Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Zink



Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Zink, Zn, 30
Serie Übergangsmetalle
Gruppe, Periode, Block 12, 4, d
Aussehen bläulich blassgrau
Massenanteil an der Erdhülle 0,01 %
Atomar
Atommasse 65,409 u
Atomradius (berechnet) 135 (142) pm
Kovalenter Radius 131 pm
Van-der-Waals-Radius 139 pm
Elektronenkonfiguration [Ar] 3d104s2
Elektronen pro Energieniveau 2, 8, 18, 2
1. Ionisierungsenergie 906,4 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie 1733,3 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustand fest
Modifikationen eine
Kristallstruktur hexagonal
Dichte 7,14 g/cm3
Mohshärte 2,5
Magnetismus diamagnetisch
Schmelzpunkt 692,68 K (419,5 °C)
Siedepunkt 1180 K (907 °C)
Molares Volumen 9,16 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme 119 kJ/mol
Schmelzwärme 7,35 kJ/mol
Dampfdruck

192,2 Pa bei 692,73 K

Schallgeschwindigkeit 3700 m/s bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität 390 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 16,9 · 106 S/m
Wärmeleitfähigkeit 120 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände 2
Oxide (Basizität) (amphoter)
Normalpotential -0,762 V (Zn2+ + 2e- → Zn)
Elektronegativität 1,65 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
64Zn

48,6 %

Stabil
65Zn

{syn.}

244,06 d β 1,352 65Cu
66Zn

27,9 %

Stabil
67Zn

4,1 %

Stabil
68Zn

18,8 %

Stabil
69Zn

{syn.}

56,4 min β 0,906 69Ga
70Zn

0,6 %

Stabil
NMR-Eigenschaften
  Spin γ in
rad·T−1·s−1
E fL bei
B = 4,7 T
in MHz
67Zn 5/2 1,673 · 107 0,00285 12,5
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung
aus RL 67/548/EWG, Anh. I
Pulver
(F gilt nur für die nicht stabilisierte Form)
R- und S-Sätze R: 15-17-50/53 (nicht stabilisiert)

R: 50/53 (phlegmatisiert)

S: (2.)-43-46-60/61 (nicht stabilisiert)

S: 60/61 (phlegmatisiert)

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.


Zink ist ein chemisches Element mit dem Symbol Zn und der Ordnungszahl 30. Zink wird zu den Übergangsmetallen gezählt, nimmt aber darin eine Sonderstellung ein, da es wegen der abgeschlossenen d-Schale in seinen Eigenschaften eher den Erdalkalimetallen ähnelt. Nach der veralteten Zählung wird die Zinkgruppe als 2. Nebengruppe bezeichnet (analog zu den Erdalkalimetallen als 2. Hauptgruppe), nach der aktuellen IUPAC-Nomenklatur bildet Zink mit Cadmium und Quecksilber die Gruppe 12. Es ist ein bläulich-weißes sprödes Metall und wird unter anderem zum Verzinken von Eisen und Stahlteilen sowie für Regenrinnen verwendet. Zink ist für alle Lebewesen essentiell und ist Bestandteil wichtiger Enzyme. Der Name Zink kommt von Zinke, Zind „Zahn, Zacke“, da Zink zackenförmig erstarrt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits im Altertum war Zink als Legierungsbestandteil von Messing in Gebrauch. Als eigenständiges Metall wurde es jedoch erst im 14. Jahrhundert in Indien entdeckt. Bereits in dem 1679 erbauten Messinghof (Kassel) wurde Galmei verhüttet. Im Jahre 1743 wurde in Bristol eine erste Zinkhütte in Betrieb genommen. Weitere entstanden im 19. Jahrhundert in Oberschlesien, im Aachen-Lütticher Raum sowie in Sachsen und in Westfalen. Im Ruhrgebiet entstanden die ersten Hütten 1845 in Mülheim an der Ruhr und 1847 in Essen-Borbeck.

