Chemieindustrie erwartet leichte Besserung im zweiten Halbjahr
Anzeigen
Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Chemieindustrie rechnet im zweiten Halbjahr 2003 dank des Exportgeschäfts mit einer leichten Belebung der Branchenkonjunktur. Die Erholung werde aber nur moderat ausfallen, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Dienstag in Frankfurt mit. «Einen nachhaltigen Aufschwung wird es in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr geben», schrieb der Verband in seinem Quartalsbericht. Vor allem das Inlandsgeschäft bleibe schwach, alle Hoffnungen richteten sich auf den Export.
Für das Jahr 2003 rechnet die Chemieindustrie bei höheren Erzeugerpreisen mit einem Umsatzplus von 2,5 Prozent. Damit werde der Gesamtumsatz erstmals seit 2000 das Vorjahresniveau wieder übertreffen. Die wesentlichen Impulse kämen aus dem Ausland. Das Exportgeschäft dürfte um 3 Prozent zulegen und könnte damit - wie schon nach der Asienkrise - zum «Konjunkturmotor» für die deutsche Chemieindustrie werden. Der starke Euro werde die Ausfuhren nur leicht dämpfen. Eine Verbesserung der inländischen Nachfrage lasse dagegen weiter auf sich warten.
Im zweiten Quartal verlief des Chemiegeschäft nur schleppend. Die Produktion ging im Quartalsvergleich um 0,9 Prozent zurück. Viele Hersteller mussten ihre Produktion drosseln. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorquartal um 1,6 Prozent auf 34 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahresquartal gab es ein Minus von 1,2 Prozent. Vor allem in Deutschland blieb das Geschäft schwach. Der Umsatz ging im Jahresvergleich um 2,4 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro zurück. Der Auslandsumsatz stagnierte wegen der schwachen Nachfrage in der EU bei 17,7 Milliarden Euro.
Die Produktion von pharmazeutischen Erzeugnissen stieg im zweiten Quartal nur noch um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. «Die Pharmaproduktion verliert damit weiter an Dynamik», stellte der VCI fest. Auch bei den Herstellern von Wasch- und Körperpflegemitteln setzte sich die positive Entwicklung mit geringerer Dynamik fort. Dank eines guten Auslandsgeschäfts gab es in dieser Sparte ein Umsatz- und Produktionsplus von drei Prozent. Das Geschäft mit Agrochemikalien kam auch im zweiten Quartal nicht in Gang.
Die Zahl der Beschäftigten blieb trotz der schwierigen Lage der Branche stabil. Von April bis Juni waren durchschnittlich 465 000 Männer und Frauen in Chemieunternehmen beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei dies ein leichter Zuwachs von 0,1 Prozent. Im gleichen Zeitraum sei die Kapazitätsauslastung um knapp 4 Prozentpunkte auf 82,4 Prozent gesunken.