14.12.2020 - Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V. (BAVC)

Trotz Corona mehr als 9.000 Ausbildungsangebote in der Chemie- und Pharmaindustrie

„2021 wird ein schwieriges Jahr – auch auf dem Ausbildungsmarkt“

Trotz Corona-Krise konnte die Chemie- und Pharmaindustrie in diesem Jahr erneut mehr als 9.000 neue Ausbildungsplätze schaffen. Insgesamt beschäftigt die Branche rund 26.000 Auszubildende in über 50 Berufen. Für Betriebe und Ausbildungsmarkt dürfte die Situation allerdings auch im kommenden Jahr herausfordernd bleiben.

Mit 9.070 neuen Ausbildungsstellen liegt das Angebot der Chemie-Unternehmen 2020 etwa 2 Prozent (ca. 170 Plätze) unter dem langjährigen Mittelwert. Ein besonderer Corona-Effekt zeigt sich beim Anteil der unbesetzten Stellen: Dieser stieg von ca. 5 Prozent in 2019 auf ca. 8 Prozent in diesem Jahr. Die Zahlen beim Übergang von der Ausbildung in den Job bleiben stabil: 89 Prozent der Ausgebildeten wurden nach erfolgreicher Ausbildung übernommen. Die Übernahmequote liegt damit weiter auf hohem Niveau und entspricht dem langjährigen Durchschnitt von etwa 90 Prozent.

Stiller: „2021 wird ein schwieriges Jahr – auch auf dem Ausbildungsmarkt“

BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller dankte allen Beteiligten für die gemeinsame Kraftanstrengung im Ausbildungsjahr 2020: „Unternehmen, Ausbilder und Azubis ist es gemeinsam gelungen, den Ausbildungs-betrieb in unserer Branche ohne große Unterbrechungen fortzusetzen und an die Herausforderung Corona anzupassen. Das ist ein toller Erfolg, von dem Tausende junge Menschen beim Start ins Berufsleben profitieren werden.“

Stiller verwies jedoch zugleich auf das Jahr 2021 als eigentliche Bewährungsprobe für den Ausbildungsmarkt: „Auch in der Chemie-Industrie ist die Ausbildung von zwei Seiten unter Druck: Zum einen sehen wir strukturelle Effekte in den Unternehmen durch Digitalisierung oder Elektromobilität, durch die auch die Ausbildung über Bedarf auf den Prüfstand gestellt wird. Zum anderen ist die Vor-Ort-Ausbildung unter Corona-Bedingungen erheblich aufwändiger und schränkt verfügbare Ausbildungskapazitäten ein. Angesichts dieser Herausforderungen zeigt das große Engagement unserer Betriebe, wie wichtig uns die duale Ausbildung ist. Moderne Ausbildungsberufe mit digitalen Wahl- und Zusatzqualifikationen wie der Chemikant, die Labor- oder die Metall- und Elektroberufe bereiten junge Menschen optimal auf die Arbeitswelt der Zukunft vor. Deshalb möchte ich alle Schülerinnen und Schüler ausdrücklich ermutigen, sich auch in Corona-Zeiten für eine Ausbildung zu entscheiden.“

Chemie investiert in digitales Azubi-Marketing

Um Jugendliche trotz fehlender persönlicher Kontaktmöglichkeiten für eine Ausbildung in Chemie und Pharma zu begeistern, investiert die Branche in das digitale Azubi-Marketing: Über die Ausbildungskampagne „Elementare Vielfalt (ElVi)“ steht den Unternehmen eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verfügung, um geeig-nete Kandidaten anzusprechen, zum Beispiel durch eine digitale Ausbildungsplatzbörse, interaktive Social-Media-Formate bei Instagram und TikTok, Influencer-Marketing oder digitale Tools zur Berufsorientierung wie dem ElVi-Ausbildungsfinder oder dem 360°-Ausbildungsquiz.

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