Vorkommen

Zink ist auf der Erde mit einem Gehalt von 0,0076 %. (oder 76 ppm[1]) an der Erdkruste ein relativ häufiges Element. Wenn man die Elemente nach Häufigkeit ordnet, steht es damit an 24. Stelle[1]. Es ist häufiger als Kupfer oder Blei. Zink kommt nicht gediegen, sondern nur gebunden in Erzen vor. Die häufigsten und für die Zinkgewinnung wichtigsten Erze sind dabei Zinksulfiderze. Diese kommt natürlich entweder als Sphalerit oder Wurtzit vor und enthalten etwa 65 % Zink. Ein weiteres Zinkerz ist Smithsonit (auch als Zinkspat oder Galmei bekannt) ZnCO3. Daneben existieren noch seltenere Zinkmineralien wie Hemimorphit Zn4(OH)2[Si2O7] und Franklinit (Zn,Fe,Mn)(Fe2Mn2)O4.

Große Lagerstätten existieren in Nordamerika (Vereinigte Staaten, Kanada), Australien, die Volksrepublik China und Kasachstan. Auch in Deutschland gab es Zinkerzlagerstätten, beispielsweise in Brilon, Stolberg und bei Eschweiler im Rheinland, am Rammelsberg im Harz oder bei Ramsbeck im Sauerland. Oberirdisch kann man in diesen Gebieten seltene Pflanzen finden, die auf zinkhaltigen Böden besonders gut wachsen, wie das gelbe Galmeiveilchen, das nach dem alten Namen für das Zinkerz Galmei benannt ist.

Staaten mit der größten Förderung

Zinkerze werden hauptsächlich in der Volksrepublik China, Peru, Australien, Kanada, den Vereinigten Staaten, Mexiko und Südafrika abgebaut. In Europa sind noch einige Zinkminen in Irland, Polen, Finnland, Bulgarien und Schweden aktiv. Die Gesamtproduktin an Zink belief sich 2006 auf 10 Millionen Tonnen.[2]

Die Staaten mit der größten Förderung weltweit (2004)[3]
Rang Land Fördermengen
in Tsd. t
Rang Land Fördermengen
in Tsd. t
1 China 2.390 11 Russland 179
2 Australien 1.298 12 Brasilien 159
3 Peru 1.209 13 Bolivien 146
4 Vereinigte Staaten 739 14 Polen 140
5 Kanada 736 15 Iran 121
6 Irland 438 16 Marokko 74
7 Mexiko 426 17 Namibia 66
8 Kasachstan 360 18 Nordkorea 62
9 Indien 341 19 Japan 47
10 Schweden 199 20 Honduras 41

Gewinnung und Darstellung

Zink wird überwiegend aus Zinksulfid-Erzen gewonnen. Um diese zu verwenden, müssen sie zunächst in Zinkoxid umgewandelt werden. Dies geschieht durch Rösten an der Luft. Dabei entstehen neben dem Zinkoxid große Mengen Schwefeldioxid, die zu Schwefelsäure weiterverarbeitet werden können.

\mathrm{ZnS \ + 1,5\ O_2  \longrightarrow \ ZnO + SO_2 \uparrow }

Wird Smithsonit als Rohstoff verwendet, kann dies durch Brennen unter Abspaltung von Kohlenstoffdioxid erfolgen.

\mathrm{ZnCO_3  \longrightarrow \ ZnO + CO_2 \uparrow }

Die Weiterverarbeitung kann durch zwei mögliche Verfahren geschehen. Dies sind das nasse und das trockene Verfahren. Das trockene Verfahren überwiegt mit etwa 60 % der produzierten Zinkmenge.[4] Dabei wird das Zinkoxid mit feingemahlener Kohle vermengt und in einem Gebläseschachtofen (Imperial-Smelting-Ofen) auf 1100–1300 °C[4] erhitzt. Dabei bildet sich zunächst Kohlenstoffmonoxid. Dieses reduziert dann das Zinkoxid zu metallischem Zink. Aus dem entstandenen Kohlenstoffdioxid bildet sich nach dem Boudouard-Gleichgewicht wiederum Kohlenstoffmonoxid.

\mathrm{ZnO \ +  CO  \longrightarrow \ Zn \uparrow + CO_2}
Reduktion des Zinks
\mathrm{CO_2 \ + C \longrightarrow \ 2\ CO}
Boudouard-Gleichgewicht

Da im Ofen Temperaturen herrschen, die oberhalb des Siedepunktes von Zink liegen, entweicht das Zink als Dampf am oberen Ende des Ofens. Dort wird nun Blei eingesprüht und so das Zink auskondensiert.

