sind derzeit in allen Lehrjahren insgesamt rund 4.500 Auszubildende beschäftigt. Von den 1.466 jungen Menschen, die jetzt in diesen beiden Industriezweigen in Hessen in das Berufsleben starten, nehmen 1.350 eine Ausbildung in Berufen nach dem Berufsbildungsgesetz auf. 57 beginnen einen dualen Studiengang (z.B. an Berufs- oder Wirtschaftsakademien) und 59 Berufsanfänger starten in Berufsvorbereitungs- und Eingliederungsmaßnahmen. Bis Anfang August waren von den insgesamt 1.466 Berufsanfängern (in der chemischen und kunststoffverarbeitenden Industrie) rund 1.400 an Bord. Auch die übrigen Plätze dürften nach Einschätzung von Dr. Sombroek in den zurückliegenden Wochen mittlerweile besetzt worden sein. Gleichwohl geht er davon aus, dass es sich im Einzelfall weiterhin lohnt, sich bei einem der Mitgliedsunternehmen um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. "Mit etwas Glück und der entsprechenden Qualifikation wird sich auch in diesem Jahr noch etwas finden lassen", macht Dr. Sombroek allen Mut, die noch auf der Suche sind. Im übrigen hat die Bewerbungsrunde für das Jahr 2005 bei vielen Unternehmen bereits begonnen. Hier lohnt sich unter anderem ein Blick in die Ausbildungsseite der hessischen Chemie im Internet (www.hessenchemie.de).

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