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Zeit oder Geld: Chemie-Gewerkschaft fordert Wahlfreiheit

Bundesweite Tarifgespräche für Chemie- und Pharmabranche beginnen

05.09.2018

fotoblend, pixabay.com, CC0

Symbolbild

(dpa) Zum Auftakt der ersten bundesweiten Tarifrunde für die deutsche Chemie- und Pharmabranche hat die Gewerkschaft IG BCE gefordert, die Arbeitnehmer zwischen mehr Urlaubsgeld und mehr Freizeit wählen zu lassen. Der Wunsch einer flexibleren Gestaltung komme aus den Belegschaften, sagte IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis am Dienstagabend in Berlin. So könne man auch die Problemen Fachkräftemangel und Attraktivität der Branche angehen. Über die genaue Ausgestaltung werde nun zu reden sein.

Nach ergebnislosen Verhandlungen in den neun regionalen Bereichen beginnt für die 580.000 Beschäftigten der Chemie- und Pharmabranche an diesem Mittwoch in Hannover die erste bundesweite Tarifrunde. Die Gewerkschaft IG BCE verweist auf Rekordergebnisse in der Branche und fordert eine Entgelt-Erhöhung um sechs Prozent sowie bislang eine Verdopplung des Urlaubsgeldes, was ein zusätzliches Plus von 600 Euro im Jahr wäre - hier wünschen sich die Arbeitnehmer nun Flexibilität.

Die Arbeitgeberseite warnte im «Handelsblatt» (Mittwoch) vor überzogenen Arbeitszeitforderungen. Man könne über mehr Zeitsouveränität und Belastungsreduzierung reden, solange auch die Arbeitgeber flexibel agieren könnten und das Arbeitsvolumen insgesamt nicht sinke, sagte der Verhandlungsführer des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC), Georg Müller, der Zeitung. «Wir dürfen Arbeitszeitflexibilität nicht mit Arbeitszeitverkürzung verwechseln.» Es sei schon nicht einfach, den Rechtsanspruch auf Teilzeit und die geplante Brückenteilzeit umzusetzen. Die Chemieindustrie habe schon eine komfortable Altersteilzeitregelung.

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