Das so entstandene Rohzink enthält größere Mengen Verunreinigungen, insbesondere Blei, Eisen und Cadmium. Durch fraktionierte Destillation kann das Rohzink weiter gereinigt werden. In einer ersten Stufe wird das Rohprobukt so erhitzt, dass nur Zink und Cadmium verdampfen, während Eisen und Blei zurückbleiben. Cadmium und Zink können durch Kondensation voneinander getrennt werden. Dabei kondensiert Zink bei höheren Temperaturen und bildet so 99,99 % reines Feinzink. Cadmium ist leichter flüchtig und wird an einer anderen Stelle als Cadmiumstaub gesammelt.

Das nasse Verfahren wird angewendet, wenn dafür billiger elektrischer Strom bereitsteht. Für das Verfahren wird das rohe Zinkoxid in verdünnter Schwefelsäure gelöst. Verunreinigungen von edleren Metallen wie Cadmium werden durch Zinkpulver ausgefällt. Anschließend wird die Lösung unter Verwendung von Bleianoden und Aluminiumkathoden elektrolysiert. Es entsteht an der Kathode wie beim trockenen Verfahren 99,99 % reines Elektrolysezink.


Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Zink ist ein bläulich weißes, unedles Metall, welches bei Zimmertemperatur und oberhalb 200 °C ziemlich spröde ist. Zwischen 100 und 200 °C ist es jedoch recht duktil und lässt sich leicht verformen. Sein Bruch ist silberweiß. Zink kristallisiert in einer hexagonal-dichtesten Kugelpackung. Diese ist allerdings senkkrecht zu den Kugelschichten gestreckt, die Abstände zwischen den Zinkatomen unterscheiden sich leicht (in einer Schicht 264,4 pm, zwischen den Schichten 291,2 pm[4]).

Chemische Eigenschaften

An der Luft bildet Zink eine witterungsbeständige Schutzschicht aus Zinkoxid und -carbonat. Daher verwendet man es trotz seines ansonsten unedlen Charakters als Korrosionschutz (Verzinken von Eisen). Zink löst sich in Säuren unter Bildung von Zink(II)-Salzen und in Laugen unter Bildung von Zinkaten, [Zn(OH)4]2-, auf. Eine Ausnahme ist Zink mit sehr hoher Reinheit (99,999%), welches nicht mit Säuren reagiert. Zink liegt in seinen Verbindungen fast ausnahmslos in der Oxidationsstufe +II vor.

Chemisch zählt Zink zu den unedlen Metallen (Redoxpotential -0,763 Volt). Dies kann beispielsweise dafür ausgenutzt werden, edlere Metalle aus ihren Salzen durch Reduktion elementar abzuscheiden, wie hier am Beispiel der Umsetzung eines Kupfersalzes gezeigt wird:

\mathrm{Cu^{2+} + \ Zn \rightarrow Cu\downarrow + \ Zn^{2+}}

Isotope

Von Zink sind insgesamt 29 Isotope von 54Zn bis 83Zn und weitere zehn Kernisomere bekannt.[5] Davon sind fünf, die Isotope 64Zn, 66Zn, 67Zn, 68Zn und 70Zn stabil und natürlich. Es gibt keine radioaktiven natürlichen Isotope. Das häufigste Isotop ist 64Zn mit 48,63 % Anteil am natürlichen Isotopenverhältnis. Danach folgen 66Zn mit 27,90 %, 68Zn mit 18,75 %, 67Zn mit 4,10 % und als seltenstes natürliches Isotop 70Zn mit einem Anteil von 0,62 %.[5] Das stabilste künstliche Isotop ist der Betastrahler+-Zerfall) 65Zn mit einer Halbwertszeit von 244 Tagen. Dieses und das Kernisomer 69m dienen als Tracer. Als einziges natürliches Isotop kann 67Zn durch die NMR-Spektroskopie nachgewiesen werden.

Siehe auch: Liste der Zink-Isotope

Verwendung

  Im Jahr 2006 wurden über elf Millionen Tonnen Zink verbraucht.[6] Davon wurden 47 %[6] für den Korrosionsschutz von eisernen Werkstücken durch Verzinken genutzt. Weitere technisch wichtige Einsatzgebiete von Zink sind eine Reihe von Zinklegierungen wie Messing, Batterien, Zinkbleche und die Produktion von Zinkverbindungen wie Zinkchlorid oder Zinkoxid.

Korrosionsschutz

Zink wird seit langem als Korrosionsschutz (Rostschutz) für Eisenteile verwendet, indem man sie verzinkt, also mit einer dichten Zinkschicht versieht. Das Zink schützt auch freiliegende benachbarte Eisenflächen sowie Schichtfehler vor Korrosion, indem es wie eine Opferanode wirkt.

Die Verzinkung kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Methoden sind das Feuerverzinken, die galvanische Verzinkung, mechanische Beschichtungen, Spritzverzinken und Zinklamellenüberzüge. Sie unterscheiden sich in der Art des Aufbringens der Zinkschicht, der Dicke und damit der Haltbarkeit.

Die einfachte Methode ist das Feuerverzinken. Dabei wird das gereinigte Werkstück in ein Bad von flüssigem Zink getaucht. Diese Methode kann sowohl diskontinuierlich für einzelne Werkstücke, als auch kontinuierlich zur Verzinkung von Bändern verwendet werden. Durch die Feuerverzinkung entstehen relativ dicke Zinkschichten (bis 150 µm im diskontinuierlichen Verfahren), die auch alle Stellen des Werkstückes umfasst. Feuerverzinkte Werkstücke sind ja nach Bedingungen über Jahrzehnte vor Korrosion geschützt. Durch eine Kombination von mehreren Schichten (Duplex-System) kann der Schutz weiter gesteigert werden. [7]

Beim galvanischen Verfahren wird die Zinkschicht elektrolytisch aufgebracht. Dazu wird das Werkstück gemeinsam mit einem Stück reinem Zink in eine saure oder basische Lösung eines Zinksalzes getaucht. Danach wird Gleichspannung angelegt, wobei das Werkstück die Kathode, das Stück Zink die Anode bildet. Am Werkstück wird durch Reduktion von Zinkionen Zink gebildet. Gleichzeitig wird das reine Zink der Anode oxidiert, die Anode löst sich dabei auf. Es entsteht eine dichte Zinkschicht. Diese ist allerdings nicht so dick wie diejenige, die beim Feuerverzinken entsteht (bis zu 25 µm[7]).

Es gibt noch einige andere Verfahren zum Aufbringen von Zinkschichten. Beim Spritzverzinken wird das Zink geschmolzen und dann mit Hilfe von Druckluft auf das Werkstück aufgesprüht. Die thermische Belastung ist dabei geringer als beim Feuerverzinken. Dies kann für empfindliche Werkstoffe wichtig sein. Wird das Zink mechanisch auf das Werkstück aufgetragen, spricht man vom Plattieren. Ein Verfahren, das für Verzinken von Kleinteilen, etwa Schrauben, angewendet wird, ist das Sherardisieren. Dabei entsteht die Zinkschicht durch Diffusion von Zink in das Eisen des Werkstücks. [8] Eine weitere mögliche Auftragungsart von Zinkschichten sind Zinksprays.

Zink wird als Opferanode zum Schutz größerer Stahlteile genutzt. Dabei wird das zu schützende Objekt leitend mit dem Zink verbunden. Es entsteht eine galvanische Zelle mit Zink als Anode und dem Objekt als Kathode. Da nun das unedle Zink bevorzugt oxidiert wird und sich dabei langsam auflöst, bleibt das Stahlteil unverändert. Solange Zink vorhanden ist, ist somit das Stahlstück vor Korrosion geschützt.

Zink in Batterien

Metallisches Zink gehört zu den wichtigsten Materialien für negative Elektroden (Anoden) in nicht wiederaufladbaren Batterien und wird in großtechnischem Maßstab eingesetzt. Beispiele sind Alkali-Mangan-Batterien, Zink-Kohle-Batterien, Zink-Luft-Batterien, Silberoxid-Zink-Batterien und Quecksilberoxid-Zink-Batterien. Zink wurde auch als Anode in vielen historischen galvanischen Elementen verwendet. Dazu zählen unter anderen die Voltasche Säule, das Daniell-Element und das Bunsen-Element. In geringem Umfang wird Zink auch für negative Elektroden in Akkumulatoren (wiederaufladbaren Batterien) verwendet.

Der Grund für die vielfältige Verwendung von Zink in Batterien liegt in der Kombination von physikalischen und elektrochemischen Eigenschaften mit guter Umweltverträglichkeit und relativ niedrigen Kosten. Zink ist ein gutes Reduktionsmittel mit hoher theoretischer Kapazität (0,82 Ah/g). Aufgrund des niedrigen Standardpotenzials von etwa -0,76 V bezwiehungsweise in alkalischem Medium -1,25 V lassen sich relativ hohe Zellspannungen realisieren. Ferner hat Zink eine gute elektrische Leitfähigkeit und ist in wässrigen Elektrolytlösungen ausreichend stabil.

Um die Korrosion von Zink in der Batterie zu reduzieren und zur Verbesserung der elektrochemischen Eigenschaften wurde früher amalgamiertes Zink mit einem Quecksilbergehalt von bis zu 9 Prozent eingesetzt. Aus Umweltschutzgründen wurde diese Praxis zumindest in Industrieländern nahezu vollständig eingestellt. Im Jahr 2006 wird amalgamiertes Zinkpulver nur noch in Zink-Luft- und Silberoxid-Zink-Knopfzellen verwendet.

Die Anode in Zink-Kohle-Batterien hat die Form eines Zinkbechers. Die Becher werden durch mehrstufiges Tiefziehen aus Zinkblech oder durch schlagartige Verformung (englisch impact extrusion) von runden oder sechseckigen Scheiben aus dickem Zinkblech (sogenannten Kalotten) hergestellt. Zur Verbesserung der Formbarkeit und zur Hemmung der Korrosion enthält das hierfür verwendete Zink geringe Mengen an Cadmium, Blei und/oder Mangan. In Alkali-Mangan-Batterien wird Zinkpulver als aktives Material in der Anode verwendet. Es wird meist durch Verdüsung von geschmolzenem Zink im Luftstrahl hergestellt. Zur Hemmung der Korrosion werden dem Zink geringe Mengen ander Metalle beigemischt. Zu diesen zählen beispielsweise Blei, Bismut, Indium, Aluminium und Calcium.

Zinkblech im Bauwesen

  Wichtige Zinkprodukte sind auch Halbzeuge, meist in Form von Zinkblechen. Zinkblech wird als Werkstoff im Bauwesen verwendet. Heute wird dabei fast ausschließlich Titanzink verwendet, welches korrosionsfester, weniger spröde und dadurch mechanisch deutlich belastbarer als Reinzink ist. Zinkblech wird hauptsächlich zur Dacheindeckung, als Fassadenbehang, für die Dachentwässerung (Regenrinnen, Fallrohre), für Abdeckungen z.B. von Gesimsen oder Außenfensterbänken oder für Anschlüsse und Dachkehlen eingesetzt. Es hält bis zu 100 Jahre und muss in dieser Zeit weder gewartet noch repariert werden, wenn es fachgerecht verarbeitet wurde. Die Verarbeitung erfolgt durch das Klempnerhandwerk.

Zinkblech wird in Coils oder in Tafeln geliefert. Für die Dachdeckung werden oft Metallbahnen (Schare) verwendet, die meist 60 Zentimeter breit sind und bis zu 10 Meter lang sein können. Die Materialstärke ist unterschiedlich, beträgt jedoch meist 0,7 Millimeter. Die Verbindung der einzelnen Blechteile erfolgt bei kleinteiligen Elementen meist durch Löten oder Schweißen, bei Dachdeckungen meist durch doppeltes Falzen (Doppelstehfalzdeckung). Aufgrund der hohen Wärmedehnung von Zink von 29·10-6/K müssen die Verbindungen und Anschlüsse der Zinkbleche Materialbewegungen zulassen.

Moderne Architekten verwirklichen mit Zinkblech extravagante Ideen. Daniel Libeskind hat z. B. das Jüdische Museum Berlin mit einer Fassade aus Bauzink ausgestattet.

Zinkdruckguss

Zink wird häufig zur Produktion von kostengünstigen Gussteilen verwendet, da der Zinkdruckguss die schnelle Fertigung von großen Stückzahlen unterschiedlichster Produkte erlaubt. Weitere Vorteile dieses Werkstoffes im Zinkdruckgussverfahren sind hohe Maßhaltigkeit, Eignung zu unterschiedlichen Oberflächenbehandlungen sowie die hohe mechanische Belastbarkeit. Das Spektrum der Anwendungen reicht von der Kfz–Industrie, dem Maschinen- und Apparatebau, Baubeschlag, Sanitärindustrie, der Feingeräte- und Elektrotechnik bis hin zu Gebrauchsgegenständen und Spielzeugen.

Ältere Zinkdruckgussteile sind häufig von einer Strukturumwandlung betroffen, die die Teile außer Form geraten lässt.

Münzprägung

Da Zink sehr billig und von geringem militärischen Nutzen ist, wurde es in Notzeiten, besonders in den beiden Weltkriegen, zur Münzprägung sowie zur Herstellung von Auszeichnungen und Abzeichen verwendet. Dabei fand es in reiner Form (Feinzink) sowie in Legierungen als sogen. "Kriegsmetall" Verwendung. Seit 1982 besteht der US-Cent (Penny) im Kern aus Zink.

Analytik

Analysenreines Zinkpulver dient als Urtitersubstanz nach Arzneibuch zur Einstellung von EDTA-Maßlösungen.

Organische Chemie

In der Organischen Synthese dient es verschiedenen Zwecken. So fungiert es als Reduktionsmittel und kann als solches in unterschiedlicher Weise aktiviert sein.[9] Ein Beispiel ist die Clemmensen-Reduktion von Carbonylverbindungen mit amalgamiertem Zink. Des weiteren lassen sich Allylalkohole zu Alkenen reduzieren[10], Acyloine zu Ketonen.[11] Die Reduktion der aromatischen Nitrogruppe kann in Abhängigkeit von den Reaktionsbedingungen zu unterschiedlichen Produkten führen: Arylamin, Arylhydroxylamin[12], Azoaren[13], N,N’-Diarylhydrazin.
Im metallorganischen Bereich bieten Zink-organyle gegenüber Grignard-Verbindungen Selektivitätsvorteile, da sie in der Regel weniger reaktiv sind und mehr funktionelle Gruppen tolerieren. Ein Umstand, von dem die Reformatzky-Reaktion[14] Gebrauch macht. Die Organyle lassen sich auf direkte Weise oder durch Ummetallierung herstellen. In Gegenwart asymmetrisch komplexierender Auxiliare, von denen mitunter katalytische Mengen ausreichen, ist eine stereoselektive Addition möglich. Der Effekt der Chiralitätsverstärkung wurde beobachtet.[9]
Nicht zuletzt ist die Halogeneliminierung[15] und Dehalogenierung[16] möglich. Die Simmons-Smith-Reaktion[17] zählt zu den selteneren Präparationsmethoden. Organic Syntheses sammelte eine Latte von Synthesen in denen elementares Zink als Reagenz dient.[18]

Biologische Bedeutung

  Zink zählt zu den essentiellen Spurenelementen für den Stoffwechsel. Es ist Bestandteil einer Vielzahl von Enzymen, beispielsweise der RNA-Polymerase und der Glutathionperoxidase. Die empfohlene Tagesmenge für Zink liegt laut WHO für Erwachsene Frauen und Männer bei etwa 15 mg pro Tag. Eine Zufuhr von mehr als 100 mg pro Tag ist nicht empfehlenswert, ab 200 Milligramm können Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder auch Durchfall auftreten. Beim Menschen führt die Aufnahme von Zink ab ca. einem Gramm zu akuten Vergiftungserscheinungen.

Zink erfüllt im Körper viele verschiedene Funktionen. So nimmt es Schlüsselrollen im Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel ein und ist beteiligt am Aufbau der Erbsubstanz und beim Zellwachstum. Sowohl das Immunsystem als auch viele Hormone benötigen Zink für ihre Funktion. Eine bedeutende Rolle spielt es bei der Wundheilung. Das Spurenelement kann im Körper nicht gespeichert werden, es muss regelmäßig von außen zugeführt werden. Aufgrund von falschen Ernährungsgewohnheiten ist Zinkmangel auch in westlichen Ländern nicht selten, insbesondere bei Jugendlichen, die aufgrund des Wachstums besonders viel Zink benötigen.

Eine 2005 auf einer Konferenz der amerikanischen Gesellschaft für Ernährungswissenschaften in San Diego vorgestellte Studie deutet darauf hin, dass Kinder, die täglich ausreichend Zink erhalten (20 mg), eine deutliche Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit erfahren. Zink verbesserte das visuelle Gedächtnis, die Leistungen in einem Wortfindungstest und die Konzentrationsfähigkeit.

Zinkmangel führt zu einer Unterfunktion der Keimdrüsen, Wachstumsstörungen und Blutarmut.

Folgende Nahrungsmittel sind gute Zinkquellen:

  • rote Fleischsorten
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Kuhmilch und wässrige Milchprodukte
  • Vollkornprodukte, speziell sauerteiggeführtes Brot (siehe Phytinsäure)
  • Weizenkeime (Weizen)
  • Ölsaaten (z. B. Sesam, Mohn, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne)
  • Erdnüsse, Walnüsse und Pekannüsse
  • Pilze und Hefen
  • Linsen

Für einige Tierarten ist bereits eine kontinuierliche Aufnahme von kleinsten Mengen riskant. So birgt für Papageien eine regelmäßige Aufnahme von Zink die Gefahr einer chronischen Zinkvergiftung. Käfige und Volieren für Papageien dürfen deswegen nicht verzinkt sein, auch nicht unter einer Pulverbeschichtung, da die Vögel sich beim Klettern mit dem Schnabel festhalten und so ständig Zink aufnehmen.

Nachweis

Ein einfacher Zinknachweis beruht auf dem Erhitzen einer Probe mit wenigen Tropfen einer verdünnten Lösung eines Cobaltsalzes auf einer Magnesiarinne im Bunsenbrenner. Ist Zink zugegen, ist nach kurzer Zeit das so genannte Rinmanns Grün zu erkennen.

Wichtige Verbindungen

Literatur

Ältere Literatur

  • W. Hommel: Zur Geschichte des Zinks. Chemiker-Zeitung 36(95), S. 905 - 906 (1912, ISSN 0009-2894

Aktuelle Literatur

  • Sabina Grund: Zink - Werkstoff und lebenswichtiges Spurenelement. Praxis der Naturwissenschaften Chemie in der Schule 53(7), S. 2 - 8 (2004), ISSN 1617-5638
  • M. Adelhelm: Schulversuche mit elementarem Zink. Praxis der Naturwissenschaften Chemie in der Schule 53(7), S. 29 - 31 (2004), ISSN 1617-5638
  • Anonymus: Zink in der Therapie von chronischen Lebererkrankungen. Naturheilkunde 3/2006, S. 18 - 23 (2006), ISSN 1613-3943
  • Sabina C. Grund, Marianne Schönnenbeck: Nachhaltig bauen und konstruieren mit Zink. UmweltMagazin 36(10/11), S. 64 - 66 (2006), ISSN 0173-363X
  • Holleman-Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.
  • N. N. Greenwood, A. Earnshaw: Chemie der Elemente. 1. Auflage, VCH Verlagsgesellschaft, 1988, ISBN-3-527-26169-9.

Einzelnachweise

  1. a b N. N. Greenwood, A. Earnshaw: Chemie der Elemente. 1. Auflage. VCH Verlagsgesellschaft, 1988, ISBN 3-527-26169-9
  2. usgs mineral resources
  3. usgs mineral resources (2005 Minerals Handbook), Werte für 2004
  4. a b c Holleman-Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.
  5. a b G. Audi, O. Bersillon, J. Blachot, A. H. Wapstra: The Nubase evaluation of nuclear and decay properties
  6. a b International Lead and Zinc Study Group
  7. a b Informationen des Institut Feuerverzinken
  8. Bodycote: Sherard-Verzinkung/Sherardisieren
  9. a b Sempf, F.: Skript „Organozinkverbindungen“
  10. Organic Syntheses
  11. Skript, Uni Houston
  12. Org. Synth.
  13. Org. Synth.
  14. Reformatzky-Reaktion: Skizze
  15. Org. Synth. [1] [2]
  16. Org. Synth.
  17. Reaktions-Skizze
  18. Organic Syntheses



 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Zink aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.